Diplomarbeit, 2009
50 Seiten, Note: 1,7
Ausgangspunkt der evangelisch-theologischen Diskussion – Eine problemorientierte Hinführung anstelle einer Einleitung
I. Biblisch-theologische Vorbemerkung
II. Menschenwürde als Zuschreibung
1.1. Johannes Fischer – Personen, nicht Organismen
1.1.1. Die Begründung der Schutzwürdigkeit menschlichen Lebens
1.1.2. Bestimmung der Menschenwürde
1.1.3. Der Status des Embryos
2. Ulrich H.-J. Körtner – Statuswechsel des Embryos
3. Reiner Anselm – Rechtfertigungstheologische Begründung
4. Zwischenbilanz
III. Menschenwürde als Merkmal allen menschlichen Seins
1. Ausgangslage
2. Wilfried Härle: Menschenwürde und Speziezismus
3. Eilert Herms – Sein im Werden
4. Der moralische Status des Embryos
5. Zwischenbilanz
IV. Zusammenschau
V. Stellungnahme und Abschluss
1. Die Begründung bei Kant
2. Theologische Stellungnahme hinsichtlich des moralischen Status von Embryonen
2.1. Was ist der Mensch?
2.2. Haben Embryonen Würde?
Die vorliegende Arbeit untersucht den moralischen Status des menschlichen Embryos innerhalb der evangelisch-theologischen Ethik. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit die Menschenwürde als Zuschreibung oder als unveräußerliches Merkmal menschlichen Seins verstanden werden kann und welche Konsequenzen dies für den Schutz von Embryonen in der modernen Reproduktionsmedizin hat.
1.1. Johannes Fischer – Personen, nicht Organismen
Vor der Frage, welchem Wesen Menschenwürde zukommt, steht zunächst eine Begriffsbestimmung. Sie komme erst einmal weder dem menschlichen Leben an sich, noch dem Organismus/ der Biologie bzw. einem Wesen der Gattung Mensch zu, sondern nur menschlichen Personen. Das menschliche Leben ist zunächst Teil seiner biologischen Natur, das Prädikat der Menschenwürde bezeichnet aber Angehörige der sozialen Welt.
Dem Menschen als Person, als Beziehungswesen, widmet sich die christliche Nächstenliebe. Seine Lebensmöglichkeiten sind zu fördern. Darum ist menschliches Leben schützenswert, weil es um den Schutz des Menschen geht, um dessen Leben es sich handelt. Wird der Lebensschutz aus der Menschenwürde abgeleitet, ist menschliches Leben zu schützen, weil und insofern es sich um das Leben eines Menschen handelt. Es sei daher irreführend, wenn in theologischen Texten in Bezug auf Embryonen von menschlichem Leben gesprochen wird, um daraus abzuleiten, dass diesen Menschenwürde zukommt.
Ausgangspunkt der evangelisch-theologischen Diskussion – Eine problemorientierte Hinführung anstelle einer Einleitung: Das Kapitel führt in die ethische Problematik des moralischen Status von Embryonen im Kontext der modernen Reproduktionsmedizin ein.
I. Biblisch-theologische Vorbemerkung: Hier werden zentrale biblische Texte zur Gottebenbildlichkeit und zur Erwählung des Menschen vor seiner Geburt theologisch expliziert.
II. Menschenwürde als Zuschreibung: Dieses Kapitel diskutiert Ansätze, die Menschenwürde nicht als biologisches Faktum, sondern als soziale Zuschreibung im relationalen Kontext betrachten.
III. Menschenwürde als Merkmal allen menschlichen Seins: Gegen die Zuschreibungsthese stellen diese Autoren das Verständnis der Menschenwürde als ontologisch begründetes Merkmal, das dem Menschen ab seinem Beginn innewohnt.
IV. Zusammenschau: Eine komparative Analyse, die Gemeinsamkeiten und Differenzen der verschiedenen theoretischen Positionen aufzeigt.
V. Stellungnahme und Abschluss: Der Autor bewertet die Konzepte kritisch im Licht kantischer Philosophie und formuliert ein theologisches Fazit zur Würde des Embryos.
Menschenwürde, Embryonenschutz, evangelische Ethik, Person-Status, Relationsontologie, Gottebenbildlichkeit, Reproduktionsmedizin, IVF, Zuschreibung, Lebensschutz, Kant, Potenzialitätsargument, Rechtfertigung, Anthropologie, moralischer Status.
Die Arbeit analysiert die ethische Debatte innerhalb der evangelischen Theologie darüber, ob und ab welchem Zeitpunkt einem menschlichen Embryo der Status einer Person und damit Menschenwürde zuzusprechen ist.
Im Zentrum stehen die Fragen nach dem Lebensschutz, der Definition von Personsein, der Bedeutung von Fortpflanzungstechnologien sowie die Unterscheidung zwischen biologischem Werden und sozialem Sein.
Die Arbeit fragt nach den theologischen Voraussetzungen und Begründungen für den moralischen Status des Embryos und prüft, ob eine einheitliche Position innerhalb der evangelischen Ethik möglich ist.
Es handelt sich um eine systematisch-theologische und ethische Analyse, die verschiedene zeitgenössische Positionen einander gegenüberstellt und in den Dialog mit philosophischen Ansätzen, insbesondere Kant, bringt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine kritische Auseinandersetzung mit dem Zuschreibungsmodell und dem ontologischen Modell, wobei die Argumente namhafter Theologen wie Fischer, Körtner, Anselm und Herms detailliert untersucht werden.
Die wichtigsten Schlagworte sind Menschenwürde, Embryonenschutz, evangelische Ethik, Person-Status, Gottebenbildlichkeit und Reproduktionsmedizin.
Fischer vertritt ein Zuschreibungsmodell, bei dem Menschenwürde an soziale Interaktion und Personsein gebunden ist, während Herms den Menschen ontologisch als „Sein im Werden“ begreift, das bereits vor der Geburt unter dem Schutz der Menschenwürde steht.
Die Gottebenbildlichkeit dient den Autoren als theologischer Ankerpunkt, um dem Menschen eine Würde zuzusprechen, die unabhängig von seinen tatsächlichen Fähigkeiten oder seinem Entwicklungsstadium besteht.
Die Arbeit problematisiert den Status der durch IVF erzeugten Embryonen, insbesondere jener, die nicht mehr zur Einpflanzung vorgesehen sind, und hinterfragt kritisch die Instrumentalisierung von menschlichem Leben zu Forschungszwecken.
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