Masterarbeit, 2024
94 Seiten, Note: 1,1
1. Einleitung
2. Theoretisches
2.1 Sprachsensibler Geschichtsunterricht
2.1.1 Forschungsstand
2.1.2 Sprache in Geschichte und Geschichtsunterricht
2.1.3 Begrifflichkeiten
2.1.4 Sprachliche Besonderheiten im GU
2.1.5 Definition
2.1.6 Relevanz und Entwicklung von sprachsensiblem Unterricht
2.2 Beliefs als Forschungsgegenstand
2.3 Fazit/Desiderata
3. Methodik
3.1 Qualitativ-empirische Forschung
3.2 Erhebungsmethode
3.3 Sampling
3.4 Kurzprofile der interviewten Personen
3.5 Durchführung der Interviews
3.6 Festlegung des Materials
3.7 Auswertung
3.8 Erläuterungen zur Ergebnisdarstellung
4. Ergebnisse
4.1 Sprache als Medium der Geschichte
4.2 Sprachliche Herausforderungen im Geschichtsunterricht
4.3 Bewusstsein für Sprache im Geschichtsunterricht
4.4 Beurteilungen des Ansatzes
4.5 Ansätze für Verbesserung
5. Diskussion
6. Fazit
Die Arbeit untersucht die Perspektive von Geschichtslehrkräften auf den sprachsensiblen Geschichtsunterricht (SSGU). Im Fokus steht dabei die Analyse, inwiefern Lehrkräfte über ein Bewusstsein für die sprachlichen Anforderungen im Fach verfügen, welche Hürden sie bei der Umsetzung sehen und wie ihre individuellen Überzeugungen (beliefs) diesen Prozess beeinflussen.
2.1.2 Sprache in Geschichte und Geschichtsunterricht
Geschichte = Sprache: Wenn Sprache auch in anderen Wissenschaften zum Erkenntnisgewinn eine wichtige Rolle spielt, hat sie im Bereich der Geschichte eine andere, möglichweise besondere Bedeutung. Wie bereits im Eingangszitat von Hans-Jürgen Goertz dargestellt, besteht Geschichte grundsätzlich erst einmal aus Sprache. Denn vergangene Ereignisse oder Prozesse liegen uns heute nicht unmittelbar vor, sondern meist nur in Form von durch Sprache vermittelten Narrationen. Auch die historischen Bilder oder Gegenstände, die uns nicht in sprachlicher Form vorliegen, müssen sprachlich erschlossen werden, damit man aus ihnen Kenntnisse über ihre Entstehungszeit ziehen kann. Hinzu kommen die abstrakten Konstrukte, die in der Geschichtswissenschaft genutzt werden, wie z. B. Lehnswesen, Mittelalter oder Demokratie, die uns in keiner greifbaren Form vorliegen und ausschließlich aus Sprache bestehen. Und selbst die Fakten, die allgemein als Grundlage jeder Wissenschaft gelten, liegen in Geschichte immer nur als sprachliche Konstrukte und nicht als objektiv wahrnehmbare Zustände oder Gegenstände vor. Und auch sie müssen wiederum sprachlich verknüpft werden, um eine sinnstiftende Geschichte zu generieren. Man kann also schlussfolgern, dass es im Bereich der Geschichtswissenschaft kein erkenntnis- oder sinnstiftendes Element gibt, das nicht von Sprache beeinflusst oder sogar konstruiert wird.
1. Einleitung: Die Einleitung setzt das Thema in den Kontext aktueller PISA-Ergebnisse und betont die Notwendigkeit, Sprachbildung als fachübergreifende Aufgabe auch im Geschichtsunterricht zu verankern.
2. Theoretisches: Dieses Kapitel liefert die wissenschaftliche Basis über den sprachsensiblen Geschichtsunterricht, Begriffsdefinitionen und die Relevanz von Lehrkraft-Überzeugungen.
3. Methodik: Hier wird der qualitativ-empirische Forschungsaufbau beschrieben, inklusive der Leitfadeninterviews mit sechs Lehrkräften und deren Auswertung mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Kuckartz.
4. Ergebnisse: Das Kapitel präsentiert die Analyse der Lehrer-Interviews hinsichtlich ihrer Sicht auf Sprache, erkannter Herausforderungen und angewandter methodischer Ansätze.
5. Diskussion: Die Ergebnisse werden im Rückbezug auf die theoretischen Modelle von Bernhard interpretiert und die methodische Vorgehensweise kritisch reflektiert.
6. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit politischer Rahmenbedingungen zur Unterstützung der Lehrkräfte.
Sprachsensibler Geschichtsunterricht, Sprachbildung, Sprachförderung, Geschichtsdidaktik, Lehrkräfte-Überzeugungen, Beliefs, Narrative Kompetenz, Sprachbewusstsein, Qualitativ-empirische Forschung, Scaffolding, Fachsprache, Bildungssprache, Historisches Lernen.
Die Arbeit untersucht, wie Geschichtslehrkräfte die sprachlichen Anforderungen ihres Faches wahrnehmen und inwiefern sie bereit oder in der Lage sind, sprachsensible Prinzipien in ihrem Unterricht umzusetzen.
Der Fokus liegt auf dem Zusammenhang von Sprache und Geschichte, der Rolle der Lehrkraft als Sprachvorbild, der Bewältigung sprachlicher Hürden sowie der kritischen Reflexion über bestehende Curricula.
Das primäre Ziel ist es, herauszufinden, ob Lehrkräfte über ein Bewusstsein für sprachliche Anforderungen verfügen und welche Faktoren ihre Entscheidung beeinflussen, sprachbildende Maßnahmen anzuwenden oder zu vernachlässigen.
Die Studie basiert auf einem qualitativen Forschungsansatz. Es wurden leitfadengestützte Experteninterviews mit sechs Lehrkräften geführt und mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Kuckartz ausgewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, einen methodischen Teil zur Durchführung der empirischen Erhebung sowie eine detaillierte Ergebnisdarstellung und Diskussion der Lehrer-Interviews.
Die Arbeit zeichnet sich durch die Verknüpfung von fachdidaktischer Theorie (Sprachsensibilität) mit der empirischen Untersuchung realer Lehrer-Überzeugungen (beliefs) in einem spezifisch historischen Kontext aus.
Sie ist entscheidend, da das Fach Geschichte spezifische konzeptionell schriftliche Sprachregister erfordert, während Schülern oft die Verbindung zwischen ihrem Alltagsvokabular und den anspruchsvollen fachsprachlichen Konstrukten fehlt.
Die Lehrkräfte zeigen zwar eine grundsätzliche Offenheit, sehen sich jedoch durch strukturelle Faktoren wie Zeitmangel, hohe Klassengrößen und eine unzureichende fachspezifische Ausbildung in der Umsetzung eingeschränkt.
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