Bachelorarbeit, 2023
55 Seiten, Note: 1.3
1. Einleitung
2. Die Vorstellung des Werkes Enter the Void
3. Rauscherzeugende Umsetzung des Films
3.1 Stream of Consciousness und das erzähltheoretische Modell
3.2 Drogen, Träume und Erinnerungswelten
3.3 Das deleuzianische Bewegungs- und Zeit-Bild
3.4 Die Figurenidentifikation, Empathie und Erzählperspektive
3.5 Effekt der Reizüberflutung
3.6 Immersive Strategien
4. Theoretische Anwendungen auf Gaspar Noes Film Enter the Void
4.1 Vorspann und ENTER
4.2 Erzählperspektivischer Stil und audiovisuelle Gestaltung
4.3 Zeitperioden, Erinnerungen und Räumlichkeiten
4.4 Drogen: Medium und Rauschmittel
4.5 Abspann und the Void
5. Fazit
Die Arbeit untersucht, wie filmische Mittel und Strategien in Gaspar Noes Film „Enter the Void“ genutzt werden, um beim Zuschauer einen Zustand der Immersion und rauschhafte Wahrnehmungen zu erzeugen, die die Grenze zwischen Fiktion und Realität verwischen.
3.1. Stream of Consciousness und das erzähltheoretische Modell
Bei Rauscherfahrungen geht es in erster Linie um Bewusstseinsinhalte von berauschten Personen. Für eine Analyse in Bezug auf rauscherzeugende Substanzen im Film ist zunächst festzustellen, wie das menschliche Bewusstsein auf psychologischer Ebene funktioniert. Daraufhin kann analysiert werden, in welcher Art und Weise das individuelle Innenleben und der Strom des subjektiven Bewusstseins der Figur, audiovisuell im Film dargestellt werden.
Ein Bewusstseinsstrom ist eine Erzähltechnik, die von dem amerikanischen Philosophen und Psychologen William James in The Principles of Psychology im Jahr 1890 hervorgebracht wurde. William James beschreibt in seiner Arbeit Principles of Psychology fünf Prinzipien des Bewusstseins, die in den folgenden Punkten aufgeführt sind: 1) Jeder Gedanke neigt dazu, Teil eines persönlichen Bewusstseins zu sein. 2) In jedem persönlichen Bewusstsein ändert sich das Denken ständig. 3) Die Vorgänge des Bewusstseins sind kontinuierlich. In jedem persönlichen Bewusstsein ist das Denken sinnvoll kontinuierlich. 4) Das Bewusstsein kann durch Intentionalität gekennzeichnet werden. Es scheint sich immer um Objekte zu handeln, die von sich selbst unabhängig sind. 5) Das Bewusstsein zeigt sich als selektiv. Bewusstsein interessiert sich für einige Teile dieser Objekte unter Ausschluss anderer und begrüßt oder lehnt die ganze Zeit ab. Bewusstsein als selektiv beschrieben.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, wie filmische Methoden der Rauscherzeugung und Immersion beim Zuschauer angewendet werden können, um die Grenze zwischen Fiktion und Realität zu schwächen.
2. Die Vorstellung des Werkes Enter the Void: Dieses Kapitel liefert eine biografische und inhaltliche Einführung in den Film und dessen Grundmotivation, eine hypnotische, außerkörperliche Erfahrung abzubilden.
3. Rauscherzeugende Umsetzung des Films: Hier werden filmwissenschaftliche Grundlagen wie der Bewusstseinsstrom und Theorien von Deleuze erörtert, um die Inszenierung von Rauschzuständen im Film zu verstehen.
4. Theoretische Anwendungen auf Gaspar Noes Film Enter the Void: In diesem praktischen Teil werden die im vorangegangenen Kapitel etablierten Methoden auf spezifische Szenen und Gestaltungselemente des Films angewendet.
5. Fazit: Das Kapitel fasst die Analyse zusammen und bestätigt, dass die audiovisuelle Gestaltung entscheidend ist, um den Rezipienten psychisch und körperlich tief in den Film zu integrieren.
Enter the Void, Gaspar Noe, Filmwissenschaft, Rauscherzeugung, Immersion, Stream of Consciousness, Zeit-Bild, Reizüberflutung, Kameraarbeit, Erzählperspektive, Psychedelischer Film, Nahtoderfahrung, Wahrnehmung, Filmanalyse, Subjektive Kamera.
Die Bachelorarbeit beschäftigt sich mit der filmischen Gestaltung von Rauschzuständen und der Art und Weise, wie audiovisuelle Strategien eingesetzt werden, um tiefe Immersion beim Zuschauer zu erzeugen.
Zentrale Themen sind die filmischen Darstellungsmittel von Bewusstseinsinhalten, die Rolle von Kameratechniken (wie der subjektiven Kamera), die Wirkung von Reizüberflutung sowie die theoretische Fundierung durch filmwissenschaftliche und psychologische Konzepte.
Das Ziel ist es, zu identifizieren und zu bewerten, durch welche spezifischen visuellen und auditiven Mittel der Film „Enter the Void“ rauschähnliche Erfahrungen und einen Zustand der Immersion beim Rezipienten auslöst.
Es wird eine filmtheoretische Analyse durchgeführt, die Konzepte wie das „Zeit-Bild“ von Gilles Deleuze, den „Stream of Consciousness“ von William James sowie Erzähltheorien von Gerard Genette auf das Filmbeispiel anwendet.
Im Hauptteil werden sowohl theoretische Ansätze zur Rauschinszenierung erläutert als auch eine praktische Filmanalyse des Vorspanns, der Erzählperspektiven und spezieller Schlüsselszenen des Films vorgenommen.
Die Arbeit ist geprägt durch Fachbegriffe aus der Filmtheorie wie „Fokalisierung“, „Immersion“, „Point-of-View-Shot“ und „Reizüberflutung“, die in den theoretischen Diskurs um den psychedelischen Film eingebettet werden.
Laut der Untersuchung dient der Vorspann als prologhafte „audiovisuelle Hypnose“, die den Zuschauer durch flackernde Schriftarten und Rhythmen bereits in den ersten Minuten in einen Trancezustand versetzt.
Durch die exzessive Nutzung der Ich-Perspektive und des „Perception Shots“ wird der Zuschauer physisch und emotional an die Perspektive von Oscar gebunden, wodurch ein Miterleben seines Drogenrauschs gefördert wird.
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