Diplomarbeit, 2009
101 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
1.1 Ausgangssituation und Fragestellung
1.2 Abgrenzung und Gang der Untersuchung
2 Discounter
2.1 Ziele und Struktur der Lebensmitteldiscounter
2.2 Aktuelle Marktsituation der Lebensmitteldiscounter
2.3 Aldi Erfolgskonzept
3 Grundlegende Standorttheorien
3.1 Thünenschen Ringe von Johann Heinrich von Thünen
3.2 Neoklassische Standorttheorie von Alfred Weber
3.3 Erweiterte Theorien von Walter Isard und David M. Smith
3.4 Verhaltenswissenschaftlicher Ansatz von Allan Pred
3.5 Theorie der zentralen Orte von Walter Christaller
4 Standortfaktoren des Einzelhandels
4.1 Standortfaktor Bedarf
4.1.1 Raumaufteilung der Bevölkerung
4.1.2 Altersstruktur und die Geschlechterverteilung
4.1.3 Anzahl der Haushalte
4.1.4 Angaben zur Bevölkerungsentwicklung
4.1.5 Konsumverhalten
4.2 Standortfaktor Kaufkraft
4.2.1 Verfügbare Einkommen der privaten Haushalte
4.2.2 Sparquote der privaten Haushalte
4.2.3 Einzelhandelsrelevante Kaufkraft
4.2.4 Arbeitslosenquote
4.3 Standortfaktor Konkurrenz
4.4 Standortfaktor Verkehr
4.4.1 Einzugsgebiet
4.4.2 Erreichbarkeit der Standorte
4.4.3 Parkplätze
4.5 Standortfaktor Betriebsraum und das zu wählende Grundstück
4.5.1 Flächennutzungsplan
4.5.2 Bebauungsplan
4.5.3 Grundstücksgröße
4.5.4 Grundstückskosten
4.5.5 Werthaltigkeit des Grundstücks und aktuelle Entwicklungen am Immobilienmarkt
4.6 Standortfaktoren Umwelt und Energie
5 Standortplanungs- und Standortentscheidungsprozess
5.1 Modelle zur Einzugsgebietsbestimmung
5.1.1 Kreismethode
5.1.2 Streckendistanzmethode
5.1.3 Zeitdistanzmethode
5.1.4 Gravitationsmodelle als Instrument der Einzugsgebietsbestimmung
5.2 Punktuelle Standortanalyse
5.2.1 Einfachmethode
5.2.2 Checklisten
5.2.3 Punktbewertungsmethode
5.2.4 Rangreihenverfahren
5.2.5 Analogmethode
5.2.6 Profilmethode
5.2.7 Gravitationsmodelle als Instrument des Umsatzpotenzials
5.2.8 Investitionsrechenverfahren
5.3 Geomarketing und Geoinformationssysteme
6 Fazit
Die Arbeit analysiert die Standortplanung bei Lebensmitteldiscountern im Kontext ihrer Expansionsstrategien. Ziel ist es, unter Einbezug immobilienwirtschaftlicher Aspekte und theoretischer Standortmodelle zu prüfen, welche Faktoren für die Wahl eines profitablen Standortes entscheidend sind und wie diese in der Praxis bewertet werden können.
3.1 Thünenschen Ringe von Johann Heinrich von Thünen
Johann Heinrich von Thünen gilt mit seinem 1826 veröffentlichtem Werk „Der isolierte Staat in Beziehung auf Landwirtschaft und Nationalökonomie“ als Begründer zur Entwicklung der Standorttheorien. Er strukturiert die in der Landwirtschaft vorhandenen Produktionsbereiche in Bezug auf den Bodenwert, die Distanz zur Absatzstätte und den produktionsspezifischen Kosten.
Sein theoretischer Ansatz unterliegt diversen Restriktionen. So stellt der „isolierte Staat“ einen vollkommen isolierten Wirtschaftsraum dar, in dessen Zentrum sich eine dominierende Stadt befindet. Diese ist umringt von einer in Bezug auf physische und geographische Merkmale wie klimatische Bedingungen, Bodenbeschaffenheit und Transportgegebenheiten homogenen Ebene. Die Stadt versorgt die landwirtschaftlich genutzten Gebiete mit industriell erzeugten Produkten und gilt gleichzeitig als das einzige Konsumzentrum der im Umland erzeugten Agrarprodukte. Die Transportkosten steigen proportional zur Entfernung des Produktionsortes zum Ort des Konsums und dem Gewicht der zu transportierenden Produkte. Einen weiteren Transportkostenfaktor spielen das Volumen und die Verderblichkeit der landwirtschaftlichen Produkte. Die zwischen Stadt und Land bestehende Verkehrsanbindung ist in alle Richtungen identisch. Ziel der Landwirte ist die Maximierung ihres Gewinns, ihr Ausbildungsstand ist gleich. Des Weiteren sind sie in der Lage, ihre Produktion nachfragebedingt anzupassen.
1 Einleitung: Beleuchtung der Ausgangslage und Relevanz der Standortwahl für Discounter sowie Zielsetzung der Untersuchung.
2 Discounter: Vorstellung der Betriebsform, der historischen Entwicklung sowie des Erfolgskonzepts am Beispiel der Aldi-Gruppe.
3 Grundlegende Standorttheorien: Darstellung klassischer und weiterführender Theorien zur Bestimmung optimaler Standorte im Raum.
4 Standortfaktoren des Einzelhandels: Detaillierte Erläuterung elementarer Faktoren wie Bedarf, Kaufkraft, Konkurrenz und rechtliche Aspekte bei der Standortwahl.
5 Standortplanungs- und Standortentscheidungsprozess: Vorstellung praktischer Modelle und Methoden zur Einzugsgebietsbestimmung und punktuellen Standortanalyse.
6 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf die Bedeutung systematischer Standortanalysen für den Unternehmenserfolg.
Standortplanung, Discounter, Lebensmittelhandel, Standortfaktoren, Kaufkraft, Einzugsgebiet, Standorttheorie, Expansionspolitik, Konkurrenzanalyse, Geomarketing, Immobilienwirtschaft, Standortwahl, Handelsmarketing, Umsatzpotenzial, Bebauungsplan
Die Arbeit untersucht, wie Lebensmitteldiscounter ihre Standorte im Zuge ihrer Expansion planen und welche wissenschaftlichen sowie praktischen Methoden sie zur Bewertung dieser Standorte einsetzen.
Die Themenfelder umfassen die Expansionsstrategien von Discountern, grundlegende Raumtheorien, die Analyse verschiedener Standortfaktoren sowie konkrete Verfahren zur Standort- und Einzugsgebietsbestimmung.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Discounter ihre Standortentscheidungen treffen und welche immobilienwirtschaftlichen und betriebswirtschaftlichen Faktoren dabei den größten Einfluss auf den langfristigen Erfolg haben.
Die Arbeit nutzt einen theoretisch-deduktiven Ansatz, indem sie bestehende Standorttheorien (wie die von Weber oder Christaller) erläutert und diese mit modernen praktischen Bewertungsmethoden wie der Nutzwertanalyse, dem Rangreihenverfahren und Geomarketing verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Standorttheorien, eine detaillierte Erörterung der für den Einzelhandel relevanten Standortfaktoren sowie eine umfassende Darstellung der Planungsprozesse und Analyseverfahren.
Die zentralen Schlagworte sind Standortplanung, Lebensmitteldiscounter, Kaufkraftanalyse, Standortfaktoren, Einzugsgebiet, Geomarketing und Investitionsrechnung.
Da die Errichtung und der Betrieb von Filialen mit sehr hohen Investitionen verbunden sind und Standortentscheidungen aufgrund der Immobilität von Gebäuden und Standorten langfristig und nur schwer revidierbar sind, kann eine Fehlentscheidung zu erheblichen finanziellen Verlusten führen.
Der Bebauungsplan ist ein rechtsverbindliches Instrument, das festlegt, ob auf einem Grundstück ein Einzelhandelsbetrieb überhaupt zulässig ist. Discounter müssen daher zwingend prüfen, ob ihre Anforderungen mit den kommunalen Vorgaben übereinstimmen.
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