Bachelorarbeit, 2009
60 Seiten, Note: 1,0 (95%)
1. Einleitung
2. Erklärungsansätze für Fusionen und Übernahmen aus der Verhaltensökonomik
2.1. Theoretische Ansätze der Behavioral Corporate Finance
2.2. Selbstüberschätzung und Akquisitionen
3. Modelle zur Messung von Selbstüberschätzung unter Managern
3.1. Ausübungsverhalten bei Aktienoptionsplänen
3.2. Firmen-Performance, Bezahlung und Lob in der Presse
3.3. Modellierung durch empirische Erhebung
3.4. Bezeichnung in der Presse
3.5. Das Frequent Acquirer-Modell
3.6. Auswahl des Modells für den deutschen Markt
4. Daten und Methoden
4.1. Daten
4.2. Angewendete Methodik
4.3. Deskriptive Statistik
5. Untersuchung auf Selbstüberschätzung
5.1. Kurzfristige Ankündigungseffekte
5.1.1. Ankündigungseffekte und Selbstüberschätzung
5.1.2. Ankündigungseffekte und Self-Attribution Bias
5.2. Langfristige Performance
6. Kritische Würdigung und Fazit
Diese Bachelor-Thesis untersucht, ob die psychologische Komponente der Selbstüberschätzung (Hybris) ein signifikanter Erklärungsfaktor für das Akquisitionsverhalten deutscher Unternehmen ist. Die Forschungsfrage zielt darauf ab, ob selbstüberschätzende Manager durch eine erhöhte Akquisitionstätigkeit systematisch schlechtere Ergebnisse für ihre Aktionäre erzielen und ob hierbei der "Self-Attribution Bias" (die Tendenz, Erfolge sich selbst und Misserfolge externen Faktoren zuzuschreiben) eine Rolle spielt.
2.2. Selbstüberschätzung und Akquisitionen
Spieltheoretisch betrachtet stellen Akquisitionen eine klassische Entscheidung unter Risiko dar. Es kann zwar in der Gegenwart entschieden werden, ob eine Übernahme getätigt wird, der Erfolg einer Transaktion ist allerdings von vielen verschiedenen Faktoren abhängig. Ein rationales Individuum würde unter Einbezug aller möglichen Szenarien die Akquisition durchführen, wenn der Nettobarwert (NBW) der gesamten Investition einen Wert größer null hat und demnach einen positiven ROI aufweist.
Gegen einen wie oben dargestellten Prozess bei der Akquisitionsentscheidung sprechen aus der Perspektive der psychologischen und verhaltensökonomischen Forschung eindeutig folgende drei Punkte: Erstens sind Menschen überoptimistisch in Bezug auf Entwicklungen, die sie persönlich nicht beeinflussen können, zweitens tendieren sie dazu, ihren eigenen Einfluss auf rein zufällige Entwicklungen zu überbewerten und drittens überschätzen sie ihre eigenen Fähigkeiten (Langer und Roth, 1975; Taylor und Brown, 1988).
Bei Managern kommt ein weiterer wichtiger Punkt hinzu. Viele Wissenschaftler gehen davon aus, dass Manager noch optimistischer und selbstüberschätzender sind als die Grundgesamtheit der Menschen, da durch den sogenannten „Selection Bias“ nur diejenigen an die Spitze eines Unternehmens kommen, die aufgrund Ihres Optimismus und ihrer Selbstüberschätzung besonders riskante Entscheidungen in ihrer beruflichen Laufbahn getroffen haben (Goel und Thakor, 2006). Bei einem positiven Resultat dieser riskanten Entscheidungen kommt es immer wieder zur Beförderung, bei negativem Ausgang folgt die Stagnation bzw. das Ende der Karriere. Das hat zur Folge, dass an der Spitze von Unternehmen Manager stehen, denen in noch größerem Ausmaß Überoptimismus und Selbstüberschätzung zu Eigen sind, als es in der durchschnittlichen Bevölkerung zu beobachten ist (Gervais et al., 2003). Es gibt gute Hinweise darauf, dass sich selbst überschätzende Manager das Risiko in den Cashflows bei Investitionen unterschätzen und dadurch auch Projekte forcieren, die einen negativen NBW aufweisen. Folglich wird angenommen, dass viele Investitionen eingegangen werden, die rationalem Marktverhalten nicht entsprechen und auf Selbstüberschätzung und Überoptimismus zurückzuführen sind (Gervais, et al., 2005; Aktas et al., 2005; Hackbarth, 2007).
1. Einleitung: Diese Arbeit führt in die Verhaltensökonomik ein und definiert Selbstüberschätzung sowie Hybris als neue Determinanten für die Akquisitionsentscheidungen deutscher Unternehmen.
2. Erklärungsansätze für Fusionen und Übernahmen aus der Verhaltensökonomik: Das Kapitel erläutert die konzeptionellen Unterschiede zwischen dem "Irrational Investors Approach" und dem "Irrational Managers Approach" in der Behavioral Corporate Finance.
3. Modelle zur Messung von Selbstüberschätzung unter Managern: Hier werden diverse methodische Ansätze wie das Aktienoptions-Verhalten, die Presse-Analyse und das Frequent Acquirer-Modell zur indirekten Identifikation von Hybris-Managern vorgestellt.
4. Daten und Methoden: Dieser Abschnitt beschreibt den verwendeten Datensatz von 155 Transaktionen zwischen 1998 und 2005 sowie die statistische Vorgehensweise bei der Berechnung kurzfristiger Renditen und langfristiger Wertentwicklungen.
5. Untersuchung auf Selbstüberschätzung: Dieser Kernteil analysiert empirisch die Auswirkungen auf Aktienkurse und prüft, ob Folgetransaktionen durch einen Lernprozess oder einen Self-Attribution Bias geprägt sind.
6. Kritische Würdigung und Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass sich die Hybris-Hypothese für den deutschen Markt nicht eindeutig bestätigen lässt und diskutiert Limitationen der verwendeten empirischen Methoden.
Behavioral Corporate Finance, Selbstüberschätzung, Hybris, M&A, Unternehmensakquisition, Self-Attribution Bias, Frequent Acquirer, Kurzfristige Ankündigungseffekte, Langfristige Performance, Shareholder Value, Kapitalmarktforschung, Verhaltensökonomik, Überoptimismus, Deutsche Börse, Transaktionskosten.
Die Arbeit untersucht die Relevanz psychologischer Verzerrungen, insbesondere der Selbstüberschätzung von Managern, bei der Durchführung von Unternehmensübernahmen im deutschen Markt.
Die Schwerpunkte liegen auf der Behavioral Corporate Finance, der empirischen Kapitalmarktanalyse und der Untersuchung von psychologischen Bias-Phänomenen wie dem Self-Attribution Bias.
Ziel ist es zu ermitteln, ob Manager durch Selbstüberschätzung zu riskanten und potenziell wertvernichtenden Akquisitionen neigen und ob dies statistisch nachweisbar ist.
Die Studie nutzt die Event-Study-Methodik zur Analyse von kurzfristigen Ankündigungseffekten (CAR) sowie Berechnungen von Buy-and-Hold Excess Returns (BHER) für die langfristige Performance.
Der Hauptteil evaluiert verschiedene Indikatoren für Selbstüberschätzung, stellt das verwendete Frequent Acquirer-Modell auf Basis eines deutschen Datensatzes vor und führt univariate sowie multivariate Regressionsanalysen durch.
Wesentliche Begriffe sind Hybris, Behavioral Finance, Akquisitionen, Frequent Acquirer und Self-Attribution Bias.
Der Autor vermutet, dass dies entweder an der tatsächlichen Abwesenheit des Effekts im deutschen Umfeld, an gegensätzlichen Lerneffekten oder an Besonderheiten der deutschen Corporate Governance liegen könnte.
Die Arbeit stellt fest, dass insbesondere die Auswirkungen der Technologieblase (vor 2000) einen signifikanten Zeiteffekt auf die Marktreaktionen haben, was die Interpretation der Daten erschwert.
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