Diplomarbeit, 2024
61 Seiten, Note: Mit ausgezeichnetem Erfolg
1. Vorwort
2. Kräuterportraits
2.1 Die Grosse Brennnessel (Urtica dioica)
2.1.1 Name
2.1.2 Botanische Systematik
2.1.3 Aufbau
2.1.4 Blütezeit
2.1.5 Standort
2.1.6 Vorkommen
2.1.7 Inhaltsstoffe
2.1.8 Wissenswertes
2.2 Das Echte Johanniskraut (Hypericum perforatum)
2.2.1 Name
2.2.2 Botanische Systematik
2.2.3 Aufbau
2.2.4 Blütezeit
2.2.5 Standort
2.2.6 Verbreitung
2.2.7 Inhaltsstoffe
2.2.8 Wissenswertes
2.3 Der Gewöhnlicher Blutweiderich (Lythrum salicaria)
2.3.1 Name
2.3.2 Botanische Systematik
2.3.3 Aufbau
2.3.4 Blütezeit
2.3.5 Standort
2.3.6 Verbreitung
2.3.7 Inhaltsstoffe
2.3.8 Wissenswertes
2.4 Das Echte Mädesüss (Filipendula ulmaria)
2.4.1 Name
2.4.2 Botanische Systematik
2.4.3 Aufbau
2.4.4 Blütezeit
2.4.5 Standort
2.4.6 Verbreitung
2.4.7 Inhaltsstoffe
2.4.8 Wissenswertes
3. Die Geschichte der Textilfärberei
4. Pflanzenfarbstoffe
4.1 Chlorophyll
4.2 Carotinoide
4.3 Chinoide
4.4 Anthrachinone
4.5 Anthoxanthine
4.6 Anthocyane
4.7 Gallotannine
5. Textilkunde
5.1 Seide
5.2 Wolle
5.3 Leinen
5.4 Baumwolle
5.5 Nessel
6. Technik des Textilfärbens mit Kräutern
6.1 Vorwäsche
6.2 Entschlichten
6.3 Beizen
6.3.1 Alaunbeize (Mineralisches Beizen)
6.3.2 Beizen mit Sojamilch (Pflanzliches Beizen)
6.4 Färben
7. Pflanzenfarbstoffe und Färberesultate
7.1 Die Grosse Brennnessel
7.2 Das Echte Johanniskraut
7.3 Der Gewöhnlich Blutweiderich
7.4 Das Echte Mädesüss
8. Resümee
Ziel der Arbeit ist es, einen Einblick in das Gebiet der Pflanzenfarbstoffe zu geben und die Ergebnisse praktischer Färbeversuche mit vier heimischen Kräutern auf Baumwolle unter Verwendung zweier unterschiedlicher Beizverfahren zu dokumentieren und zu vermitteln.
3. Die Geschichte der Textilfärberei
Was wäre die Welt trostlos ohne Farben – ohne das bunte Spektrum unserer Pflanzenwelt – ohne die Vielzahl an Blütenfarben, aber auch die vielen Nuancen an Grüntönen der Blätter, die unterschiedlichen Brauntöne der Äste und Stämme. Die uns gegebenen natürlichen Farbstoffe sind mineralischer, pflanzlicher oder tierischer Herkunft. Die ältesten Textilfunde sind mit Pflanzen gefärbt. In dieser Arbeit widme ich mich ausschliesslich dem Färben von Textilen mit pflanzlichen Farbstoffen.
Es wird angenommen, dass unsere Vorfahren damit begannen die ersten pflanzlichen Farbstoffe aus den verschiedenen Flechtenarten zu gewinnen. Diese liefern Farben, wie Braun, Gelb, Purpurrot bis Blau. Des Weiteren wird vermutet, dass das Zurücklassen von farbigen Flecken beim Verarbeiten von Früchten und Wurzeln den Weg zur Nutzung von pflanzlichen Farbstoffen gewiesen hat. Der älteste Nachweis des Färbens mit Pflanzen stammt von 2200 v. Chr. Dabei handelt es sich um im heutigen Pakistan gefundene Schnurstücke, gefärbt mit Krapp (Rubia tinctoria). Erwähnt wird Krapp als sowohl wild vorkommende, aber auch bereits kultivierte Färberpflanze. Ebenfalls brachte sie bereits der im 1. Jahrhundert berühmte, griechischen Arzt Diskourides zur Sprache. Aber auch Plinus der Ältere nannte in der Antike in seinen Werken Krapp als roten Farbstoff. Aus seiner Wurzel lässt sich eine leuchtend rote Farbe gewinnen. Ein im Oslofjord 1904 geöffneter Grabhügel, dem Schiffsgrab der Königin Asa, etwa aus dem Jahr 800 n. Chr. stammend, beinhaltete u. a. Kessel und Reste von Färberwaid (Isatis tinctoria) und auch Krapp. Der Anbau von Krapp, auch Färberröte genannt, breitete sich während des Mittelalters in Europa weitgehend aus – von Italien über das Elsass in ganz Frankreich und Flandern. Besonders in Frankreich wurde sein Anbau gefördert und grosse Flächen im Süden Frankreichs wurden im 18. und 19. Jahrhundert mit Krapp bebaut. So lieferte der Krapp den französischen Soldaten den Farbstoff ihrer roten Hosen, welche durch Napoleon I. eingeführt wurden.
1. Vorwort: Die Autorin beschreibt ihre persönliche Motivation zur Beschäftigung mit dem Färben von Textilien mit Pflanzen und legt die Zielsetzung ihrer Diplomarbeit dar.
2. Kräuterportraits: Dieses Kapitel liefert detaillierte Informationen zu den vier gewählten Pflanzen, einschließlich ihrer botanischen Systematik, Standorte, Inhaltsstoffe und Besonderheiten.
3. Die Geschichte der Textilfärberei: Ein historischer Rückblick auf die Entwicklung der Textilfärbung mit pflanzlichen Rohstoffen von der Antike bis zur Entdeckung synthetischer Farbstoffe.
4. Pflanzenfarbstoffe: Eine wissenschaftliche Erläuterung der verschiedenen Klassen von Pflanzenfarbstoffen und ihrer Rolle in pflanzlichen Metaboliten.
5. Textilkunde: Untersuchung verschiedener Naturfasern wie Seide, Wolle und Nessel imHinblick auf ihre Eigenschaften als Trägermaterial für Pflanzenfarben.
6. Technik des Textilfärbens mit Kräutern: Praktische Anleitung zur Vorbereitung der Textilien, verschiedenen Beizverfahren sowie dem eigentlichen Färbeprozess.
7. Pflanzenfarbstoffe und Färberesultate: Dokumentation und Analyse der persönlichen Färbeversuche der Autorin mit den gewählten Kräutern auf Baumwollstoffen.
8. Resümee: Reflexion über die gewonnenen Erkenntnisse und die Nachhaltigkeit der angewendeten Färbetechniken im Gegensatz zu industriellen Verfahren.
Pflanzenfärberei, Naturfasern, Kräuterpädagogik, Baumwolle, Beizverfahren, Alaunbeize, Sojamilch, Pflanzenfarbstoffe, Flavonoide, Anthrachinone, Brennnessel, Johanniskraut, Blutweiderich, Mädesüss, Nachhaltigkeit
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Kunst und Technik des natürlichen Färbens von Textilien, insbesondere Baumwolle, unter Verwendung heimischer Wildkräuter.
Die Themen umfassen die botanische Vorstellung der verwendeten Kräuter, die geschichtliche Entwicklung des Färbens, biochemische Grundlagen der Farbstoffe sowie praktische Färbeanleitungen.
Ziel ist es, einen generellen Einblick in die Pflanzenfarbstoffe zu geben und die Ergebnisse eigener, praktischer Färbeversuche mit regionalen Kräutern auf Baumwolle verständlich zu vermitteln.
Die Autorin wendete eine chronologische Dokumentation ihrer praktischen Färbeversuche im Jahreskreis an, kombiniert mit dem Vergleich zweier unterschiedlicher Beizverfahren (Alaunbeize und Pflanzliches Beizen mit Sojamilch).
Der Hauptteil gliedert sich in Kräuterportraits, eine historische Einordnung der Färberei, eine Einführung in Biochemie der Farbstoffe und eine detaillierte technische Beschreibung der Vorbehandlung und Färbeprozesse.
Die Arbeit zeichnet sich durch die Begriffe Pflanzenfarbstoffe, Textilfärberei, Beiztechniken, Nachhaltigkeit und regionale Kräuterkunde aus.
Das Beizen ist entscheidend, um die Farbe dauerhaft auf der Faser zu fixieren und sowohl Waschechtheit als auch Lichtechtheit zu gewährleisten.
Die Autorin hat sowohl das mineralische Beizen mit Alaun als auch das umweltfreundliche pflanzliche Beizen mit Sojamilch untersucht und praktisch angewendet.
Die Brennnessel dient sowohl als Textilfaserlieferant für Nesselstoff als auch als Färbepflanze, was sie zu einem zentralen und vielseitig untersuchten Element der Arbeit macht.
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