Diplomarbeit, 2009
85 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung – Ist Kaufsucht eine Sucht?
2 Pathologisches Kaufen
2.1 Definition und Abgrenzung der Sucht
2.2 Merkmale der Kaufsucht
2.3 Kompensatorisches Kaufverhalten
2.4 Entstehung und auslösende Faktoren
2.5 Auswirkungen
2.6 Bewältigungsstrategien und therapeutische Ansätze
2.6.1 Bewältigungsstrategien
2.6.2 kognitiv-verhaltenstherapeutische Therapiemöglichkeiten
2.6.3 Das Erlangener Therapieprogramm zur Behandlung von pathologischem Kaufverhalten
3 Finanzielle Aspekte
3.1 Electronic Cash
3.1.1 Electronic Fund Transfer am Point of Sale (EFT-POS)
3.1.2 Electronic Cash mit Lastschriftverfahren
3.2 Kreditkarten
3.2.1 Credit-Card
3.2.2 Charge-Card
3.2.3 Debit-Card
3.3 Überweisung, Lastschrift und alternative Zahlungsmittel
3.4 Standardisierte Privatkredite und Finanzierungsmöglichkeiten
3.4.1 Dispositionskredit
3.4.2 Finanzierungsalternativen
3.5 Kaufsucht und Verschuldungsbereitschaft
4 Rechtliche Aspekte
4.1 Privatrecht
4.1.1 Schuldrecht
4.1.2 Zivilprozessordnung
4.2 Strafrecht
4.2.1 Verdacht auf Betrug / Betrug
5 Fazit
Die Diplomarbeit untersucht das Phänomen der Kaufsucht unter Berücksichtigung psychologischer, finanzieller und rechtlicher Aspekte, mit dem Ziel, die Problematik als eigenständiges Suchtverhalten zu verdeutlichen und Ansätze für deren Bewältigung und soziale Intervention aufzuzeigen.
2.2 Merkmale der Kaufsucht
„Kaufsucht lässt sich beschreiben als ein andauerndes und wiederkehrendes, fehlangepasstes Kaufen von Konsumgütern bzw. Dienstleistungen, das persönliche, familiäre und berufliche Zielsetzungen stört, nicht selten sogar sehr schwer belastet. Die Betroffenen negieren die teilweise gravierenden psychologischen, sozialen und ökonomischen Konsequenzen ihres Verhaltens. Insbesondere Distress, finanzielle Verschuldung und familiäre Zerwürfnisse bis hin zu Trennungen verursachen einen hohen Leidensdruck bei den Betroffenen. Kaufsüchtige gefährden durch ihr Suchtverhalten wichtige Bezüge zu ihrem sozialen Umfeld sowie zu ihren Ausbildungs- oder Aufstiegschancen. In Extremfällen kommt es zur Realitätsverfälschung und zu Strafhandlungen, um die Sucht finanzieren zu können.“14
Bei dieser Beschreibung von Neuner et al. wird deutlich, dass sich die Kaufsucht, wie jede andere Sucht auch, nicht nur über die psychische, sondern auch über die soziale und berufliche Ebene erstreckt. Betroffene spüren die negativen Folgen nicht nur bei sich selbst, sondern auch in ihrem sozialen Netzwerk und bei der Ausübung ihres Berufes. Auf die Auswirkungen der Kaufsucht wird in Kapitel 2.5 näher eingegangen.
Die Diagnose »Kaufsucht« steht selten allein; für Personen mit pathologischem Kaufverhalten scheint eine sehr hohe psychiatrische Komorbidität charakteristisch zu sein. Oft leiden die Betroffenen zusätzlich unter Depressionen, Angststörungen, Zwangsstörungen, Alkoholmissbrauch oder Essstörungen. Pathologisches Kaufen nimmt, wenn es über Jahre hinweg exzessiv betrieben wird, oft chronische Züge an. Meist verheimlichen die Betroffenen ihr Problem gegenüber Dritten, obwohl diese längst schon davon ahnen.15
Scherhorn et al. betonen, dass man nur dann vom Vorliegen einer Kaufsucht sprechen kann, wenn genau vier Aspekte erfüllt sind: die Abhängigkeit vom Kaufen, der unwiderstehliche Kaufdrang, die Dosissteigerung und das Auftreten von Entzugssymptomen. Im Folgenden werden diese näher beschrieben. Sind diese vier Kriterien nicht erfüllt, könne jede Tätigkeit, die als »unnormale« oder abweichende Verhaltensweise gilt, als Sucht bezeichnet werden. Diese inflationäre Verwendung des Suchtbegriffs würde wiederum einerseits dem Leidensdruck der Betroffenen nicht gerecht werden, andererseits würde es zu einer weiteren Bagatellisierung der Problematik führen.
1 Einleitung – Ist Kaufsucht eine Sucht?: Einführung in das Thema Kaufsucht, die Kontroverse um den Suchtbegriff und die gesellschaftliche Wahrnehmung sowie Einordnung der Arbeit.
2 Pathologisches Kaufen: Detaillierte Definition, Abgrenzung von Zwangsstörungen, Analyse der Entstehungsfaktoren sowie Darstellung therapeutischer Methoden wie dem Erlangener Therapieprogramm.
3 Finanzielle Aspekte: Untersuchung bargeldloser Zahlungsweisen und Kreditformen wie Dispositionskrediten sowie deren Auswirkungen auf die Verschuldungsbereitschaft von Kaufsüchtigen.
4 Rechtliche Aspekte: Beleuchtung der privatrechtlichen Konsequenzen (Schuldrecht, Zivilprozessordnung) und strafrechtlicher Risiken im Zusammenhang mit dem Kaufverhalten.
5 Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Problematik und Appell an die Bedeutung interdisziplinärer Forschung und Unterstützung für Betroffene.
Kaufsucht, Pathologisches Kaufen, Oniomanie, Sucht, Kaufdrang, Kompensatorisches Kaufverhalten, Selbstwertschwäche, Verschuldung, Dispositionskredit, Insolvenzordnung, Kognitive Verhaltenstherapie, Schuldenberatung, Schuldrecht, Betrug, Konsumverhalten
Die Arbeit behandelt die Kaufsucht als pathologisches Phänomen und untersucht insbesondere die finanziellen Risiken sowie die daraus resultierenden rechtlichen Konsequenzen für die Betroffenen.
Die zentralen Felder umfassen die psychologische Definition der Kaufsucht, die Entstehung von Schulden durch moderne Zahlungsinstrumente, rechtliche Rahmenbedingungen wie die Zivilprozessordnung sowie Therapiemöglichkeiten.
Ziel ist es, Kaufsucht als ernste Suchterkrankung zu identifizieren, die Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen aufzuzeigen und Strategien zur Bewältigung sowie zum Umgang mit Verschuldung darzustellen.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die theoretische Konzepte der Psychologie, Wirtschaftswissenschaften und Rechtswissenschaften verknüpft, um ein umfassendes Bild der Kaufsuchtproblematik zu zeichnen.
Der Hauptteil gliedert sich in die pathologische Analyse des Kaufverhaltens (einschließlich Erlangener Therapieprogramm), die finanzielle Betrachtung von Zahlungssystemen und Kreditmöglichkeiten sowie eine juristische Einordnung der Folgen.
Die wichtigsten Begriffe sind Kaufsucht, pathologisches Kaufen, Verschuldung, Selbstwertschwäche, kognitive Verhaltenstherapie und finanzielle Risiken durch Zahlungsinstrumente.
Die Unterscheidung verdeutlicht, dass nicht jedes Ausgleichen von Frustration durch Kaufen bereits eine Sucht darstellt; erst die Abhängigkeit, der Kontrollverlust und die resultierende Suchtdynamik definieren das pathologische Krankheitsbild.
Diese bargeldlosen Mittel führen oft zum Verlust des Überblicks über die eigenen Ausgaben und dienen aufgrund ihrer Einfachheit als Katalysator für einen Kaufrausch, da die unmittelbare physische "Schmerzgrenze" bei Barzahlungen entfällt.
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