Diplomarbeit, 2008
151 Seiten, Note: 1.0
1. Zielsetzung der Untersuchung
2. Begriffliche und theoretische Grundlagen
2.1. Begriffsabgrenzung des deutschen Mittelstandes
2.1.1. Größenklassen nach dem Handelsgesetzbuch
2.1.2. Mittelstandsdefinition des IfM Bonn
2.1.3. Mittelstandsdefinition der Europäischen Union
2.2. Besondere Charakteristika des deutschen Mittelstandes
2.2.1. Finanzierungsquellen des Mittelstandes
2.2.2. Bilanzstruktur des Mittelstandes
2.3. Definition und Grundlagen des Ratings
2.3.1. Die Ratingskalen von Standard & Poor’s und Moody’s
2.3.2. Abgrenzung von bankinternen und externen Ratings
2.3.3. Interpretation des Ratingurteils
2.3.4. Mathematisch-statistische Ratingmodelle als Grundlage des Ratings
3. Basel II und die Notwendigkeit der Ratingoptimierung für KMU
3.1. Entwicklung von Basel I zu Basel II
3.2. Wesentliche Veränderungen durch Basel II
3.3. Ausnahmeregelungen für KMU
3.4. Auswirkungen der Ratingnote auf die Finanzierungskosten von KMU
4. Optimierungsansätze für quantitative Ratingfaktoren
4.1. Ratingstrategie und Rating-Advisory als Grundlage der Ratingoptimierung
4.2. Optimierung der Transparenz und Kommunikation
4.3. Optimierung der Unternehmensrisiken
4.4. Optimierung durch wertorientiertes strategisches Management
4.5. Optimierung der Finanzplanung und Finanzierung
4.6. Verbesserungen im Bereich Unternehmensstrategie und Management
4.7. Verbesserungen im Controlling und Berichtswesen
4.8. Verbesserungen im Umgang mit Marktrisiken
4.9. Verbesserungen der Lieferanten- und Kundenabhängigkeiten
5. Internes Finanzrating am Beispiel von Moody’s KMV RiskCalc
5.1. Modellentwicklung
5.2. Analyse und Gewichtung der einbezogenen Kennzahlen
5.3. Kennzahlenreaktionen auf Veränderungen der Finanzierungsstruktur
5.4. Besonderheiten des Modells
6. Empirische Analyse von Finanzierungsmaßnahmen zur Ratingoptimierung von KMU
6.1. Aufbau der Analyse
6.1.1. Strukturierung der durchschnittlichen Modellunternehmen
6.1.2. Ausgangsratings der durchschnittlichen KMU
6.2. Einfluss von Factoring auf das Ratingurteil
6.2.1. Auswirkung des Factoring auf Bilanz und GuV
6.2.2. Moody’s RiskCalc-Rating nach Factoring
6.3. Einfluss von Leasing auf das Ratingurteil
6.3.1. Wirkung des Leasing auf Bilanz und GuV
6.3.2. Moody’s RiskCalc-Rating nach Leasing
6.4. Einfluss von Sale-and-lease-back auf das Ratingurteil
6.4.1. Wirkung des Sale-and-lease-back auf Bilanz und GuV
6.4.2. Moody’s RiskCalc-Rating nach Sale-and-lease-back
6.5. Einfluss von Vorratsoptimierungen auf das Ratingurteil
6.5.1. Wirkung der Vorratsoptimierung auf Bilanz und GuV
6.5.2. Moody’s RiskCalc-Rating nach der Vorratsoptimierung
6.6. Einfluss von Mezzanine-Kapital auf das Ratingurteil
6.6.1. Wirkung des Mezzanine-Kapitals auf Bilanz und GuV
6.6.2. Moody’s RiskCalc-Rating nach der Mezzanine-Finanzierung
6.7. Einfluss der Kombination von Mezzanine-Kapital und Factoring auf das Ratingurteil
6.8. Einfluss von Beteiligungskapital auf das Ratingurteil
6.8.1. Wirkung des Beteiligungskapitals auf Bilanz und GuV
6.8.2. Moody’s RiskCalc-Rating nach der Beteiligungsfinanzierung
6.9. Einfluss der Ausgliederung von Pensionsrückstellungen auf das Ratingurteil
6.9.1. Wirkung der Ausgliederung der Pensionsrückstellungen auf Bilanz und GuV
6.9.2. Moody’s RiskCalc-Rating nach Ausgliederung der Pensionsrückstellungen
6.10. Bilanzpolitik und deren Konsequenzen für das Rating
6.11. Ratingeinfluss von Gestaltungsspielräumen in der GuV
7. Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse
7.1. Reaktion der RiskCalc-Kennzahlen auf die Finanzierungsmaßnahmen
7.2. Reaktion der Ausfallwahrscheinlichkeiten und des Ratingurteils auf die Finanzierungsmaßnahmen
7.3. Auswirkungen der Ratingveränderungen auf die Finanzierungskosten
8. Kritische Würdigung der Ergebnisse und Handlungsempfehlungen für KMU
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung des Nutzens, der durch die Optimierung der Bilanz- und Finanzierungsstruktur von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) im Hinblick auf das resultierende Ratingurteil und die damit verbundenen Finanzierungskosten erzielt werden kann. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob und in welchem Umfang alternative Finanzierungsmaßnahmen das Rating von mittelständischen Unternehmen signifikant verbessern können, um so vorteilhaftere Zinskonditionen zu erreichen.
1. Zielsetzung der Untersuchung
Gegenwärtig tragen die Auswirkungen der US-Hypothekenkrise dazu bei, dass sich Firmenkredite verteuern und Banken bei der Vergabe von neuen Krediten zurückhaltender agieren. Die Zurückhaltung der Banken bezüglich der Kreditvergabe, wurde jedoch bereits im Zuge der Umsetzung der neuen Baseler Eigenkapitalvereinbarung (Basel II) verstärkt. Vollständig umgesetzt ist Basel II seit Beginn des Jahres 2008. Nach den bisherigen Basel-I-Regelungen mussten Banken pauschal acht Prozent der Kreditforderungen mit Eigenkapital hinterlegen. Die neue Regelung schreibt eine risikoorientierte, d. h. an den individuellen Ausfallrisiken der Kreditnehmer ausgerichtete, Eigenkapitalunterlegung vor. Für die zukünftige Finanzierung von Unternehmen bedeutet Basel II, dass keine Kreditvergabe ohne ein zuvor durchgeführtes Rating möglich ist.
Im Rahmen eines Ratings werden die Risiken der kreditsuchenden Unternehmen als Ausfallwahrscheinlichkeiten abgebildet, die auch als Probability of Default (PD) charakterisiert werden. Im Mittelpunkt der Kreditverhandlungen steht die auf mathematisch-statistischen Modellen beruhende Ratingnote. Je ungünstiger das Ratingurteil ausfällt, desto mehr haftendes Eigenkapital muss die Bank bereitstellen. Ein schlechtes Ratingergebnis hat damit direkten Einfluss auf die Zinskonditionen des Unternehmens, da die Bank bei höherer Eigenkapitalhinterlegungspflicht eine höhere Marge veranschlagt, um die Eigenkapitalrentabilität zu erhalten. Nicht nur die Zins- und Konditionengestaltung werden durch das Ratingergebnis bestimmt, sondern auch die Anforderungen an zu leistende Sicherheiten und die Höhe des möglichen Kreditvolumens. Daher hat sich die Berücksichtigung von Ratingaspekten zu einem nicht zu vernachlässigenden Gesichtspunkt entwickelt.
1. Zielsetzung der Untersuchung: Diese Einleitung erläutert die Relevanz von Ratings vor dem Hintergrund von Basel II und definiert die zentrale Fragestellung der Arbeit bezüglich der Finanzierungskostenoptimierung.
2. Begriffliche und theoretische Grundlagen: Das Kapitel definiert den KMU-Begriff, beschreibt die Struktur des Mittelstandes und legt die theoretischen Grundlagen von Ratings sowie deren Bedeutung für die Unternehmensfinanzierung dar.
3. Basel II und die Notwendigkeit der Ratingoptimierung für KMU: Es werden die Auswirkungen von Basel II auf die Eigenkapitalanforderungen der Banken und die daraus resultierende Notwendigkeit für KMU erörtert, ihre Bonität aktiv zu steuern.
4. Optimierungsansätze für quantitative Ratingfaktoren: Dieses Kapitel stellt strategische Handlungsfelder vor, um sowohl quantitative als auch qualitative Ratingfaktoren durch gezieltes Management zu verbessern.
5. Internes Finanzrating am Beispiel von Moody’s KMV RiskCalc: Das Kapitel analysiert das konkrete Rating-Tool „RiskCalc“, seine Kennzahlen und deren Bedeutung für die Einschätzung des Ausfallrisikos.
6. Empirische Analyse von Finanzierungsmaßnahmen zur Ratingoptimierung von KMU: Der Kernteil der Arbeit überprüft anhand verschiedener Finanzierungsmodelle wie Factoring oder Leasing, wie diese sich konkret auf die Bilanzkennzahlen und das Rating auswirken.
7. Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse: Die Ergebnisse aus der empirischen Analyse werden zusammengefasst und die Auswirkungen der Ratingveränderungen auf die Zinsersparnisse quantifiziert.
8. Kritische Würdigung der Ergebnisse und Handlungsempfehlungen für KMU: Abschließend erfolgt eine kritische Reflexion der Ergebnisse sowie die Ableitung von Handlungsempfehlungen für die Unternehmenspraxis.
Ratingoptimierung, Basel II, KMU, Finanzierungskosten, Kreditwürdigkeit, Moody’s KMV RiskCalc, Eigenkapitalquote, Factoring, Leasing, Mezzanine-Kapital, Bilanzstruktur, Ausfallwahrscheinlichkeit, Probability of Default, Finanzrating, Bonitätsrisiko.
Die Arbeit untersucht, wie kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ihre Bilanz- und Finanzierungsstruktur optimieren können, um ein besseres Rating zu erhalten und damit verbundene Finanzierungskosten zu senken.
Die zentralen Themen sind Basel II, bankinterne Ratings, die finanzielle Strukturierung von KMU und der Einsatz alternativer Finanzierungsinstrumente.
Die Forschungsfrage ist, ob durch gezielte finanzwirtschaftliche Maßnahmen eine messbare Ratingverbesserung erzielt werden kann und welche Auswirkungen dies auf die Zinsbelastung der Unternehmen hat.
Es wird eine empirische Analyse durchgeführt, bei der Modellunternehmen auf Basis von Bundesbank-Daten simuliert und mithilfe von Moody’s RiskCalc auf verschiedene Finanzierungsszenarien hin untersucht werden.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen von Ratings, stellt das RiskCalc-Modell vor und analysiert detailliert die Effekte von Maßnahmen wie Factoring, Leasing, Vorratsoptimierung und Mezzanine-Kapital auf das Rating.
Zu den prägenden Schlüsselwörtern gehören Ratingoptimierung, Basel II, Finanzierungskosten, Eigenkapitalquote und Risikomanagement.
Die Analyse zeigt überraschenderweise, dass die Ausgliederung in diesem Modell tendenziell zu einer Verschlechterung des Ratings führt, da die dafür notwendige Liquidität das Unternehmen schwächt.
Die Kombination dieser Instrumente erwies sich als besonders wirkungsvoll, da sie die höchsten Reduktionen der Ausfallwahrscheinlichkeit erzielte und eine signifikante Ratingverbesserung ermöglichte.
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