Magisterarbeit, 2009
121 Seiten, Note: 1.0
Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
1. Vorwort
2. Einleitung
3. Herz der Finsternis
3.1 Inhalt und historischer Hintergrund
3.2 Allgemeines Afrikabild
3.3 Die Personifikation der Wildnis
3.4 Charakterisierung der Schwarzen
3.5 Die Kritik an der Profitgier der Kolonialisten
3.6 Darstellung der Weißen
3.7 Fazit
4. Der Neger Jupiter raubt Europa
4.1 Inhalt und historischer Hintergrund
4.2 Das Erscheinungsbild der Schwarzen am Beispiel von Jupiter
4.3 Schwarz vs. weiß
4.4 „Weiße“ Vorurteile am Beispiel von Olaf
5. Afrika, dunkel lockende Welt
5.1 Inhalt und historischer Hintergrund
5.2 Das allgemeine Afrikabild in Afrika, dunkel lockende Welt
5.3 Tiervergleiche und Charakterisierung der Schwarzen
5.4 Die Rolle der Europäer
5.5 Religionen, Mythen und Eigenheiten der verschiedenen Stämme
6. Das Auge des Leoparden
6.1 Inhalt und historischer Hintergrund
6.2 Erste Eindrücke Olofsons und allgemeines Afrikabild
6.3 Rassismus in Das Auge des Leoparden
6.4 Politik und Entwicklungshilfegelder
6.5 Afrikadepression und Unwirklichkeit Afrikas
6.6 Aberglaube und Zauberei
6.7 Krankheiten und mangelnde medizinische Versorgung
6.8 Olofson - der Wohltäter
6.9 Afrikas Zukunft
7. Der letzte König von Schottland
7.1 Inhalt und historischer Hintergrund
7.2 Allgemeines Afrikabild
7.3 Krankheiten
7.4 Die Vielfältigkeit der Sprachen
7.5 Die Gewaltherrschaft Idi Amins
8. Schlussbetrachtung
8.1 Ausblick
Die Arbeit untersucht die Darstellung von Afrika und dessen Bewohnern in ausgewählten literarischen Werken europäischer Autoren des 20. Jahrhunderts. Dabei wird analysiert, inwiefern stereotype Afrikabilder, Rassismus und koloniale Denkmuster in der Literatur reflektiert, bedient oder kritisch hinterfragt werden.
3.3 Die Personifikation der Wildnis
The word ‚ivory‘ rang in the air, was whispered, was sighed. You would think they were praying to it. A taint of imbecile rapacity blew through it all, like a whiff from some corpse. By Jove! I’ve never seen anything so unreal in my life. And outside, the silent wilderness surrounding this cleared speck on the earth struck me as something great and invincible, like evil or truth, waiting patiently for the passing away of this fantastic invasion.
Hier tritt ein in der Erzählung häufig anzutreffendes Phänomen zutage: nicht Menschen handeln, sondern die Wildnis selbst! Sie wirkt auf Marlow, als würde sie versuchen, Feinde abzuhalten: „ [...] all along the formless coast bordered by dangerous surf, as if nature herself had tried to ward off intruders [...] “59. Im Allgemeinen werden in Herz der Finsternis mehr von der Natur vollführte Handlungen beschrieben als die von den Schwarzen.
1. Vorwort: Einleitung des persönlichen Bezugs der Autorin zu Afrika und Dank an die Betreuer der Arbeit.
2. Einleitung: Darstellung der Forschungsfrage zur mediale und literarische Verzerrung des Afrikabildes und Vorstellung der behandelten Werke.
3. Herz der Finsternis: Analyse von Joseph Conrads Roman hinsichtlich kolonialer Ausbeutung und der rassistischen Darstellung Afrikas.
4. Der Neger Jupiter raubt Europa: Untersuchung von Claire Golls Werk als Antwort auf die Négritude im Paris der 1920er Jahre.
5. Afrika, dunkel lockende Welt: Untersuchung von Karen Blixens Roman über ihren Aufenthalt in Kenia unter Berücksichtigung kolonialer Sichtweisen.
6. Das Auge des Leoparden: Analyse des Romans von Henning Mankell und dessen Auseinandersetzung mit den Spannungen im postkolonialen Sambia.
7. Der letzte König von Schottland: Untersuchung des Werkes von Giles Foden über die Diktatur von Idi Amin in Uganda.
8. Schlussbetrachtung: Fazit der Untersuchung und Vergleich der verschiedenen Perspektiven der behandelten europäischen Autoren.
Afrika, Afrikabild, Kolonialismus, Literaturwissenschaft, Rassismus, Stereotypen, Herz der Finsternis, Négritude, Sambia, Kenia, Uganda, Postkolonialismus, Identität, Klischees, Europäische Literatur.
Die Magisterarbeit untersucht, wie der Kontinent Afrika und seine Menschen in verschiedenen europäischen Romanen des 20. Jahrhunderts dargestellt werden und welchen Einfluss koloniale Denkmuster dabei ausüben.
Die Themen umfassen die kritische Auseinandersetzung mit kolonialer Literatur, das Aufbrechen von Rassismus und Klischees sowie die Analyse der Sichtweise europäischer Autoren auf afrikanische Kultur, Landschaft und Gesellschaft.
Ziel ist es, die Entwicklung literarischer Afrikabilder aufzuzeigen und zu verstehen, warum europäische Autoren bestimmte Mythen und Stereotype in ihren Werken über Afrika reproduzieren oder ironisch brechen.
Die Autorin nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse der ausgewählten Primärquellen, ergänzt durch historische Kontexte und relevante Sekundärliteratur zur Kolonialgeschichte und Postkolonialismus.
Der Hauptteil gliedert sich in Analysen der fünf Romane von Joseph Conrad, Claire Goll, Karen Blixen, Henning Mankell und Giles Foden, wobei spezifische Motive wie die personifizierte Wildnis, Aberglaube und das Verhältnis von Schwarz und Weiß untersucht werden.
Zu den zentralen Schlagworten gehören Afrikabild, Kolonialismus, Rassismus, Postkolonialismus, kulturelle Identität und literarische Stereotypisierung.
Während Conrads Werk noch stark von einer imperialistischen Sichtweise und einer rassistischen Grundhaltung geprägt ist, versucht Mankell ein realistischeres Bild der postkolonialen Spannungen und des Überlebenskampfes im modernen Sambia zu zeichnen, ohne die Natur zu romantisieren.
Die Autorin reflektiert ihren eigenen, durch ein Auslandssemester in Südafrika geprägten Blick und ihre persönliche Faszination für afrikanische Literatur, was den methodischen Ansatz und die Auswahl der Texte beeinflusst hat.
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