Bachelorarbeit, 2018
63 Seiten, Note: 1,3
Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung
1 Die Nürnberger Königstorpassage als „Angstraum“ infolge medialer Diskurse?
2 Disziplin der Wahrnehmungsgeographie
2. 1 Subjektive Wahrnehmung von Raum und Umwelt
2. 2 Mental Maps – Kognitive Wahrnehmung und Repräsentation der Umwelt
3 Einflüsse auf den direkten und indirekten Wahrnehmungsraum
3. 1 Unterschiede zwischen medialer Beeinflussung und persönlicher Erfahrung
3. 2 Exkurs: Suche und Repräsentation von Berichterstattungen
3. 3 Die Bedeutung der Medien im Wahrnehmungsprozess
4 Raumvorstellung der Nürnberger Königstorpassage – Wahrnehmung von Sicherheit?
4. 1 Wahrnehmung von Sicherheit und Ordnung im räumlichen Kontext
4. 2 Unsichere Räume und Orte? – Theorien und Merkmale
4. 3 Kriminalitätsfurcht und Angsträume – Mediale Einflüsse
5 Erläuterung der Methodik
5. 1 Methodische Vorgehensweise
5. 2 Auswahl der Interviewpartner
5. 3 Allgemeiner Ablauf und Eindrücke
6 Auswertung und Darstellung der Ergebnisse
6. 1 Die Königstorpassage und ihre Passanten – Bedeutung und Wahrnehmung
6. 2 Allgemeine Bewertung und Einschätzung der Königstorpassage
6. 3 Bedeutung und Auswirkungen medialer Diskurse auf die Wahrnehmung
7 Wahrnehmung der Königstorpassage im Kontext von Sicherheit – Rolle der Medien?
Die Arbeit untersucht den Einfluss negativer medialer Berichterstattung auf die subjektive Wahrnehmung und das Sicherheitsempfinden von Passanten im Kontext der Nürnberger Königstorpassage. Zentral ist dabei die Frage, inwieweit mediale Diskurse, die den Ort als "kriminalitätsbelastet" stilisieren, das reale Alltagsempfinden derjenigen beeinflussen, die den Ort regelmäßig passieren.
1 Die Nürnberger Königstorpassage als „Angstraum“ infolge medialer Diskurse?
Zu Beginn soll in diesem Kapitel ein Überblick über den Hintergrund und die grundlegende Thematik der Arbeit gegeben werden. Daraus ableitend wird die Relevanz des Themas herausgestellt und daraufhin die daraus entwickelte Frage- und Problemstellung näher beschrieben und präsentiert. Abschließend soll der konkrete Ablauf und Aufbau der Arbeit erläutert und begründet werden. Dieses Vorgehen soll den allgemeinen Rahmen des Forschungsablaufes und den Prozess zur Beantwortung der zentralen Forschungsfrage darlegen.
„Große Sicherheitsprobleme rund um Königstorpassage und Hauptbahnhof“ (MARKT- SPIEGEL: 2016); „No-Go-Area Königstorpassage?: Ich würde nachts hier nicht vorbeilaufen wollen“ (BARTH: 2017); „Zwischen vorglühenden Teenagern, Trinkern, Obdachlosen und Dealern: Die Königstorpassage im Hauptbahnhof bleibt ein Problemfall in der Stadt - und zwar rund um die Uhr“ (PAUL: 2017).
Immer wieder berichten lokale Nürnberger Tageszeitungen und Landesrundfunkveranstalter über die Nürnberger Königstorpassage – eine unterirdische Passage, die den Hauptbahnhof der Stadt Nürnberg, dessen Altstadt, sowie mehrere U-Bahn-Stationen miteinander verbindet (vgl. ... 2017). Wie im Falle der Königstorpassage stellt der vergleichsweise hohe Bezug zur Kriminalität und Unsicherheit im urbanen Raum in den Lokalteilen regionaler Zeitungen grundsätzlich nichts Ungewöhnliches dar (vgl. VAN UM et al. 2015: 293f). In diesem Zusammenhang werden häufig die Kriminalitätsentwicklung, tatsächliche vor Ort auftretende Unsicherheiten und, oder Unsicherheitsgefühle seitens der Bevölkerung angesprochen und impliziert (siehe Abbildung 1).
1 Die Nürnberger Königstorpassage als „Angstraum“ infolge medialer Diskurse?: Einleitung in die Thematik, Herleitung der Forschungsfrage und Überblick über den strukturellen Aufbau der Bachelorarbeit.
2 Disziplin der Wahrnehmungsgeographie: Theoretische Einordnung der Disziplin sowie Erläuterung grundlegender Konzepte wie der subjektiven Raumwahrnehmung und mentaler Karten.
3 Einflüsse auf den direkten und indirekten Wahrnehmungsraum: Analyse der Differenz zwischen persönlich erlebten Raumindikatoren und durch Medien vermittelte sekundäre Rauminformationen.
4 Raumvorstellung der Nürnberger Königstorpassage – Wahrnehmung von Sicherheit?: Theoretische Fundierung von Unsicherheitsgefühlen im städtischen Raum und Einbettung des Fallbeispiels in den Kontext der Kriminalitätsfurcht.
5 Erläuterung der Methodik: Darlegung des qualitativ-empirischen Forschungsansatzes, Begründung der Auswahl leitfadengestützter Interviews und Vorstellung des Vorgehens bei der Mental-Map-Analyse.
6 Auswertung und Darstellung der Ergebnisse: Präsentation und Interpretation der gesammelten Daten hinsichtlich der Passantenwahrnehmung sowie der Auswirkungen der medialen Thematisierung.
7 Wahrnehmung der Königstorpassage im Kontext von Sicherheit – Rolle der Medien?: Synthese der Ergebnisse, Beantwortung der Forschungsfrage und abschließende Reflexion über das Zusammenspiel von Medien und subjektivem Sicherheitsempfinden.
Wahrnehmungsgeographie, Königstorpassage, Kriminalitätsfurcht, mediale Berichterstattung, Mental Maps, urbane Sicherheit, subjektive Wahrnehmung, Angstraum, qualitative Forschung, Raumvorstellung, Sicherheitsempfinden, Stadtforschung, Massenmedien, Diskursanalyse, Nürnberg.
Die Arbeit untersucht, wie mediale Diskurse die Wahrnehmung eines konkreten städtischen Raumes – der Nürnberger Königstorpassage – beeinflussen und ob diese Medienberichte bei den Passanten ein Gefühl von Unsicherheit oder Angst auslösen.
Die zentralen Felder sind die Wahrnehmungsgeographie, Kriminalitätsfurcht im urbanen Raum, die Rolle der Massenmedien bei der Konstruktion von Orten sowie die subjektive Bewertung städtischer Lebensumwelten durch Bewohner und Nutzer.
Das Ziel ist es, zu analysieren, inwieweit die mediale Repräsentation eines Ortes als "unsicher" die tatsächliche Wahrnehmung der Passanten überlagert oder verändert.
Es wird ein qualitativer Ansatz gewählt. Dies umfasst leitfadengestützte Interviews mit zwölf Probanden sowie die Erstellung und Auswertung von "Mental Maps", um die subjektiven Raumvorstellungen der Befragten greifbar zu machen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Wahrnehmungsgeographie und Medienwirkungen sowie in den empirischen Teil, in dem die Interviews ausgewertet werden, um die subjektive Bedeutung und Sicherheitseinschätzung der Passage zu hinterfragen.
Wichtige Begriffe sind Wahrnehmungsgeographie, Königstorpassage, Kriminalitätsfurcht, mediale Berichterstattung, Mental Maps sowie subjektive Unsicherheit.
Die Befragten nehmen die Passage zwar häufig als ästhetisch unangenehm oder "schmuddelig" wahr, jedoch äußern nur sehr wenige ein echtes, akutes Angstgefühl, das ihr alltägliches Handeln stark einschränkt.
Der Einfluss ist differenziert: Während einige das Medienbild als "übertrieben" kritisieren, bestätigt es bei anderen ihren bereits bestehenden negativen Eindruck; für Menschen, die den Ort kaum kennen, kann die Berichterstattung jedoch die Wahrnehmung eher negativ prägen.
Nein. Die Befragten betrachten die Passage mehrheitlich als einen belebten Verkehrsknotenpunkt, bei dem man ein gewisses Maß an städtischer Aufmerksamkeit walten lassen muss, der aber nicht per se als "Angstraum" für sie persönlich definiert wird.
Die Mental Maps ermöglichen es, die individuellen "kognitiven Karten" der Probanden freizulegen. Sie zeigen auf, welche Orte innerhalb der Passage als besonders kritisch (Gerüche, unübersichtliche Ecken) markiert werden und wie die Passanten ihre Wege durch den Raum planen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

