Diplomarbeit, 2008
76 Seiten, Note: 2,3
1. Kausalität und die Konzeption der institutionellen Interaktion
1.1 Das Kausalitätskonzept von King/Keohane/Verba
1.2 Grundlagen der Institutionellen Interaktion
1.2.1 Institutionelle Interaktion – Versuch, ein Phänomen theoretisch zu fassen
1.2.2 Institutionelle Interaktion und die Frage der Effektivität
1.2.3 Stokke’s Taxonomy of Interplay
1.2.4 Das Konzept der Kausalmechanismen von Gehring und Oberthür
1.2.4.1 Beeinflussung über die Output-Ebene
1.2.4.2 Beeinflussung über die Outcome-Ebene
1.2.4.3 Beeinflussung über die Impact-Ebene
1.2.5 Kausalmechanismen zwischen Zwang und Freiwilligkeit
1.3 Folgerungen für die empirische Untersuchung
2. Der Europäische Emissionshandel
2.1 Ausgangspunkt Kyoto-Protokoll
2.2 Aufbau und Funktionsweise des europäische Emissionshandelssystems
2.2.1 Grundprinzipien und Ziele des Emissionshandels
2.2.2 Verpflichtende Teilnahme statt Freiwilligkeit
2.2.3 Ausstattung der Unternehmen mit Zertifikaten und Start des Handels
2.2.4 Einbeziehung der flexiblen Mechanismen JI und CDM
2.3 Verknüpfung des EU-ETS mit kompatiblen Emissionshandelssystemen
3. Der geplante Schweizer Emissionshandel
3.1 Die Schweizer Klimapolitik zur Einhaltung der Kyoto-Verpflichtung
3.2 Die CO2-Lenkungsabgabe und die Möglichkeit der Abgabenbefreiung
3.3 Aufbau und Funktionsweise des geplanten Schweizer Handelssystems
3.3.1 Freiwilligkeit statt verpflichtender Teilnahme
3.3.2 Ausstattung mit Zertifikaten und Funktionsweise des Handelssystems
3.3.3 Einbeziehung der flexiblen Mechanismen CDM und JI
3.4 Zwischenfazit
4. EU-ETS und Schweizer Klimapolitik als Fall institutioneller Interaktion
4.1 Skizzierung des Interaktionsfalles
4.2 Die Kyoto-Reduktionspflichten als gemeinsamer Rahmen
4.3 Der Schweizer Emissionshandels als Produkt von Anpassungszwängen
4.3.1 Das politisch-ökonomische Übergewicht der EU und die Schweiz
4.3.2 Veränderung von Akteursinteressen in der Schweiz durch den EU-ETS
4.3.2.1 Emissionsreduktion – Benachteiligte Schweizer Wirtschaft?
4.3.2.2 Forderungen der Schweizer Wirtschaft
4.3.2.3 Einführung des Schweizer Emissionshandels mit Anschluss-Option
4.3.3 Fazit: Veränderte Akteursinteressen als Motor der Veränderung
4.3.4 Einordnung des untersuchten Falles in den theoretischen Rahmen
Die vorliegende Arbeit untersucht den kausalen Zusammenhang zwischen der Einführung des europäischen Emissionshandelssystems (EU-ETS) und der Entscheidung der Schweiz, ein eigenes, weitgehend kompatibles System zu etablieren. Ziel ist es zu prüfen, ob die Schweiz hierbei eigenständig handelte oder ob sie einem Anpassungszwang unterlag, der durch die ökonomische Dominanz der Europäischen Union und deren Klimapolitik induziert wurde.
1.2.4 Das Konzept der Kausalmechanismen von Gehring und Oberthür
In ihrem 2006 publizierten Werk „Institutional Interaction in Global Environmental Governance: Synergy and Conflict Among International and EU Policies“ haben Gehring und Oberthür im Rahmen eines umfangreichen Forschungsprojektes institutionelle Interaktion zwischen internationalen Institutionen und EU-Politiken im Umweltbereich untersucht. In diesem Rahmen wurden ein umfangreiches Konzept institutioneller Interaktion entwickelt und insgesamt 163 Interaktionsfälle systematisch untersucht.
Die Autoren identifizieren in ihrer Untersuchung insgesamt vier grundlegende Kausalmechanismen, die bei der gegenseitigen Beeinflussung von Institutionen wirken können.
Die Identifikation von grundlegenden Kausalmechanismen ist jedoch nur bei einer klaren Ursache-Wirkungs-Beziehung möglich. Dies macht es erforderlich, komplexe Interaktionsgeflechte, wie sie real auftreten, in entsprechende Interaktionsfälle zu unterteilen. Wie Gehring und Oberthür darlegen basiert jede Form institutioneller Interaktion auf einer Ursache-Wirkungs-Beziehung zwischen zwei Institutionen. Damit ist es Ihnen möglich das Phänomen der institutionellen Interaktion von Situationen abzugrenzen, in denen Institutionen sich lediglich nebeneinander entwickeln, jedoch kein kausaler Zusammenhang besteht. Jeder Interaktionsfall besteht Gehring und Oberthür zur Folge aus (1) einer Quell-Institution (die unabhängige Variable) und ihren konkreten Regeln und Entscheidungen, von denen ein Einfluss ausgeht, (2) einer Ziel-Institution (die abhängige Variable) und ihren Bereichen oder Handlungsfeldern, die das ‚Ziel’ des von der Quell-Institution ausgehenden Einflusses sind, sowie (3) einer kausalen Beziehung zwischen Quell- und Ziel-Institution, wobei der Einfluss nur in einer Richtung – von der Quelle zum Ziel – wirkt.
1. Kausalität und die Konzeption der institutionellen Interaktion: Dieses Kapitel legt das theoretische Fundament, indem es das Kausalitätskonzept von King et al. einführt und verschiedene Ansätze der institutionellen Interaktion, insbesondere die Kausalmechanismen von Gehring und Oberthür, darstellt.
2. Der Europäische Emissionshandel: Hier wird der Aufbau und die Funktionsweise des EU-ETS erläutert, wobei der Fokus auf den Grundprinzipien, der verpflichtenden Teilnahme und der Integration flexibler Mechanismen wie CDM und JI liegt.
3. Der geplante Schweizer Emissionshandel: Dieses Kapitel beschreibt das klimapolitische Vorgehen der Schweiz, die CO2-Lenkungsabgabe sowie das geplante System, welches als Option zur Abgabenbefreiung für die Wirtschaft dient.
4. EU-ETS und Schweizer Klimapolitik als Fall institutioneller Interaktion: Im Hauptteil wird die zentrale These des Anpassungszwangs geprüft, indem die wirtschaftlichen Verflechtungen analysiert und die schweizerische Klimapolitik als Reaktion auf den europäischen Kontext eingeordnet wird.
Klimapolitik, Emissionshandel, EU-ETS, Schweizer Klimapolitik, institutionelle Interaktion, Kausalmechanismen, Anpassungszwang, Kyoto-Protokoll, CO2-Lenkungsabgabe, Nachhaltigkeit, Zertifikate, ökonomische Interdependenz, internationale Politik, Verflechtung, Umweltgovernance.
Die Arbeit analysiert die klimapolitische Annäherung der Schweiz an die Europäische Union und untersucht, ob die Entscheidung für ein eigenes Emissionshandelssystem auf einem freien Lernprozess oder auf ökonomischen Anpassungszwängen beruht.
Die Schwerpunkte liegen auf der Theorie der institutionellen Interaktion, der Funktionsweise des europäischen Emissionshandels (EU-ETS) und der spezifischen Ausgestaltung der Schweizer Klimapolitik mit ihren CO2-Lenkungsabgaben.
Das primäre Ziel ist es, die These zu belegen, dass die Schweiz sich nicht freiwillig an der EU orientiert hat, sondern durch den ökonomischen Druck auf ihre exportorientierte Wirtschaft zur Einführung eines kompatiblen Systems gezwungen wurde.
Der Autor nutzt die Theorie der institutionellen Interaktion und führt ein kontrafaktisches Gedankenexperiment durch, um den kausalen Zusammenhang zwischen der Existenz des EU-ETS und der schweizerischen Entscheidung nachzuweisen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Interaktionsformen, die empirische Darstellung beider Handelssysteme sowie die detaillierte Analyse der wirtschaftlichen Abhängigkeiten als Motor für politische Veränderungen.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Institutionelle Interaktion, Emissionshandel, Anpassungszwang, Kausalmechanismen, CO2-Abgabe und ökonomische Wettbewerbsfähigkeit.
Die Schweiz ist ein Nicht-EU-Mitglied, das jedoch wirtschaftlich extrem eng mit der Union verflochten ist, was sie zu einem idealen Fallbeispiel für institutionelle Beeinflussung macht.
Verbände wie die Economiesuisse oder Cemsuisse fordern aufgrund ihrer exportorientierten und energieintensiven Strukturen gleiche Rahmenbedingungen wie in der EU, was die Politik unter Druck setzt, das System an das EU-ETS anzupassen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

