Bachelorarbeit, 2009
78 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung
2. Bewertung von Betriebsvermögen
2.1 Begriff des Betriebsvermögens
2.2 Grundsätze der Bewertung
2.3 Hierarchie der Bewertungsmethoden
2.3.1 Prävalenz zeitnaher Transaktionswerte
2.3.2 Alternative Methoden
2.3.2.1 Marktübliche Methoden
2.3.2.2 Ertragswertmethoden
2.3.3 Entscheidungsbaum zur Bewertungshierarchie
3. Bewertungsmethoden im Erbschaftsteuerrecht
3.1 Wertableitung aus Verkäufen
3.2 Ertragswertverfahren
3.2.1 Bewertungsverfahren nach IDW S 1
3.2.1.1 Discounted Cash Flow-Verfahren nach IDW S 1
3.2.1.2 Ertragswertverfahren nach IDW S 1
3.2.1.3 Kapitalisierungszinssatz
3.2.2 Ertragswertverfahren nach AWH-Standard
3.2.3 Vereinfachtes Ertragswertverfahren
3.2.3.1 Ermittlung des zukünftig nachhaltig erzielbaren Jahresertrags
3.2.3.2 Hinzurechnungen und Kürzungen zum steuerbilanziellen Gewinn
3.2.3.3 Kapitalisierungsfaktor
3.3 Multiplikatorverfahren
3.4 Substanzwert
3.5 Wesentliche Determinanten bei der Wahl der Ertragswertmethode
3.5.1 Einfluss der Konjunktur
3.5.2 Einfluss des Kapitalisierungsfaktors
4. Begünstigung von Betriebsvermögen
4.1 Verwaltungsvermögen
4.2 Verschonungsabschlag
4.2.1 Regelverschonung
4.2.2 Optionsverschonung
4.3 Abzugsbetrag nach § 13 a Abs. 2 ErbStG
4.4 Entlastungsbetrag bei Betriebsvermögen
5. Verstöße und Gestaltung bei der Begünstigung
5.1 Schädliche Ereignisse bei der Lohnsummenregel
5.2 Verstöße gegen die Behaltensregel
5.3 Schädliche Überentnahmen
5.4 Gestaltungsmöglichkeiten
5.4.1 Verwaltungsvermögen
5.4.2 Lohnsummenklausel
5.4.3 Regierungsentwurf zur Gesetzesänderung
6. Synthese
7. Fazit
Das primäre Ziel dieser Bachelorarbeit ist eine umfassende Analyse der erbschaftsteuerlichen Bewertungsverfahren für Betriebsvermögen vor dem Hintergrund des Erbschaftsteuerreformgesetzes sowie eine Untersuchung der Begünstigungsregeln. Die Arbeit geht der Forschungsfrage nach, inwieweit die gesetzlichen Bewertungs- und Verschonungsregeln zu einer verfassungskonformen Besteuerung führen und welche steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten dem Steuerpflichtigen zur Optimierung der Bemessungsgrundlage zur Verfügung stehen.
3.2.1.1 Discounted Cash Flow-Verfahren nach IDW S 1
Beim Discounted Cash Flow-Verfahren wird der Unternehmenswert durch die Diskontierung der Zahlungsmittelüberschüsse auf den Bewertungsstichtag bestimmt. Diese international anerkannte Methode hat den Nachteil der teilweise komplexen Prognose über den zukünftigen freien Cash Flow. Cash Flows sind die erwarteten zukünftigen Zahlungen an die Kapitalgeber. Je nach dem Berechnungskonzept unterscheidet man verschiedene Varianten. Beim Konzept der gewogenen Kapitalkosten (WACC-Ansatz) und dem Konzept des angepassten Barwerts (APV-Ansatz) wird von einer Bruttokapitalisierung ausgegangen. Dabei ergibt sich der Marktwert des Eigenkapitals indirekt als Differenz aus einem Gesamtkapitalwert und dem Marktwert des Fremdkapitals. Beim Konzept der direkten Ermittlung des Eigenkapitalwertes, dem sogenannten Equity-Ansatz wird der Eigenkapitalmarktwert durch Diskontierung der, um die Fremdkapitalkosten verringerten, Cash Flows mit der Rendite des Eigenkapitals ermittelt. Dieses Konzept geht von einer Nettokapitalisierung aus.
1. Einleitung: Darstellung der Problemstellung hinsichtlich der Verfassungswidrigkeit des alten Erbschaftsteuerrechts und der daraus resultierenden Neuregelungen zum gemeinen Wert.
2. Bewertung von Betriebsvermögen: Erläuterung der Grundsätze der Gesamtbewertung, der Rechtsformneutralität sowie der gesetzlichen Bewertungshierarchie.
3. Bewertungsmethoden im Erbschaftsteuerrecht: Detaillierte Analyse und Vergleich verschiedener Bewertungsverfahren, insbesondere des vereinfachten Ertragswertverfahrens und des IDW S 1-Verfahrens.
4. Begünstigung von Betriebsvermögen: Untersuchung der Voraussetzungen für Verschonungsabschläge sowie der Auswirkungen des Verwaltungsvermögenstests.
5. Verstöße und Gestaltung bei der Begünstigung: Diskussion von Lohnsummenregelungen, Behaltensfristen und Strategien zur steueroptimierten Gestaltung.
6. Synthese: Zusammenführende kritische Analyse der Bewertungs- und Begünstigungsebene sowie der Einflüsse der Konjunktur.
7. Fazit: Kritische Schlussfolgerung zur verfassungsrechtlichen Problematik und zum Bedarf eines Systemwechsels im Erbschaftsteuerrecht.
Erbschaftsteuer, Betriebsvermögen, Unternehmensbewertung, IDW S 1, Vereinfachtes Ertragswertverfahren, Gemeiner Wert, Verschonungsabschlag, Lohnsummenregel, Verwaltungsvermögen, Diskontierungszinssatz, Rechtsformneutralität, Steuergestaltung, Art. 3 GG, Erbschaftsteuerreformgesetz, Begünstigungsebene.
Die Arbeit untersucht die erbschaftsteuerliche Bewertung von Betriebsvermögen und die Möglichkeiten zur steuerlichen Begünstigung nach dem Erbschaftsteuerreformgesetz von 2009.
Im Fokus stehen die Bewertungshierarchie, die Anwendung des vereinfachten Ertragswertverfahrens gegenüber dem IDW S 1-Standard sowie die kritische Analyse der Begünstigungsregeln und deren Gestaltungspotenziale.
Ziel ist es zu klären, ob die neuen gesetzlichen Regelungen die vom Bundesverfassungsgericht geforderte horizontale und vertikale Steuergerechtigkeit erfüllen und welche Gestaltungsspielräume den Steuerpflichtigen bleiben.
Die Arbeit nutzt eine umfassende Literaturanalyse sowie einen rechnerischen Vergleich mittels fiktiver Szenarien, um die Auswirkungen unterschiedlicher Bewertungsmethoden auf den Unternehmenswert zu veranschaulichen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Bewertungsebene (Methodenvergleich) und die Analyse der Begünstigungsebene (Verschonungsregeln, Lohnsummenklausel, Überentnahmen).
Zentrale Begriffe sind Erbschaftsteuer, Betriebsvermögen, Unternehmensbewertung, Gemeiner Wert, Verschonungsabschlag und Steuergestaltung.
Das Verfahren wird aufgrund seiner schematischen und starren Vorgaben, insbesondere bei der Festlegung des Kapitalisierungsfaktors, kritisiert, da es in vielen Fällen zu einer unangemessenen steuerlichen Mehrbelastung führt.
Wie durch Vergleichsszenarien belegt, führt die Konjunkturlage zu einer extremen Streuung der Unternehmenswerte, wobei je nach Wirtschaftslage (expansiv oder rezessiv) unterschiedliche Verfahren zu niedrigeren, steuersparenden Werten führen.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Bewertungsebene die Vorgaben des BVerfG erfüllt, die Begünstigungsebene jedoch weiterhin das Risiko einer verfassungswidrigen Ungleichbehandlung birgt.
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