Examensarbeit, 2008
94 Seiten, Note: 2
1 Einleitung
2 Religionsgeographie
2.1 Definition der Religionsgeographie
2.2 Moscheen und ihre religiöse Funktion
2.3 Die muslimische Zuwanderung
2.4 Die verschiedenen Religionsgemeinschaften in Berlin
2.4.1 Christliche Gemeinden
2.4.2 Buddhistische Gemeinde
2.4.3 Jüdische Gemeinde
2.4.4 Muslimische Gemeinden
2.5 Die räumliche Beziehung und die Interaktion der Religionsgemeinschaften untereinander im Berliner Raum
2.5.1 Räumliche Verteilung der Religionsgemeinschaften in Berlin
3 Warum kommt es bei einem Moscheebau zum Konflikt? – Differenzierung des Konfliktbegriffs und die Konfliktursachen
3.1 Definition des Konfliktbegriffs
3.2 Konfliktursachen allgemein
3.3 Konfliktaustragung und Konfliktverlauf
3.4 Konfliktakteure und Lösungsstrategien
3.4.1 Religionsgemeinschaften
3.4.2 Staatliche Institutionen
3.4.3 Politische Akteure
3.4.4 Lokale Medien
4 Der Moscheebau-Konflikt in Berlin - Heinersdorf
4.1 Topographische Lage Heinersdorfs
4.2 Bevölkerungsstruktur
4.3 Sozialstruktur
4.4 Soziale Infrastruktur
4.5 Der Verlauf des Heinersdorfer Moscheebau-Konflikts
4.6 Die Akteure in Berlin-Heinersdorf Moscheebau-Konflikt
4.6.1 Die Ahmadiyya Muslim Jamaat Deutschland e. V.
4.6.2 Ev. Kirchengemeinde Heinersdorf
4.6.3 Kirche Alt-Pankow
4.6.4 Bürgerinitiativen
4.6.5 Parteien und Behörden
4.6.6 Bezirksverordnetenvorsteher
4.6.7 Bezirksbürgermeister
4.6.8 Die Presse
4.7 Konfliktursachen des Heinersdorfer Moscheebau-Konflikts
4.7.1 Städtebaulicher Konflikt
4.7.2 Der ethnisch-kulturelle Konflikt
4.8 Bewertungen des Konfliktes
4.9 Zusammenfassung: Der Heinersdorfer Moscheebau-Konflikt als Beispiel eines symbolischen Konfliktes
5 Ausblick: Erkenntnisse im Umgang mit dem Fremden
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen und den Verlauf des Moscheebau-Konflikts in Berlin-Heinersdorf. Ziel ist es, die Konfliktdynamik zu analysieren, um Erkenntnisse zu gewinnen, die für zukünftige Vorhaben im Bereich der Religionsgeographie und städtebaulichen Konfliktforschung deeskalierend wirken können.
4.6.1 Der Ahmadiyya Muslim Jamaat Deutschland e. V.
Das Handeln der Ahmadiyya Muslim Jamaat Deutschland e. V. während des Moscheebau-Konflikts in Heinersdorf zeichnet sich durch eine hohe Professionalität aus.
Als Gründe für den Bauantrag führte sie an: Die bisherigen Räumlichkeiten in Reinickendorf sind für ihre 200 Mitglieder zu klein. Die bisherige Moschee wird den baulichen Charakteristika einer Moschee nicht gerecht, da sie in einem Wohnhaus untergebracht ist. Die neue Moschee sollte über ein Minarett verfügen.
Der Imam Abdul Basit Tariq ist der spirituelle Führer der Berliner Gemeinde und weiterer Gemeinden in Deutschland. Er repräsentiert sie in der Öffentlichkeit. Im Mittelpunkt seines Interesses steht die Religion; politische Fragen sind aufgrund seiner Rolle als Imam sekundär. In seinen Ausführungen hebt er die Friedfertigkeit der Gemeinde hervor und ist sehr an Kontakten mit Gesprächspartnern in Pankow und insbesondere Heinersdorf interessiert. Auf vielen Veranstaltungen war er präsent und beantwortete geduldig alle Fragen. Moscheebaukritiker und Kommunalpolitiker, die dem Moscheebau offen gegenüberstehen, weisen jedoch darauf hin, dass Antworten und Positionierungen zu wichtigen Fragen ausblieben oder unkonkret waren.
Das Agieren der Gemeinde ist allgemein von dem Wunsch geprägt, nicht nur von der Mehrheitsgesellschaft, sondern auch von den Moscheebaugegnern als gut integrierte Staatsbürger muslimischen Glaubens wahrgenommen zu werden. Daher versuchten Gemeindemitglieder das Interesse der Moscheegegner zu wecken, um ihnen die Gemeinde näher vorzustellen. Wie sich in Gesprächen mit Heinersdorfern herausstellte, wurde diese Offenheit jedoch von einigen Kritikern als „Missionierungsversuch“ bezeichnet und abgelehnt.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der muslimischen Zuwanderung und der zunehmenden Sichtbarkeit des Islam im deutschen Stadtbild ein, wobei der Moscheebau in Berlin-Heinersdorf als Fallbeispiel für gesellschaftliche Konflikte dient.
2 Religionsgeographie: Das Kapitel definiert den religionsgeographischen Rahmen, erläutert die Bedeutung der Moschee als religiöses Zentrum und gibt einen Überblick über die muslimische Vereinslandschaft in Berlin.
3 Warum kommt es bei einem Moscheebau zum Konflikt? – Differenzierung des Konfliktbegriffs und die Konfliktursachen: Hier werden theoretische Grundlagen der Konfliktforschung dargelegt, um das Zustandekommen von Moscheebau-Konflikten durch verschiedene Akteure und Interessenlagen besser zu verstehen.
4 Der Moscheebau-Konflikt in Berlin - Heinersdorf: Dieses Hauptkapitel analysiert detailliert den lokalen Kontext, die Akteure, den chronologischen Verlauf des Konflikts in Heinersdorf und bewertet die Ursachen als städtebauliche und identitätspolitische Auseinandersetzungen.
5 Ausblick: Erkenntnisse im Umgang mit dem Fremden: Die Arbeit schließt mit Empfehlungen für Politik, Verwaltungen und Bürger, wie durch Dialog und städtebauliche Maßnahmen Konflikte im Umgang mit religiöser Pluralität gemindert werden können.
Religionsgeographie, Moscheebau, Berlin-Heinersdorf, Konfliktforschung, Ahmadiyya Muslim Jamaat, Ethnisch-kulturelle Konflikte, Integration, Identität, Soziale Infrastruktur, Stadtentwicklung, Bürgerbeteiligung, Interreligiöser Dialog, Anerkennungskonflikte, Vereinslandschaft, Partizipation
Die Arbeit analysiert den Konflikt um den Bau einer Moschee der Ahmadiyya Muslim Jamaat in Berlin-Heinersdorf und betrachtet diesen als Beispiel für religionsgeographische und soziopolitische Auseinandersetzungen in einer pluralen Gesellschaft.
Zentrale Themen sind die Rolle von Moscheen im städtischen Raum, die Geschichte der muslimischen Zuwanderung in Deutschland sowie die theoretische Analyse von Konfliktursachen, wie etwa Identitäts- und Anerkennungskonflikte.
Das Ziel besteht darin, die Dynamik von Moscheebau-Konflikten zu verstehen, um aus dem Heinersdorfer Fall Erkenntnisse für einen deeskalierenden Umgang bei zukünftigen Bauprojekten dieser Art abzuleiten.
Die Arbeit nutzt eine stadtgeographische Perspektive und verknüpft diese mit sozialwissenschaftlicher Konfliktforschung, unter anderem durch die Auswertung von Interviews, Zeitungsberichten und vorliegenden Statistiken.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der detaillierten chronologischen Aufarbeitung des Heinersdorfer Konflikts, der Vorstellung der beteiligten Akteure (wie IPAHB, Politik und Religionsgemeinden) sowie der Differenzierung von Konfliktursachen.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Religionsgeographie, Moscheebau, Konfliktforschung, Ethnisch-kulturelle Konflikte, Anerkennung und Integration.
Die IPAHB fungierte als zentrale Akteurin der Gegenbewegung, die durch die Mobilisierung von Anwohnern und eine strategische Argumentationsführung, die sich von baurechtlichen zu ideologischen Diskursen wandelte, den Konfliktverlauf maßgeblich prägte.
Der Autor ordnet die Rolle der Gemeinde als ambivalent ein, da sie zwischen dem Bemühen um eine eigene christliche Identität und der Teilnahme an Debatten um die Ängste der Moscheegegner schwankte, was zur Folge hatte, dass Befürworter sich aus der Kirchengemeinde zurückzogen.
Die Arbeit schlussfolgert, dass es sich in Heinersdorf primär um einen symbolischen Identitätskonflikt handelte, der durch eine zu späte Information der Bevölkerung sowie latente Verlustängste der Mittelschicht befeuert wurde.
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