Masterarbeit, 2020
94 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Das Implementationsmodell als Ordnungsvorschlag
3. Implementation von Schulbegleitung
3.1. Problemdefinition/ Problemformierung : Voraussetzungen inklusiver Bildung
3.2. Programmentwicklung: Rechtliche und strukturelle Rahmenbedingungen
3.2.1. Umsetzung in Hamburg
3.2.2. Umsetzung in Nordrhein-Westfalen
3.2.3. Umsetzung in Schleswig-Holstein
3.3. Programmumsetzung: Tätigkeitsbereich
3.4. Output: Forschungsstand zur Zusammenarbeit mit den Lehrkräften
3.5. Impact: Professionalisierungsdebatte
3.6. Fazit
4. Spannungsfelder zwischen den Akteur*innen
4.1. Schulbegleitung im „Akteursdickicht“
4.2. Schulbegleitung im schulischen Team
4.3. Arbeitsort vs. Arbeitgeber
4.4. Schulbegleitung in der Klasse
4.5. Beziehung zwischen Schulbegleitung und begleitetem Kind
4.6. Abhängigkeit vs. Selbstständigkeit des begleiteten Kindes
4.7. Schlussfolgerungen
5. Schule im Kontext von Organisationsentwicklung
5.1. Schulentwicklung
5.2. Schule als lernende Organisation
5.2.1. Kritik
5.3. Kooperation im System Schule
5.4. Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfe
5.5. Forschungsstand der Kooperation im multiprofessionellen Team
5.6. Professionelle Kooperation
5.6.1. Voraussetzungen für Kooperation im multiprofessionellen Team
5.7. Zusammenfassung
6. Analyse ausgewählter Konzepte zur Implementation von Schulbegleitung in der Praxis
6.1. Modell I: Professionalisierung des schulischen Teams
6.1.1. Das BMBF-Verbundprojekt „ProFiS“
6.1.2. Die Erich-Kästner-Schule in Hamburg
6.2. Modell II: Das Pool-Modell als Perspektive für Schulbegleitung
6.2.1. Rechtliche Neuerungen im Rahmen des BTHG
6.2.2. Das IBiS Modell
6.3. Modell III: Systemverschränkung von Schule, Jugendhilfe und Eingliederungshilfe
6.3.1. Organisation im Sozialraum
6.3.2. Systemische Poollösung: Schulbegleitung in Nordfriesland
6.4. Konklusionen für die Umsetzung von Kooperation
7. Ergebnisdarstellung
7.1. Literaturrecherche
7.2. Analyse der Konzepte
8. Diskussion und Ausblick
8.1. Reflexion
8.2. Perspektiven für die Maßnahme Schulbegleitung und die weitere Praxis in der Schule
Die Arbeit untersucht die komplexe Implementation der Schulbegleitung im deutschen Schulsystem. Ziel ist es, die Rolle der Schulbegleitung im Kontext der Schulentwicklung und notwendiger multiprofessioneller Kooperationsprozesse zu charakterisieren und dabei bestehende Diskrepanzen zwischen rechtlichen Vorgaben und der praktischen Anwendung aufzudecken, um abschließend Lösungsmodelle für eine zukünftige Ausgestaltung zu diskutieren.
3.1. Problemdefinition/ Problemformierung : Voraussetzungen inklusiver Bildung
Die Maßnahme der Schulbegleitung fokussiert das Ziel, die Teilhabe an Bildung für alle Schüler*innen zu ermöglichen. Die dabei zugrunde liegenden Definitionen und Ziele inklusiver Bildung müssen daher auf rechtlicher sowie struktureller Ebene näher betrachtet werden, da durch sie im weiteren Prozess die Ausgestaltungsmöglichkeiten der Maßnahme definiert werden.
Ein erster Auslöser für die gesamte Inklusionsdebatte ist die UN Behindertenrechtskonvention (UN BRK) von 2009, über die mittlerweile eine große Vielfalt an Auseinandersetzungen und Bezugnahmen besteht, da sie die Ziele der Inklusion gesellschaftlich benachteiligter Menschen auf zum Zeitpunkt ihres Erscheinens äußerst präzise Weise benannte. In Zusammenhang mit inklusiver Bildung steht der Artikel 24, mit welchem die Vertragsstaaten sich dazu verpflichten, das Recht von Menschen mit Behinderung auf Bildung anzuerkennen und ein dementsprechendes, inklusives Bildungssystem herzustellen. Dieses soll Chancengleichheit garantieren, sodass Menschen mit Behinderung ihre Persönlichkeit frei entfalten und entwickeln können. Ferner soll die Teilhabe an der Gesellschaft möglich werden. Dies beinhaltet insbesondere, dass die Betroffenen uneingeschränkten „Zugang zu einem integrativen, hochwertigen und unentgeltlichen Unterricht an Grundschulen und weiterführenden Schulen haben“ (UN BRK, Art. 24, Abs. 2b; ausführlicher UN BRK Art. 24, Abs. 1/2) und Vorkehrungen innerhalb des Systems so getroffen werden, dass die Bedürfnisse jedes*r Einzelnen berücksichtigt werden können.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die kontroverse Debatte um die Schulbegleitung in Hamburg und Deutschland und verdeutlicht die Notwendigkeit, diese Maßnahme in den Kontext von Inklusion und Schulentwicklung zu stellen.
2. Das Implementationsmodell als Ordnungsvorschlag: Dieses Kapitel führt das theoretische Implementationsmodell nach Beck sowie Flynn und Nitsch ein, um die komplexe und oft widersprüchliche Umsetzung von Schulbegleitung strukturiert analysieren zu können.
3. Implementation von Schulbegleitung: Hier wird der Status quo der Schulbegleitung behandelt, wobei rechtliche Rahmenbedingungen und der Mangel an einheitlichen Konzepten beleuchtet werden.
4. Spannungsfelder zwischen den Akteur*innen: Das Kapitel identifiziert spezifische Konfliktpotenziale, die entstehen, wenn verschiedene Akteure wie Schulen und Jugendhilfeträger in einem gemeinsamen, aber oft unklaren professionellen Kontext agieren.
5. Schule im Kontext von Organisationsentwicklung: Analysiert werden hier die transformationellen Aspekte von Schule und die grundlegende Bedeutung der multiprofessionellen Kooperation für den Erfolg inklusiver Beschulung.
6. Analyse ausgewählter Konzepte zur Implementation von Schulbegleitung in der Praxis: Anhand dreier Modelle (Professionalisierung, Pool-Modell, Systemverschränkung) werden konkrete Ansätze zur verbesserten Organisationsstruktur der Schulbegleitung untersucht.
7. Ergebnisdarstellung: Zusammenführung der Erkenntnisse aus der Literaturrecherche und der Analyse, um die Kausalzusammenhänge zwischen Stufen des Implementationsmodells und der Praxis darzustellen.
8. Diskussion und Ausblick: Kritische Reflexion der Forschungsergebnisse und Aufzeigen offener Fragen zur Professionalisierung der Schulbegleitung sowie zum weiteren wissenschaftlichen Forschungsbedarf.
Schulbegleitung, Inklusion, Schulentwicklung, Multiprofessionelle Kooperation, Implementationsmodell, Schulsystem, Jugendhilfe, Eingliederungshilfe, Professionalisierung, Pool-Modell, Bildungsauftrag, UN-BRK, Zusammenarbeitskonzepte, Rollenklärung, Organisationales Lernen.
Die Arbeit analysiert die Maßnahme Schulbegleitung im deutschen Schulsystem. Dabei wird untersucht, wie die oft fragmentierte und wenig abgestimmte Umsetzung rechtlicher Vorgaben zu Spannungsfeldern führt und welche Lösungsansätze existieren, um Teilhabe an Bildung im inklusiven Kontext besser zu gewährleisten.
Zentrale Themen sind die rechtlichen Rahmenbedingungen der Eingliederungshilfe, das Konzept der Schulentwicklung auf Basis der Organisationsentwicklung, die Bedeutung multiprofessioneller Kooperation und die Herausforderungen der Rollenfindung und Professionalisierung von Schulbegleitungen.
Das Ziel ist es, die Komplexität der Implementation von Schulbegleitung zu charakterisieren, den aktuellen Forschungsstand systematisch darzustellen und anhand von Praxisbeispielen (Modellanalysen) aufzuzeigen, wie künftig ein strukturierter und kooperativer Umgang mit dieser Maßnahme aussehen kann.
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse unter Heranziehung eines theoretischen Implementationsmodells (nach Beck) als Betrachtungsrahmen. Zudem werden ausgewählte Praxisbeispiele als Fallstudien herangezogen, um verschiedene Konzepte zur Implementation und Kooperation zu vergleichen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung durch das Implementationsmodell, eine detaillierte Analyse der bestehenden Konflikte zwischen den beteiligten Akteuren sowie eine vergleichende Darstellung dreier Implementationsmodelle aus dem Bereich der Schulpraxis.
Wichtige Begriffe sind Schulbegleitung, Inklusion, multiprofessionelle Kooperation, Organisationsentwicklung, Rollentrennung, Pool-Lösungen und das Spannungsfeld zwischen Einzelfallhilfe und Systemverantwortung der Schule.
Der Gesetzgeber schafft durch Bundesgesetze wie das BTHG zwar den Rahmen für die Teilhabe, überlässt die konkrete finanzielle und praktische Ausgestaltung jedoch weitgehend den Kommunen und Ländern, was die Vielfalt an Modellen und die auftretenden Diskrepanzen in der Praxis erklärt.
Hamburg zeichnet sich dadurch aus, dass die Schulen – und nicht die Eltern – die Unterstützung beantragen, und es auf das Konzept des Ressourcenvorbehalts verzichtet, was die schulinternen Verantwortungsstrukturen von der Elterninitiative unabhängiger macht.
Das Mündigkeitsparadoxon beschreibt den Widerspruch, dass Schulbegleitung zwar helfen soll, die Schülerin oder den Schüler zur Selbstständigkeit zu befähigen (das Ziel der Pädagogik), die dafür notwendige Fachlichkeit jedoch oft nicht gegeben ist und das System tendenziell die Abhängigkeit von der Hilfe verstetigt, anstatt den Lernenden überflüssig zu machen.
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