Diplomarbeit, 2008
74 Seiten, Note: 2
1 Einleitung und Problemaufriss
2 Begriffsdefinitionen
2.1 Kompetenz
2.2 Abgrenzung Kompetenz zum Qualifikationsbegriff
2.3 Handlungskompetenz
3 Berufliche Handlungskompetenz in der Ausbildung von Steuerfachangestellten
3.1 Duale Berufsausbildung
3.1.1 Aufbau der dualen Berufsausbildung
3.1.2 Aufbau der Ausbildung von Steuerfachangestellten
3.2 Notwendige Fachkompetenzen für den Steuerfachberuf
3.3 Notwendige fachübergreifende Kompetenzen für den Steuerfachberuf
3.3.1 Notwendige Humankompetenzen für den Steuerfachberuf
3.3.2 Notwendige Sozialkompetenzen für den Steuerfachberuf
3.3.2.1 Die Sozialkompetenz Kommunikationsfähigkeit
3.3.2.1.1 Die vier Ebenen der Kommunikation
3.3.2.1.2 Die non-verbale Kommunikation
3.3.2.1.3 Kommunikationsfähigkeit in der persönlichen Mandantenbetreuung
3.3.2.2 Die Sozialkompetenz Teamfähigkeit
4. Messung von Kompetenzen
4.1 Die Gütekriterien der Testtheorie
4.1.1 Die Objektivität
4.1.2 Die Reliabilität
4.1.3 Die Validität
4.1.4 Nebengütekriterien
4.2 Messung von fachübergreifenden Kompetenzen
4.2.1 Kompetenzstandards
4.2.2 Kompetenzmodelle
4.2.2.1 Das Kompetenzmodell nach Bader und Müller
4.3 Probleme der Messung von fachübergreifenden Kompetenzen in der Ausbildung von Steuerfachangestellten
5. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Problematik der Messung von fachübergreifenden Kompetenzen bei Steuerfachangestellten. Ziel ist es zu analysieren, ob und inwieweit heutige Abschlussprüfungen in der Lage sind, über reines Fachwissen hinausgehende Kompetenzen adäquat abzubilden und zu messen.
3.3.2.1.1 Die vier Ebenen der Kommunikation
Ältere Theorien über Kommunikation stellen in der Tradition von Sender–Empfänger–Modellen nur die Information und nicht den Handelnden in den Interessenmittelpunkt. Bei diesen Modellen wird davon ausgegangen, dass Sender und Empfänger auf Basis zusammen entwickelter Codes eindeutige Bedeutungszuordnungen des Gesprochenen herstellen können. Indessen ist die soziale Kommunikation eine „Ergebnisabfolge wechselseitiger Artikulation und Interpretation von verbalen und nonverbalen Äußerungen“ (Fleuchaus, 2004, S. 64). Somit kann sich die Artikulation und Interpretation von Äußerungen auf unterschiedliche Inhalte beziehen. Eine einzige Nachricht kann viele Botschaften aufweisen. Aufgrund dieser Tatsache ist der Vorgang der zwischenmenschlichen Kommunikation auch so kompliziert und anfällig für Störungen.
Das erste Modell, welches auch gleichzeitig Ausgangspunkt für die Entwicklung einer Vielzahl weiterer war, war das Organon-Modell, das der deutsche Psychologe Karl Bühler 1934 vorgeschlagen hatte. Seine Auffassung war es, dass jede Aussage stets drei Funktionen erfüllt, die er Symptom, Signal und Symbol nannte (Gehm, 1999, S. 30). Friedemann Schulz von Thun (1981) erweiterte dieses Organon-Modell um eine wichtige Komponente, die Ebene der Beziehung. Anhand seines Kommunikationsquadrats, welches auch als ‚Vier-Ohren-Modell’ (Schulz von Thun, 1981, S. 44) bekannt wurde, werden im Weiteren die folgenden Inhaltsbezüge der sozialen Kommunikation unterschieden. Die vier Ebenen der sozialen Kommunikation (vgl. Abbildung 3-8) sind nicht nur wichtig im privaten Leben, sondern sie sind auch von Bedeutung im beruflichen Bereich, wo Arbeit und Mensch sich begegnen und miteinander verknüpft sind.
1 Einleitung und Problemaufriss: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung fachübergreifender Kompetenzen im Personalwesen und stellt die Forschungsfrage nach der Messbarkeit dieser Kompetenzen in der Ausbildung von Steuerfachangestellten.
2 Begriffsdefinitionen: Dieses Kapitel ordnet den inflationär gebrauchten Kompetenzbegriff, grenzt ihn vom Qualifikationsbegriff ab und definiert Handlungskompetenz theoretisch.
3 Berufliche Handlungskompetenz in der Ausbildung von Steuerfachangestellten: Das Kapitel erläutert den Aufbau der dualen Ausbildung und analysiert die spezifischen fachlichen sowie fachübergreifenden Kompetenzanforderungen für den Steuerfachberuf.
4. Messung von Kompetenzen: Hier werden die wissenschaftlichen Gütekriterien der Testtheorie (Objektivität, Reliabilität, Validität) auf die Kompetenzmessung angewendet und die Problematik bei der Erfassung fachübergreifender Kompetenzen diskutiert.
5. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst zusammen, dass aktuelle Prüfungen vorwiegend Faktenwissen messen und fachübergreifende Kompetenzen nur unzureichend erfassen, und fordert die Integration langfristiger Beurteilungen in der Ausbildung.
Steuerfachangestellte, Handlungskompetenz, Fachkompetenz, Humankompetenz, Sozialkompetenz, Kommunikation, Mandantenorientierung, Testtheorie, Objektivität, Reliabilität, Validität, Kompetenzmodell, duale Berufsausbildung, Prüfungswesen, Kompetenzmessung.
Die Arbeit befasst sich mit der Problematik, wie fachübergreifende Kompetenzen, wie beispielsweise Kommunikations- oder Teamfähigkeit, in der Ausbildung von Steuerfachangestellten gemessen und bewertet werden können.
Die zentralen Themen sind der Kompetenzbegriff, die Struktur der dualen Ausbildung, die wissenschaftlichen Anforderungen an Testverfahren (Gütekriterien) sowie die spezifische Anwendung dieser Kriterien im berufsbildenden Sektor.
Das primäre Ziel ist es zu untersuchen, inwieweit heutige Abschlussprüfungen in der Ausbildung zum Steuerfachangestellten dem Anspruch gerecht werden, nicht nur Fachwissen, sondern auch fachübergreifende Kompetenzen zu prüfen.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Analyse von Fachliteratur, Rahmenlehrplänen und Kompetenzmodellen, ergänzt durch eine Untersuchung der aktuellen Prüfungspraxis und Problemanalyse im Kontext der Testtheorie.
Im Hauptteil werden zunächst die notwendigen Kompetenzen für den Steuerfachberuf definiert und das System der dualen Ausbildung dargestellt. Anschließend erfolgt eine detaillierte Analyse der Kompetenzmessung und der damit verbundenen Herausforderungen bei der Anwendung wissenschaftlicher Testkriterien.
Schlüsselwörter sind unter anderem Handlungskompetenz, Steuerfachangestellte, Sozialkompetenz, Kommunikationsfähigkeit, Testtheorie, Validität und berufliche Ausbildung.
Diese Kompetenzen sind als Dispositionen meist nicht direkt beobachtbar. Zudem erfordert ihre Messung eine Bewältigung von Handlungssituationen, was in standardisierten Prüfungssituationen nur schwer abzubilden ist und hohe Anforderungen an die Objektivität der Prüfer stellt.
Mandantenorientierung ist entscheidend für den Geschäftserfolg. Sie erfordert über das rein fachliche Wissen hinausgehende kommunikative und soziale Kompetenzen, um Wünsche individuell zu erfassen und eine langfristige Bindung zwischen Kanzlei und Mandant aufzubauen.
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