Bachelorarbeit, 2015
42 Seiten, Note: 2,0
1.Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gangart
2. Suizid
2.1 Selbstmord als psychopathischer Zustand
2.1.1 Manischer Selbstmord
2.1.2 Depressiver Selbstmord
2.1.3 Selbstmord als Zwangsvorstellung
2.1.4 Impulsiver oder reflexartiger Selbstmord
2.2 Soziologische Entstehungstheorie
2.2.1 Der egoistische Selbstmord
2.2.2 Der altruistische Selbstmord
2.2.3 Der anomische Selbstmord
2.2.4 Fatalistischer Selbstmord
2.3 Soziale Risikofaktoren
2.3.1 Alter
2.3.2 Familie
2.3.3 Religion
2.3.4 Geschlechtsspezifische Unterschiede
3. Männlichkeit
3.1 Männlichkeit – ein Definitionsversuch
3.2 Männlichkeit als soziale Konstruktion
3.2.1 Männlichkeit in der Öffentlichkeit
3.3 Connell und das Konzept der hegemonialen Männlichkeit
3.4 Die Bedeutung von Identifikationsfiguren in der Entwicklung von Jungen
4. Suizidalität und Männlichkeit
4.1 Mikrokosmos und Makrokosmos
4.2 Das präsuizidale Syndrom
4.3 Die Bedingungen des präsuizidalen Syndroms bei Männern
4.4 Fehlende Kommunikationsfähigkeiten bei Männern
5. Fazit
6. Literaturverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen „Männlichkeit“ und „Suizidalität“, mit dem Ziel zu klären, warum Männer signifikant häufiger Suizid begehen als Frauen. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert darauf, ob eine unterentwickelte Kommunikationsfähigkeit sowie soziale und gesellschaftliche Konstruktionen von Männlichkeit Männer bei der Bewältigung von Kränkungen und Rückschlägen maßgeblich beeinflussen und somit das Suizidrisiko erhöhen.
1.1 Problemstellung
Die vorliegende Arbeit setzt sich ausführlich mit den Themen „Suizidalität“ und „Männlichkeit“, sowie ihrer Verbindung, auseinander. Das männliche Geschlecht, als soziale und gesellschaftliche Konstruktion verstanden, steht im Mittelpunkt dieser Arbeit, weil dieses Geschlecht eine zentrale Dimension von sozialen Disparitäten ist (Vgl. Meuser 1998, S. 105). Erst in den 90er Jahren hat sich zum ersten Mal eine Männerliteratur entwickelt, in der Männer ihre Männlichkeit reflektierten und sich Gedanken über ihre eigene Rolle machten.
Im Laufe meiner Recherche hat sich gezeigt, dass auch Suizidalität im Zusammenhang mit der Männlichkeit viel zu spät in der Fachliteratur erwähnt wurde. Jeder Mensch wird im Laufe seines Lebens mit Suizid oder einem Suizidversuch konfrontiert, sei es in der eigenen Familie, im Freundes- oder Bekanntenkreis oder nur durch Zeitungen, durch Filme und nicht zuletzt auch durch die Literatur. Zudem ist Suizid heutzutage eines der größten gesellschaftlichen Tabus, das von der Gesellschaft am liebsten verdrängt wird. Vor diesem Hintergrund ist es jedoch wichtig, sich mit diesem komplexen Untersuchungsgegenstand zu beschäftigen, da jeder Mensch auf die eine oder andere Weise damit konfrontiert wird.
Personen die Suizid begehen, konfrontieren ihre Mitmenschen mit der Absage an ein scheinbar sinnlos gewordenes Leben, was ihre Umwelt dazu bewegt über den Sinn des Lebens nachzudenken. Die meisten Menschen sehen im Selbstmord etwas Verwerfliches. Hingegen sehen nur Wenige im Freitod eine Handlung, die Respekt verdient. Häufig gibt es Suizidfälle, die aus manischen Verhaltensmustern entstehen. Außerdem hängt Suizid oft mit Depressionen zusammen. Schätzungen im Kontext des ersten deutschen Männergesundheitsbericht ergaben, dass ca. 80% der männlichen Selbstmörder an einer Depression erkrankt waren (Vgl. Erster Deutscher Männergesundheitsbericht 2010, S. 22).
Im Laufe der Recherche hat sich außerdem ergeben, dass Männer viel häufiger Suizid begehen als Frauen. Die Frage, die sich an die vorangegangenen Ausführungen anschließt, muss also heißen, warum mehr Männer als Frauen Suizid begehen. Im Verlauf der Arbeit soll diese Frage geklärt werden. Die These dieser Arbeit ist, dass Männer aufgrund einer unterentwickelteren Kommunikationsfähigkeit schlechter mit Kränkungen und Rückschlägen umgehen können und deshalb häufiger den Selbstmord wählen.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Themen Suizidalität und Männlichkeit ein und stellt die zentrale These auf, dass Männer aufgrund mangelnder Kommunikationsfähigkeiten bei Krisen anfälliger für Suizid sind.
2. Suizid: Dieses Kapitel definiert den Suizidbegriff, diskutiert psychopathische Zustände und erläutert soziologische Entstehungstheorien sowie soziale Risikofaktoren wie Alter, Familie und Religion.
3. Männlichkeit: Hier wird Männlichkeit als soziale Konstruktion analysiert, Konzepte der hegemonialen Männlichkeit sowie die Bedeutung männlicher Identifikationsfiguren in der Kindheit werden untersucht.
4. Suizidalität und Männlichkeit: Dieses Kapitel verknüpft die beiden Hauptthemen, indem es das präsuizidale Syndrom, spezifische Belastungsbedingungen bei Männern und das Defizit an Kommunikationsfähigkeit in den Fokus rückt.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bekräftigt die These, dass Männer durch gesellschaftliche Rollenbilder und eine geringere Kommunikationskompetenz einem erhöhten Suizidrisiko ausgesetzt sind.
6. Literaturverzeichnis: Auflistung aller verwendeten Quellen.
Suizidalität, Männlichkeit, Suizid, Geschlechterrollen, hegemoniale Männlichkeit, Sozialisation, präsuizidales Syndrom, Kommunikation, psychische Belastung, Männergesundheit, Frustration, Depression, Kränkung, Selbstwertgefühl, Identifikationsfigur
Die Arbeit untersucht die Verbindung zwischen Männlichkeit und Suizidalität, um zu verstehen, warum Männer trotz einer höheren Anzahl an Suiziden oft weniger Suizidversuche im Vergleich zu Frauen unternehmen.
Die zentralen Felder umfassen soziologische Suizidtheorien, sozialkonstruktivistische Ansätze zur Männlichkeit, die Bedeutung von Väterrollen in der Sozialisation und psychologische Bedingungen von Selbsttötungshandlungen bei Männern.
Das primäre Ziel ist es, die Gründe für die höhere Suizidrate bei Männern zu identifizieren, wobei die These verfolgt wird, dass eine unterentwickelte Kommunikationsfähigkeit ein wesentlicher Faktor bei der Bewältigung von Rückschlägen ist.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Auswertung soziologischer sowie psychologischer Fachliteratur, um bestehende Modelle zur Suizidalität und Männlichkeit kritisch miteinander zu verknüpfen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Suizidbegriffs (nach Durkheim), eine Auseinandersetzung mit dem Männlichkeitskonstrukt (nach Connell) und eine spezifische Zusammenführung beider Bereiche in Bezug auf das männliche Suizidrisiko.
Zu den prägenden Schlüsselwörtern gehören Suizidalität, hegemoniale Männlichkeit, soziale Konstruktion, Kommunikationsfähigkeit und präsuizidales Syndrom.
Laut Arbeit gilt der erfolgreiche Suizid für viele Männer als eine Form der männlichen Tat, durch die sie sich trotz persönlicher Niederlagen vermeintlich rehabilitieren und Stärke beweisen wollen.
Die Abwesenheit eines vorbildhaften Vaters entzieht heranwachsenden Jungen die Möglichkeit, Ängste und Schwächen zu spiegeln, was dazu führen kann, dass diese später in Stresssituationen weniger auf eine offene Kommunikation und mehr auf Verdrängung setzen.
Da der Beruf für viele Männer eine zentrale Quelle für Identität, Macht und Anerkennung ist, führt beruflicher Misserfolg oft zu einer tiefen Kränkung des Selbstwertgefühls, welche als Auslöser für das präsuizidale Syndrom fungieren kann.
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