Magisterarbeit, 2009
107 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
A. Das Wirklichkeitskonzept Ernst Cassirers – Wirklichkeit und Kultur in symbolischen Formen
1. Vorbemerkungen zu Ernst Cassirer (1874 - 1945)
2. Der anthropologische Ausgangspunkt und das Problem
2.1. Antikes Menschenbild
2.2. Christliches Menschenbild
2.3. Wissenschaftlich-mechanisches Welt- und Menschenbild
2.4. Biologisches Menschenbild und Kulturphilosophie
2.5. Schlussfolgerung
3. Das Symbolische und eine universelle Kulturtheorie
3.1. Der Mensch als animal symbolicum – Auf den Spuren des Symbolischen
3.2. Symbolische Beziehung und symbolisches Formen
3.2.1. Symbolische Prägnanz
3.2.2. Symbolisches Formen und symbolische Form
4. Von der Sprache über den Mythos zur Phänomenologie der Erkenntnisform
4.1. Sprache und Mythos als ursprüngliche Formen
4.1.1. Die Sprache als symbolische Form - Die mimetische, analogische und symbolische Phase und die Darstellungsfunktion
4.1.2. Der Mythos als „Mutterboden“ und die Ausdrucksfunktion
4.2. Wissenschaft als symbolische Form und die Bedeutungsfunktion
5. Das Wirkliche und Wirklichkeiten im Zeichen des Symbols – Eine Zwischenbilanz
B. Das Wirklichkeitskonzept Helmuth Plessners – Organisch-ontogenetisches Welterleben zur sinnlich-reflexiven Mitte der Wirklichkeit außerhalb
1. Vorbemerkungen zu Helmuth Plessner (1892 – 1985)
2. Einführung und Problemstellung
3. Exzentrische Positionalität, Person und Welten
3.1. Dreifaltigkeit des Menschen und der Welt – Außenwelt, Innenwelt und Mitwelt
3.1.1. Die Außenwelt
3.1.2. Die Innenwelt
3.1.3. Die Mitwelt und der Mitmensch
3.2. Die anthropologischen Grundgesetze
3.2.1. Natürliche Künstlichkeit
3.2.2. Vermittelte Unmittelbarkeit, Teil 1: Der Sinn, vermittelt durch die Sinne
Exkurs: Menschliches Leben, Sinne und Kultur
Teil 1: Die Einheit der Sinne als Hermeneutik der Sinne
Teil 2: Sprache, Sprechen und Denken in Bezug zum sinnlich-reflexiven Erleben
3.2.3. Vermittelte Unmittelbarkeit, Teil 2: Expressivität und Geschichtlichkeit im Kontext der Sinnlichkeit
3.2.4. Utopischer Standort – Homo absconditus
4. Die Wirklichkeit des Menschen in seiner organischen Lebendigkeit – Eine Zwischenbilanz
C. Die Wirklichkeitskonzepte Cassirers und Plessners in Gegenüberstellung
1. Natur und Wirklichkeit des Menschen – Die ursprüngliche Einheit der Vielheit von Welten
2. Philosophische Anthropologie als Erste Philosophie und die anthropologischen Voraussetzungen
3. Kultur, Geist und Formen symbolischen Ausdrucks
3.1. Kultur und Geist
3.2. Kultur als Schema des symbolischen Ausdrucks und dessen Formen
3.2.1. Die Schemata im Vergleich
3.2.2. Kulturformen in Gegenüberstellung
D. Resümee: Symbolische Beziehung und sinnlich-reflexives Erleben – Zur anthropologischen Voraussetzung symbolischer Vermittlung
1. Anthropologische Voraussetzungen für Kultur und Gesellschaft
1.1. Die Synthese des anthropologischen Apriori
1.2. Das anthropologische Korrektiv
2. Das Symbolische als objektiver Sinn
2.1. Kultur und Gesellschaft als anthropologische Transzendentalien
2.2. Kritische Frage und Anregung
Die vorliegende Arbeit untersucht die anthropologischen Voraussetzungen soziokultureller Dynamik, indem sie die Wirklichkeitskonzepte von Ernst Cassirer und Helmuth Plessner analysiert und gegenüberstellt. Das primäre Ziel ist es, die spezifische Leistung des Menschen und das qualitative Angebot der externen Welt zu bestimmen, um so die Verbindung zwischen philosophischer Anthropologie und Kulturphilosophie zu klären.
3.1. Der Mensch als animal symbolicum – Auf den Spuren des Symbolischen
Cassirer entwickelt eine anthropologische Fundierung seiner Kulturphilosophie, indem er den Menschen mit dem Tier vergleicht. Mittels des von Johannes von Uexküll entwickelten Schemas der biologischen Welt, in welcher jeder Organismus nicht nur „an seine Umgebung `angepasst´, sondern in diese Umgebung ganz und gar `eingepasst´ ist“, entfaltet Cassirer den menschlichen Funktionskreis. Der Funktionskreis der Lebewesen ist nach Uexküll gekennzeichnet durch ein Merknetz, bei dem das Lebewesen äußere Reize aufnimmt, und durch ein Wirknetz, bei dem es auf diese Reize reagiert. Beim Menschen hat sich dieses Verhältnis sowohl quantitativ wie qualitativ gewandelt und zu einem „`Symbolnetz´ oder Symbolsystem [erweitert]. (...) Verglichen mit den anderen Wesen, lebt der Mensch nicht nur in einer reicheren, umfassenderen Wirklichkeit; er lebt sozusagen in einer neuen Dimension der Wirklichkeit“.
Diese Dimension – ein „symbolisches Universum“ - ist in ihrer Mannigfaltigkeit und Fülle der kulturellen Formen der menschlichen Zivilisation nicht mehr ausreichend mit dem Begriff der Vernunft zu erfassen. Somit wird der Mensch im Zeichen des aristotelischen „animal rationale“ zum Cassirerschen „animal symbolicum“.
Einleitung: Die Einleitung formuliert die zentrale Forschungsfrage nach den anthropologischen Voraussetzungen – dem anthropologischen Apriori – soziokultureller Dynamik unter Einbeziehung der Theorien von Cassirer und Plessner.
A. Das Wirklichkeitskonzept Ernst Cassirers – Wirklichkeit und Kultur in symbolischen Formen: Dieses Kapitel erarbeitet Cassirers Kulturphilosophie, seine Definition des Menschen als animal symbolicum und die Systematik der symbolischen Formen wie Sprache, Mythos und Wissenschaft.
B. Das Wirklichkeitskonzept Helmuth Plessners – Organisch-ontogenetisches Welterleben zur sinnlich-reflexiven Mitte der Wirklichkeit außerhalb: Dieses Kapitel erläutert Plessners Philosophische Anthropologie, insbesondere die Begriffe der exzentrischen Positionalität, die Dreifaltigkeit der Welten und die anthropologischen Grundgesetze.
C. Die Wirklichkeitskonzepte Cassirers und Plessners in Gegenüberstellung: Hier werden die beiden Ansätze systematisch verglichen, wobei Schnittstellen in der Deutung von Kultur, Geist und symbolischem Ausdruck sowie Differenzen in ihren erkenntnistheoretischen und ontologischen Ausgangspunkten herausgearbeitet werden.
D. Resümee: Symbolische Beziehung und sinnlich-reflexives Erleben – Zur anthropologischen Voraussetzung symbolischer Vermittlung: Das Resümee synthetisiert die Ergebnisse und diskutiert die Bedeutung des anthropologischen Apriori als notwendige Voraussetzung für das Verständnis von Kultur und Gesellschaft.
Philosophische Anthropologie, Ernst Cassirer, Helmuth Plessner, Wirklichkeitskonzept, Symbolische Formen, Exzentrische Positionalität, Kulturphilosophie, Animal symbolicum, Sinnlichkeit, Geist, anthropologisches Apriori, Symbolische Prägnanz, Mitwelt, Lebenswelt, Vermittelte Unmittelbarkeit.
Die Arbeit vergleicht die Wirklichkeitskonzepte von Ernst Cassirer und Helmuth Plessner, um die anthropologischen Voraussetzungen für Kultur und soziales Zusammenleben zu bestimmen.
Die Untersuchung bewegt sich an der Schnittstelle von philosophischer Anthropologie und Kulturphilosophie und beleuchtet Themen wie Welterfahrung, symbolische Formung und die Stellung des Menschen in der Natur.
Ziel ist es, zu klären, wie sich Menschen orientieren und welches spezifisch menschliche „anthropologische Apriori“ der kulturellen und sozialen Dynamik zugrunde liegt.
Die Arbeit nutzt eine philosophisch-hermeneutische Gegenüberstellung, um die Begriffsapparate beider Philosophen zu analysieren und deren Ergänzungspotenziale aufzuzeigen.
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung des Werks von Cassirer (symbolische Formen) und Plessner (exzentrische Positionalität) sowie deren anschließende vergleichende Diskussion.
Begriffe wie "symbolisches Universum", "exzentrische Positionalität", "natürliche Künstlichkeit" und "vermittelte Unmittelbarkeit" bilden das terminologische Rückgrat der Analyse.
Cassirer begreift Kultur primär als eine Abfolge symbolischer Erkenntnisformen (Sprache, Mythos, Wissenschaft), während Plessner Kultur naturphilosophisch als notwendigen "Umweg" aus der exzentrischen Lebensstruktur des Menschen ableitet.
Beide Philosophen ergänzen sich: Während Cassirer die symbolische Energie als Kraft der Weltgestaltung hervorhebt, liefert Plessner mit der Positionalität die ontologische Basis, um die Notwendigkeit menschlicher Kultur innerhalb der organischen Welt zu verstehen.
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