Masterarbeit, 2023
78 Seiten, Note: 2
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Forschungsfrage
1.3 Aufbau und Forschungsmethode
2 Rechtliche Grundlagen
2.1 Die DSGVO
2.2 Verarbeitung von Gesundheitsdaten im Arbeitsverhältnis gemäß COVID-19-Maßnahmengesetz
2.3 COVID-19-Verordnungen hinsichtlich Arbeitnehmer-Datenschutzregelungen
2.4 § 16 iVm § 1157 ABGB
3 Meinungsstand
3.1 Lehrmeinungen
3.2 Auswertung
3.2.1 Fürsorgepflicht als taugliche Rechtsgrundlage
3.2.2 Ergänzender datenschutzrechtlicher Erlaubnistatbestand erforderlich
4 Eigene Meinung
4.1 Vor Einführung der 3G-Nachweispflicht - Verhältnismäßigkeit
4.1.1 Legitimer Zweck
4.1.2 Eignung
4.1.3 Erforderlichkeit
4.1.4 Angemessenheit bzw Verhältnismäßigkeit im engeren Sinne
4.1.5 Zusammenfassung
4.2 Nach Einführung der 3G-Nachweispflicht
4.3 Aktuelle Beurteilungskriterien
5 Fazit und Ausblick
5.1 Lösung
5.2 Grenzen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit analysiert den rechtlichen Rahmen und die Zulässigkeit der Verarbeitung des Impf- und Teststatus im österreichischen Arbeitsverhältnis während einer pandemischen Situation, mit dem Ziel, eine rechtssichere Handhabung unter Wahrung des Persönlichkeitsschutzes zu identifizieren.
1.1 Problemstellung
Im Arbeitsverhältnis können personenbezogene Daten einfache Stammdaten wie Name, Wohnanschrift, E-Mail-Adresse, Telefonnummer, sowie Daten zum konkreten Arbeitsverhältnis wie Tätigkeitsbezeichnung, Gehaltsstufe, Kündigungsbedingungen, aber auch Gesundheitsdaten sein. Die Arbeitgeberinnen/Arbeitgeber haben an der Gesundheit der Belegschaft grundsätzlich starkes Interesse. Daher sind sie bestrebt, Kenntnis über den Gesundheitszustand der Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer zu erhalten und eine Reihe der Gesundheitsdaten zu verarbeiten. Diesem Interesse steht das Persönlichkeitsrecht der Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer gegenüber.
Wie Haidinger in ihrer Abhandlung erwähnt, sind Gesundheitsdaten gemäß Art 4 Z 15 DSGVO jene Daten, die sich auf die körperliche und geistige Gesundheit, mitsamt der Erbringung von Gesundheitsdienstleistungen, beziehen und aus denen Informationen über den Gesundheitszustand der Person hervorgehen. Nach ErwGr 35 DSGVO zählen als Gesundheitsdaten solche, die sich auf den früheren, gegenwärtigen und künftigen körperlichen oder geistigen Gesundheitszustand beziehen. Unter die Kategorie Gesundheitszustand fallen auch Informationen über die medizinische Behandlung und etwaige Therapien sowie die Genesung.
1 Einleitung: Beleuchtung der Relevanz der Verarbeitung von Gesundheitsdaten von Arbeitnehmern im Kontext der COVID-19-Pandemie und Formulierung der Forschungsfrage.
2 Rechtliche Grundlagen: Untersuchung der datenschutzrechtlichen Rahmenbedingungen (DSGVO) und des COVID-19-Maßnahmengesetzes in Bezug auf das Arbeitsverhältnis.
3 Meinungsstand: Darstellung und Diskussion der unterschiedlichen Ansichten in der juristischen Lehre zur Rechtmäßigkeit der Datenerhebung.
4 Eigene Meinung: Detaillierte Prüfung der Verhältnismäßigkeit sowie der Voraussetzungen für eine datenschutzkonforme Verarbeitung vor und nach der 3G-Nachweispflicht.
5 Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der Ergebnisse und Vorschlag eines praktikablen Ansatzes für künftige pandemische Situationen.
Arbeitsverhältnis, Gesundheitsdaten, Datenschutz, DSGVO, COVID-19-Maßnahmengesetz, Fürsorgepflicht, 3G-Regel, Verhältnismäßigkeit, Interessenabwägung, Impfstatus, Teststatus, Persönlichkeitsschutz, Arbeitsrecht, Pandemie, Endemie.
Es geht um die rechtliche Herausforderung für Arbeitgeber, den Impf- und Teststatus ihrer Mitarbeiter während der COVID-19-Pandemie datenschutzkonform zu erheben.
Die Arbeit behandelt schwerpunktmäßig den Datenschutz im Arbeitsverhältnis, die arbeitsrechtliche Fürsorgepflicht und die Auswirkungen der COVID-19-Gesetzgebung in Österreich.
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, unter welchen genauen Voraussetzungen eine individual- und datenschutzrechtlich zulässige Verarbeitung von Impf- und Teststatus am Arbeitsplatz möglich ist.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literatur- und Judikaturrecherche sowie einer juristischen Auslegungsmethode, um Lösungsansätze zu entwickeln.
Der Hauptteil analysiert die rechtlichen Grundlagen, wertet den aktuellen theoretischen Meinungsstand aus und bietet eine eigene rechtliche Bewertung anhand der Verhältnismäßigkeitsprüfung.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Datenschutz, Gesundheitsdaten im Arbeitsverhältnis, Fürsorgepflicht (§ 1157 ABGB), Datenverarbeitung und Verhältnismäßigkeitsprüfung.
Sie differenziert zwischen der Zeit vor und nach Einführung der 3G-Nachweispflicht am Arbeitsplatz und berücksichtigt zudem die aktuelle Entwicklung hin zu einer Endemie.
Der Autor hinterfragt, wie der Begriff "Ermitteln" gemäß den COVID-19-Verordnungen genau auszulegen ist, da das Verbot der Aufbewahrung dieser Daten die praktische Kontrolle im Arbeitsalltag erschwert.
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