Fachbuch, 2009
143 Seiten
Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
1 Einleitung
2 Von den Wasserrädern zu den Turbinen
3 Die Unterwasserkraftwerke
3.1 Das Unterwasserkraftwerk Rostin an der Persante
3.2 Die Kraftwerke an der Iller und am Lech
3.3 Hans Faic Canaan (1899-1954) und die Firma Voith
3.4 Übersicht über die Kraftwerke an der oberen Iller
3.5 Übersicht über die Kraftwerke am oberen Lech
3.6 Das Saalachkraftwerk Rott-Freilassing
3.7 Weitere Kraftwerksplanungen
3.7.1 Pommern (heute Polen)
3.7.2 Bayern
3.7.3 Österreich
4 Der turbulente Weg nach Ybbs-Persenbeug
4.1 Von den Anfängen bis zur Verwirklichung
4.2 Bilder der Kraftwerksanlagen
5 Arno Fischer (1898-1982)
5.1 Ergänzende Informationen zu seiner Biographie
5.2 Arno Fischer und die Energieversorgung Bayerns
6 Franz Schwede, Gauleiter von Pommern (1888-1960)
7 Ergänzende Dokumentationen
7.1 Patente
7.2 Zu Hans Faic Canaan
7.3 Zu Arno Fischer
7.4 Erinnerungen von Zeitzeugen an das Kraftwerk Rostin
8 Schluss
9 Archive und Auskunftsstellen
10 Quellen und Literatur
11 Glossar
11.1 Ausführungsformen von Flusskraftwerken
11.2 Begriffe und Kenngrößen
11.3 Sonderformen von Propeller-, bzw. Kaplanturbinen
11.4 Einsatzbereich der Hauptturbinenarten
Die vorliegende Arbeit untersucht die Geschichte der „Unterwasserkraftwerke“, ein spezifisches und technologisch umstrittenes Kraftwerkskonzept des NSDAP-Karrieristen Arno Fischer während der Zeit des Nationalsozialismus. Ziel ist es, die technische Entwicklung, die politische Durchsetzung gegen den Widerstand von Fachwelt und Industrie sowie die ökonomischen und menschlichen Auswirkungen dieses Projekts – insbesondere am Beispiel des Donaukraftwerks Ybbs-Persenbeug – kritisch aufzuarbeiten.
Die Kraftwerke an der Iller und am Lech unter Verwendung der „zweiten Bauweise Arno Fischer“.
Da die Probleme mit der Erwärmung des gekapselten Generators nach der „Ersten Bauweise Arno Fischer“ nicht zufrieden stellend gelöst werden konnten, wurden alle weiteren „Unterwasserkraftwerke“ mit Rohrturbinen ausgestattet, bei denen jedoch die fixen Schaufeln der Propellerturbinen mit einem Außenkranz versehen waren, an dem der Rotor (das Polrad) des Generators befestigt wurde. Man sprach von der „Zweiten Bauweise Arno Fischer“. Das erste derartige Kraftwerk wurde 1937 in Maria Steinbach an der Iller errichtet (zur Gemeinde Markt Legau gehörig, 14 km südlich von Memmingen, im Bundesland Bayern, Regierungsbezirk Schwaben).
Fischer hat für diese Turbine zwei Patentanmeldungen eingereicht: am 13. September 1936 (Patenterteilung bekannt gemacht am 19. Februar 1942, Deutsches Reichspatent Nr. 718 423) und am 14. Mai 1938 (Beginn der Patentlaufzeit als Deutsches Reichspatent Nr. 159 247 am 15. März 1940).
1 Einleitung: Einführung in die historische Problematik des „Unterwasserkraftwerks“ unter der NS-Diktatur und den damit verbundenen Skandal.
2 Von den Wasserrädern zu den Turbinen: Überblick über die historische Entwicklung der Wasserturbinen bis zur Kaplanturbine.
3 Die Unterwasserkraftwerke: Detaillierte Darstellung der Bauweisen von Arno Fischer und der praktischen Anwendung an Flüssen wie der Iller und am Lech.
4 Der turbulente Weg nach Ybbs-Persenbeug: Analyse des gescheiterten Versuchs, ein Großkraftwerk entgegen fachlicher Ratschläge nach dem AF-System umzusetzen.
5 Arno Fischer (1898-1982): Biographische Darstellung des Protagonisten und seiner Rolle in der NS-Hierarchie und Energiewirtschaft.
6 Franz Schwede, Gauleiter von Pommern (1888-1960): Porträt des politischen Unterstützers und Mittäters von Arno Fischer.
7 Ergänzende Dokumentationen: Zusammenstellung von Patenten, Referenzen und Zeitzeugenberichten zum Rostin-Projekt.
8 Schluss: Zusammenfassende Bilanz der technischen und moralischen Bewertung des „Falls Arno Fischer“.
Arno Fischer, Unterwasserkraftwerk, Kaplanturbine, NS-Diktatur, Energieversorgung, Ybbs-Persenbeug, Wasserkraft, Technikgeschichte, Voith, Franz Schwede-Coburg, Patente, Flusskraftwerke, Industriepolitik, Energiepolitik, Turbinenbau.
Die Arbeit behandelt die Geschichte und die Auswirkungen des „Unterwasserkraftwerks“-Konzepts, das der NS-Funktionär Arno Fischer während der Zeit des Nationalsozialismus massiv vorantrieb.
Zentrale Themen sind die technische Konstruktion der AF-Turbinen, die politische Durchsetzung dieser Konzepte gegen Expertenmeinungen sowie die wirtschaftlichen und sozialen Folgen dieser Politik.
Das Ziel ist die kritische Dokumentation eines historisch in Vergessenheit geratenen Skandals der NS-Energiewirtschaft, der durch Inkompetenz und Machtmissbrauch gekennzeichnet war.
Der Autor stützt sich auf eine tiefgehende Auswertung historischer Quellen, darunter Patentschriften, Akten des Staatsarchivs München, Zeitzeugenberichte und zeitgenössische Fachliteratur.
Der Hauptteil analysiert die konkreten Bauprojekte an der Iller, am Lech und der Saalach sowie den gescheiterten Plan für das Großkraftwerk Ybbs-Persenbeug.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Arno Fischer, Unterwasserkraftwerk, NS-Wirtschaftspolitik und Kaplanturbinen definiert.
Voith stand den Projekten Fischers als führender Turbinenhersteller äußerst skeptisch gegenüber, wurde jedoch durch politischen Druck zur Zusammenarbeit und Lizenzvergabe gezwungen.
Dieser Begriff verweist auf die massiven Verzögerungen, Umplanungen und politischen Konflikte, die entstanden, als man versuchte, das für Kaplanturbinen geplante Projekt auf das ineffiziente System von Arno Fischer umzustellen.
Dies ist eine Bezeichnung des Kritikers Hans Faic Canaan für Arno Fischer, die dessen massive Verschwendung von Ressourcen und Behinderung der effizienten Energieerzeugung während des Krieges anprangert.
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