Masterarbeit, 2024
149 Seiten, Note: 1.0
1. Einleitung und Leitgedanke der Arbeit
2. Theoretische Grundlage
2.1 Zum Migrationsbegriff
2.2 Identitätstheorien
3. Videofilme als Instrument der Erinnerungskultur und des kollektiven Gedächtnisses
4. Geschichte der türkischen Migration in Deutschland von 1960 bis heute
5. Der Medienkonsum: Von der Videokassette zum Satellitenfernsehen
6. Das deutsch-türkische Kino: Über den Begriff von 1960 bis heute
7. Die Bedeutung der Entwicklung der Yeşilçam-Phase für Türken in Deutschland
8. Postmigrantische filmische Perspektiven
9. Filmanalyse
9.1 Bir Türk'e Gönül Verdim (1969) & Almanyali Yarim (1974)
9.2 Tevfik Başer: 40 qm Deutschland (1986)
9.3 Kemal Sunal: Gurbetçi Şaban (1985)
9.4 Fatih Akın: Gegen die Wand (2004)
10. Fazit
11. Ausblick
Die Arbeit untersucht die mediale Repräsentation und die Funktion der Videokultur als Medium der Erinnerungskultur für türkischstämmige Migranten in Deutschland. Ziel ist es zu analysieren, welchen Einfluss Videofilme auf die Identitätsbildung und das kollektive Gedächtnis migrantischer Gemeinschaften ausüben und wie sich diese audiovisuelle Praxis im Laufe der Jahrzehnte gewandelt hat.
1. Einleitung und Leitgedanke der Arbeit
Deutschland zeichnet sich durch eine zunehmend vielfältige Gesellschaft aus, in der Zuwanderung eine wichtige Rolle spielt. Über mehrere Jahrzehnte hinweg, insbesondere in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, sind vor allem türkischstämmige Menschen nach Deutschland eingewandert. Menschen mit türkischem Migrationshintergrund sind daher als wesentlicher Teil der stetig heterogener werdenden Bevölkerungsstruktur anzusehen. Dies impliziert, die Transformation zu einer Einwanderungsgesellschaft als Teil der eigenen Geschichte zu verstehen und entsprechend zu erforschen und zu erinnern. Die türkische Herkunftskultur fungiert dahingehend als wesentlicher Bestandteil der Vergangenheit in Deutschland, die in das Einwanderungsland mitgebracht und mittels der Erinnerung an diese lebendig gehalten wird.
Dabei spielen Medien wie Bilder, Videos und Filme eine wichtige Rolle, da sie gerade in der heutigen Zeit eine entscheidende Funktion für Erinnerungen und Erfahrungen haben. Vor allem die bewegten Medien tragen wesentlich zur Bildung eines kollektiven Gedächtnisses bei. Daran anknüpfend wird in dieser Arbeit mit dem Titel Das deutsch-türkische Kino: Die Videokultur als Medium der Erinnerungskultur von Migranten, das Medium des Videos, beziehungsweise des Films im Rahmen des deutsch-türkischen Kinos betrachtet und dessen Funktion für türkische Migranten in Hinblick auf die Erinnerungskultur untersucht.
1. Einleitung und Leitgedanke der Arbeit: Einführung in die Relevanz der türkischen Migration für das kollektive Gedächtnis in Deutschland und Darlegung der zentralen Forschungsfrage.
2. Theoretische Grundlage: Erläuterung grundlegender Konzepte wie Migration und Identität, die den theoretischen Rahmen für die Analyse bilden.
3. Videofilme als Instrument der Erinnerungskultur und des kollektiven Gedächtnisses: Untersuchung von Video als Speicher- und Vermittlungsmedium für kulturelle Erinnerung.
4. Geschichte der türkischen Migration in Deutschland von 1960 bis heute: Historischer Überblick über die Anwerbephasen und die soziokulturelle Entwicklung der türkischen Gemeinschaft.
5. Der Medienkonsum: Von der Videokassette zum Satellitenfernsehen: Analyse des Wandels von der privaten Videokultur zur Satellitentechnologie.
6. Das deutsch-türkische Kino: Über den Begriff von 1960 bis heute: Definitonsversuche und Einordnung des deutsch-türkischen Kinos in verschiedene Phasen.
7. Die Bedeutung der Entwicklung der Yeşilçam-Phase für Türken in Deutschland: Erläuterung des türkischen Kinos (Yeşilçam) und dessen Einfluss auf die Diaspora.
8. Postmigrantische filmische Perspektiven: Diskussion der zeitgenössischen Phase des Kinos und der Abkehr von klassischen Migrationsnarrativen.
9. Filmanalyse: Konkrete Untersuchung spezifischer Werke von Regisseuren wie Halit Refiğ, Orhan Aksoy, Tevfik Başer und Fatih Akın.
10. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse zur Rolle der Videokultur als Identitätsstifter.
11. Ausblick: Reflexion über zukünftige mediale Entwicklungen und Forschungsmöglichkeiten.
Migration, Identität, Erinnerungskultur, kollektives Gedächtnis, Videokultur, Yeşilçam, deutsch-türkisches Kino, postmigrantisches Kino, Diaspora, Medienkonsum, Integration, Fatih Akın, Kemal Sunal, Tevfik Başer, Migrationstheorie.
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle von Videofilmen als Medium, das türkischen Migranten in Deutschland ermöglichte, ihre kulturelle Identität zu bewahren und ein kollektives Gedächtnis an ihre Herkunft zu pflegen.
Die zentralen Felder sind Migrationsgeschichte, die Funktion von Speichermedien (insbes. Videokassetten), Konzepte nationaler und hybrider Identität sowie die filmwissenschaftliche Analyse deutsch-türkischer Spielfilme.
Das Ziel ist es, den Einfluss audiovisueller Medien auf die Identitätsbildung türkischer Migranten zu verstehen und aufzuzeigen, wie sich diese Medien in ihrer Funktion von einer "Brücke zur Heimat" hin zu einem postmigrantischen Erzählinstrument entwickelt haben.
Die Arbeit stützt sich primär auf eine theoretische Fundierung durch Migrations- und Identitätstheorien (u.a. nach Aleida und Jan Assmann) sowie eine qualitative Filmanalyse ausgewählter Regisseure.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Migrationserfahrung, eine medientheoretische Einordnung des Videokonsums sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit verschiedenen filmischen Strömungen, vom traditionellen "Migrantenkino" bis zu Fatih Akıns Werken.
Zentrale Begriffe sind Erinnerungskultur, kollektives Gedächtnis, Videokultur, Identitätsstiftung, Diaspora und die Transformation des türkischen Kinos durch Migrationsthemen.
Yeşilçam bezeichnet die türkische Filmindustrie, die in den 70er Jahren Videokultur-Inhalte prägte. Der Text analysiert, wie diese speziellen Filmstile die Lebensrealität türkischer Migranten in Deutschland maßgeblich beeinflussten.
Der Film von Fatih Akın wird als Wendepunkt analysiert, da er das postmigrantische Kino legitimiert und komplexe menschliche Schicksale jenseits platter Klischees eines reinen "Migrantenkinos" behandelt.
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