Bachelorarbeit, 2024
38 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Theoretischer Rahmen
2.1 Grundkonzepte der Gender Studies
2.2 Gender in Kinder- und Jugendliteratur
2.3 Männlichkeitskonzepte nach Connell
2.4 Kategorien der Charakterisierung und Fokalisierung
3. Analyse der Pygmäen unter Berücksichtigung der Männlichkeitskonzepte
3.1 Handlungen der Hegemonie
3.1.1 Abwertung des Weiblichen zur Aufwertung der Männlichkeit
3.1.2 Liebe als Eroberung und Inszenierung von Männlichkeit
3.2 Männliche Sprachmuster
3.2.1 Bedeutungstragende Namen
3.2.2 Sprache zur Hierarchiesicherung
3.2.3 Schwur der Hegemonie
3.3 Fragile Hegemonialität
3.3.1 Einfluss des familiären Umfelds
3.3.2 Das Baumhaus als Zufluchtsort und Raum der Hegemonie
3.3.3 Willis Vater als Repräsentant hegemonialer Männlichkeit
3.4 Marginalisierte Männlichkeiten
3.4.1 Steves Marginalisierung durch körperliche und mentale Unterlegenheit
3.4.2 Dynamik zwischen den hegemonialen und marginalisierten Männlichkeiten der Pygmäen
4. Fazit
5. Bibliographie
5.1 Primärliteratur
5.2 Sekundärliteratur
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, inwieweit in Cornelia Funkes Jugendbuchreihe Die Wilden Hühner traditionelle Männlichkeitskonzepte nach Raewyn Connell reproduziert oder kritisiert werden, wobei der Fokus auf der Figurenentwicklung der Jungenbande „Pygmäen“ in Bezug auf hegemoniale und marginalisierte Männlichkeitsmuster liegt.
3.1.2 Liebe als Eroberung und Inszenierung von Männlichkeit
Im Laufe der Buchreihe wandeln sich die Einstellungen der zwei Banden zueinander: Sprotte betitelt die Pygmäen nun als „alte Feinde und Manchmal-Freunde“ (WH 4: 21) und Fred stellt sich und seine Bande als „Freunde von den Hühnern“ (WH 4: 145) vor. Im Übergang von der Kindheit zum Jugendalter werden Näherungen und Interesse am anderen Geschlecht immer prägnanter. Die wandelnde Dynamik wird betont, indem das anfänglich feindliche Necken einem zunehmenden romantischen Interesse am anderen Geschlecht weicht: „Blöde Kerle – wenn wir da sind, nerven sie rum, und wenn wir mal weg sind, tun sie, als könnten sie ohne uns nicht leben“ (WH 4: 105). Die erste Annäherung findet während ihrer Klassenreise statt. In dieser Passage wird die Schüchternheit der Jungen im Umgang mit Mädchen veranschaulicht:
Willi guckte Melanie an, guckte weg und guckte wieder zu ihr hin. Aber er brachte keinen Ton heraus. […] „Na, willst du nun tanzen oder nicht?“, fragte sie. Willi nickte und murmelte irgendwas Unverständliches. […] „Tja, tut mir leid“, murmelte Sprotte. „Jetzt bin bloß noch ich übrig.“ „So’n Quatsch“, sagte Fred. „Ich wollte sowieso bloß mit dir tanzen.“ (WH 2: 177-178)
In den darauffolgenden Bänden der Buchreihe wird das romantische Interesse zwischen den Geschlechtern stärker betont, speziell durch Annäherungsversuche der Jungen an die Mädchen. Dabei zeigt sich nicht nur eine Annäherung zwischen Melanie und Willi, sondern darüber hinaus nehmen Freds Initiativen um sich Sprotte anzunähern zu. Dies kulminiert in einem ersten Kuss zwischen Sprotte und Fred:
„Bevor jetzt noch jemand kommt“, sagte er und beugte sich zu Sprotte vor, „wollte ich das endlich mal erledigen.“ Und bevor Sprotte wusste, was ihr geschah, hatte er sie geküsst. Mitten auf den Mund. (WH 4: 229)
1. Einleitung: Die Einleitung steckt das Forschungsfeld ab, definiert die Fragestellung zur Männlichkeitskonstruktion in der Buchreihe und stellt die zentralen theoretischen Grundlagen sowie die Analyseschwerpunkte vor.
2. Theoretischer Rahmen: Dieses Kapitel erläutert die Gender Studies, die Bedeutung von Gender in der Kinder- und Jugendliteratur sowie die zentralen Männlichkeitskonzepte nach Raewyn Connell und methodische Grundlagen der Erzähltextanalyse.
3. Analyse der Pygmäen unter Berücksichtigung der Männlichkeitskonzepte: Der Hauptteil untersucht detailliert Handlungen, Sprachmuster, räumliche Aspekte sowie die psychische Entwicklung der männlichen Figuren der Pygmäen anhand der aufgestellten Männlichkeitskonzepte.
3.1 Handlungen der Hegemonie: Untersucht werden die Abwertung des Weiblichen und die Inszenierung von Liebe als Machtinstrument zur Erhaltung hegemonialer Männlichkeit.
3.1.1 Abwertung des Weiblichen zur Aufwertung der Männlichkeit: Analysiert, wie die Herabsetzung femininer Attribute und Rollenbilder zur Bestätigung der eigenen männlichen Identität instrumentalisiert wird.
3.1.2 Liebe als Eroberung und Inszenierung von Männlichkeit: Untersucht romantische Annäherungen und Beziehungen als Mittel der Demonstration männlicher Dominanz und Eroberung.
3.2 Männliche Sprachmuster: Analysiert, wie verbale Mittel und spezifische Begriffe zur Männlichkeitsstilisierung genutzt werden.
3.2.1 Bedeutungstragende Namen: Untersucht die Namenswahl der Bande und ihrer Mitglieder als Instrument der Identitätsstiftung und Charakterzeichnung.
3.2.2 Sprache zur Hierarchiesicherung: Beleuchtet den Einsatz von Befehlston und abwertender Metaphorik innerhalb der Bandenhierarchie.
3.2.3 Schwur der Hegemonie: Analysiert die rituellen Schwüre der Gruppen als identitätsstiftende Abgrenzung durch Kriegsmetaphorik und ritterliche Ideale.
3.3 Fragile Hegemonialität: Untersucht die Widersprüchlichkeit zwischen nach außen gezeigter Stärke und innerer emotionaler Verletzlichkeit der Figur Willi.
3.3.1 Einfluss des familiären Umfelds: Beleuchtet, wie häusliche Gewalt und die Prägung durch den Vater das hegemoniale Auftreten von Willi begründen und ihn gleichzeitig zum Opfer machen.
3.3.2 Das Baumhaus als Zufluchtsort und Raum der Hegemonie: Analysiert die symbolische und funktionale Bedeutung des Baumhauses als Konstruktionsraum für männliche Überlegenheit.
3.3.3 Willis Vater als Repräsentant hegemonialer Männlichkeit: Untersucht die Rolle des Vaters als gewalttätigen Prototyp hegemonialer Männlichkeit und dessen zerstörerischen Einfluss auf die Umgebung.
3.4 Marginalisierte Männlichkeiten: Analysiert die Nebenfiguren der Bande hinsichtlich ihrer Unterordnung und Kompensation von Schwäche.
3.4.1 Steves Marginalisierung durch körperliche und mentale Unterlegenheit: Untersucht die Reduzierung der Figur Steve auf Äußerlichkeiten und seine resultierende Position als Außenseiter.
3.4.2 Dynamik zwischen den hegemonialen und marginalisierten Männlichkeiten der Pygmäen: Fasst das Beziehungsgefüge zwischen den Bandenmitgliedern zusammen und zeigt die Mechanismen der Komplizenschaft.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und bewertet inwieweit die Buchreihe Männlichkeitskonzepte reproduziert oder kritisch hinterfragt.
5. Bibliographie: Listet die verwendete Primär- und Sekundärliteratur auf.
5.1 Primärliteratur: Auflistung der untersuchten Bände der Buchreihe Die Wilden Hühner.
5.2 Sekundärliteratur: Auflistung der theoretischen und analytischen Quellenwerke.
Männlichkeitskonzepte, Raewyn Connell, Hegemoniale Männlichkeit, Gender Studies, Kinder- und Jugendliteratur, Die Wilden Hühner, Pygmäen, Adoleszenz, Sozialisation, Machtstrukturen, Gewaltprävention, Identitätskonstruktion, Marginalisierung, Interne Fokalisierung, Geschlechterrollen
Die Arbeit analysiert die Männlichkeitskonzepte in der Kinder- und Jugendbuchreihe Die Wilden Hühner von Cornelia Funke und untersucht, wie männliche Identität innerhalb der Jungenbande „Pygmäen“ konstruiert und dargestellt wird.
Zu den zentralen Themen gehören die hegemoniale Männlichkeit, Marginalisierung, soziale Dynamiken innerhalb von Peergroups, Rollenbilder in der Jugendliteratur sowie der Einfluss von häuslicher Gewalt auf die Männlichkeitsentwicklung.
Der Fokus liegt auf der Frage, inwieweit die Reihe traditionelle Männlichkeitskonzepte reproduziert oder durch die bewusste Figurenentwicklung, insbesondere bei der Figur Willi, kritisch hinterfragt.
Die Arbeit nutzt die Männlichkeitstheorien von Raewyn Connell als theoretische Basis und kombiniert diese mit erzähltheoretischen Kategorien der Charakterisierung und Fokalisierung nach Gérard Genette, Silke Lahn und Jan Christoph Meister.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Handlungen, Sprachmuster und der psychischen Disposition der männlichen Figuren. Dabei werden hegemoniale Räume, wie das Baumhaus, sowie die Bedeutung häuslicher Umstände näher betrachtet.
Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie Männlichkeitskonzepte, Hegemonie, Sozialisation, Identitätskonstruktion und geschlechtsspezifische Rollenbilder in der Jugendliteratur charakterisiert.
Das Baumhaus fungiert als hegemonialer Raum, der symbolisch für Autonomie, Freiheit und männliche Stärke steht, während es gleichzeitig als zentraler Ort der Bandenidentität und Hierarchiesicherung dient.
Willi ist eine ambivalente Figur, die einerseits hegemoniale Muster infolge seiner Gewalterfahrung durch den Vater internalisiert hat, andererseits jedoch ein Bewusstsein für diese toxische Gewalt entwickelt und den Ausbruch aus diesem Kreislauf anstrebt.
Die interne Fokalisierung durch die weibliche Figur Sprotte ermöglicht dem Leser Einblicke in ihre Sichtweise auf die männlichen Akteure, wodurch deren Verhalten einerseits legitimiert, andererseits aber auch kritisch hinterfragt oder durch ihre Gefühle bewertet wird.
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