Bachelorarbeit, 2009
82 Seiten, Note: 1,0
Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien
1 Einleitung
2 Theoretische Einbettung
2.1 Social Software im Web 2.0
2.2 Identität und Selbstdarstellung in Online-Welten
2.3 Künstliche und experimentelle Identitäten im Netz
3 Begriffsabgrenzungen
3.1 Nicknames
3.2 Sockenpuppen
3.3 Trolle
3.4 Fakes
4 Motivationen zur Erstellung von Fake-Accounts
5 Einstellungen zu Fake-Accounts
6 Reaktionen von Social-Network-Betreibern auf Fakes
6.1 Slashdot
6.2 Facebook
6.3 Wikipedia
6.4 Twitter
6.5 Vorschläge der Social-Software-Nutzer
7 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen von Fake-Accounts im Internet, um die Motivationen hinter der Erstellung solcher Profile zu verstehen und die Reaktionen verschiedener Social-Network-Betreiber auf diese Problematik zu analysieren.
3.4 Fakes
Fake kann mit Fälschung, Schwindel oder Imitation übersetzt werden. Ein sogenannter Faker ist im Allgemeinen jemand, der etwas Falsches als richtig ausgibt. Im World Wide Web zählen dazu Nutzer, die unter Verwendung nicht wahrheitsgemäßer, irreführender Angaben zur eigenen Person agieren und andere User mit nicht ernst gemeinten oder provokanten Beiträgen ärgern oder irritieren wollen. Da Fake-Identitäten also mitunter zum Trollen dienen und Faker häufig mehrere Accounts anlegen, kann Fake als Überbegriff der bereits beschriebenen Formen der Trolle (vgl. 3.3) und Sockenpuppen (vgl. 3.2) gesehen werden. Die Verwendung von Nicknames (vgl. 3.1) zum Verschleiern der eigenen Identität ist ebenfalls charakteristisch für Fakes.
Die Frage ist jedoch, ab wann jemand als Fälscher gilt. Ist jemand, der online einen falschen Namen verwendet, schon ein Faker? In der anlässlich dieser Arbeit durchgeführten Umfrage spielte dieses Problem ebenfalls eine Rolle. Auf einer sechsstufigen Skala sollten die Befragten angeben, wie stark sie sechs Aussagen bezüglich ihres Verständnisses vom Begriff Fake-Account zustimmen. Die erste Behauptung lautete: „Die Verwendung von Pseudonymen bzw. Spitznamen in Online-Communitys zählt bereits als Fake-Account.“ Dem stimmte die überwiegende Mehrheit nicht zu. 128 der 304 Umfrageteilnehmer antworteten mit „trifft überhaupt nicht zu“ und nur etwa 7 % der befragten Studierenden deuteten in ihrer Antwort eine zustimmende Tendenz an (antworteten also mit „trifft eher zu“, „trifft zu“ oder „trifft voll und ganz zu“; vgl. Abbildung 1).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik von Fake-Accounts ein und erläutert die Forschungsfragen sowie die methodische Vorgehensweise der Arbeit.
2 Theoretische Einbettung: Hier werden die theoretischen Grundlagen wie Web 2.0, Social Software und das komplexe Konstrukt der Identität im digitalen Raum erläutert.
3 Begriffsabgrenzungen: In diesem Kapitel werden wichtige Termini wie Nicknames, Sockenpuppen, Trolle und Fakes voneinander abgegrenzt.
4 Motivationen zur Erstellung von Fake-Accounts: Dieses Kapitel analysiert anhand der Umfrageergebnisse die vielfältigen Beweggründe und Intentionen, warum Nutzer Fake-Accounts erstellen.
5 Einstellungen zu Fake-Accounts: Hier werden die Einstellungen und Vorurteile der Studierenden gegenüber Fake-Accounts auf Basis von 15 Aussagen systematisch ausgewertet.
6 Reaktionen von Social-Network-Betreibern auf Fakes: Dieses Kapitel untersucht die unterschiedlichen Strategien und technischen Maßnahmen von Plattformen wie Slashdot, Facebook, Wikipedia und Twitter zur Bekämpfung von Fakes.
7 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und bewertet die verschiedenen Ansätze der Plattformen kritisch.
Fake-Account, Identität, Web 2.0, Social Software, Anonymität, Selbstdarstellung, Sockenpuppe, Troll, Online-Umfrage, Internetforschung, Benutzerprofil, Identitätsmanagement, Moderation, Plattformbetreiber, Privatsphäre.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Phänomenologie von Fake-Accounts, deren Definition und der Frage, wie diese in sozialen Netzwerken wahrgenommen und reguliert werden.
Zentrale Themen sind die theoretische Verortung von Online-Identitäten, die Motivation von Nutzern zur Erstellung falscher Profile sowie die administrativen Maßnahmen zur Identitätsprüfung auf verschiedenen Webplattformen.
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Gründe hinter Fake-Identitäten zu schaffen und zu erörtern, ob und wie Seitenbetreiber angemessen auf diese Herausforderung reagieren sollten.
Die Arbeit stützt sich primär auf eine Literaturrecherche zu den Themen Online-Identität und Social Software sowie auf eine quantitative Online-Umfrage unter 304 Studierenden der TU Chemnitz.
Der Hauptteil analysiert, welche verschiedenen Arten von Fake-Accounts existieren, warum Nutzer diese erstellen und wie Plattformen wie Facebook oder Twitter technisch versuchen, solche Profile zu unterbinden.
Wichtige Begriffe sind Anonymität, Identitätsspiel, Sockenpuppen, Trolle, Fake-Identitäten, Online-Selbstdarstellung und Plattform-Sicherheit.
Faker neigen dazu, ihre Intentionen positiver zu bewerten (z.B. Datenschutz oder Schutz vor Spionage), während Nicht-Faker oft von bösartigen Absichten oder moralischen Defiziten der Account-Ersteller ausgehen.
Die Arbeit zeigt, dass rigide Anforderungen, wie die Klarnamenpflicht bei Facebook, oft kontraproduktiv wirken, da sie ehrliche Nutzer bei der Kontonutzung behindern können und zu "unabsichtlichen" Fakes oder Abwanderung führen.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass ein vollständiges Bannen von Fake-Accounts faktisch nicht möglich ist und ein rein technischer Ansatz meist nicht ausreicht.
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