Examensarbeit, 2016
118 Seiten, Note: 2,0
Teil A: Die Entstehung von pädagogischen Einrichtungen durch August Hermann Francke
1. August Hermann Francke - sein Leben
1.1 Der Pietismus im 17. und 18. Jahrhundert
1.2 Franckes Kinder- und Jugendzeit
1.3 Studium und Pfarrtätigkeiten
1.3.1 Akademische Karriere
1.3.2 Glaubenskrise und Bekehrung
1.3.3 Francke als Pfarrer
1.3.4 Franckes Gemeinde- und Studienreform
1.4 Die Halleschen Anstalten
1.5 Privates Leben
1.6 Lebensende und Tod
2. Halle an der Saale und die Franckeschen Stiftungen zu Glaucha
2.1 Halle an der Saale und die Welt um 1700
2.2 Das Waisenhaus und die Schulen
2.3 Weitere Einrichtungen
2.4 Buchhandlung und Verlag
2.5 Mission und weltweites Wirken
3. August Hermann Franckes Pädagogik
3.1 Franckes pädagogische Vorbilder
3.1.1 Vorbild Martin Luther
3.1.2 Vorbild Herzog Ernst der Fromme
3.1.3 Vorbild Johann Amos Comenius
3.2 Zu Grunde liegendes Bild des Kindes
3.3 Inhalte und Mittel der Erziehung
3.4 Der christliche Erzieher – „Seminarium Praeceptorum“
3.5 Bildung für Mädchen
3.6 Schwächen und Grenzen der Franckeschen Pädagogik
3.7 Einfluss und Wirken auf das heutige Schulleben
Teil B: Leben und Wirken August Hermann Franckes als Thema im Grundschulunterricht
4. „Religiöse Persönlichkeiten“ und „Kirchengeschichte“ als Themen im (evangelischen) Religionsunterricht in der Grundschule
4.1 Lernen an Biographien
4.2 Lebensbilder als Zugang für Kirchengeschichte
5. Kinderliteratur als Zugang zu A.H. Francke
5.1 Kinder- und Jugendliteratur im Religionsunterricht
5.2 Christliche Kinder- und Jugendliteratur
5.3 Kirchengeschichte im Kinderbuch
6. Verankerung des Themas um Francke in den Regelwerken der Primarstufe
Teil C: Eine mögliche Umsetzung: Kinderbuch zu A.H. Francke
7. Begründung der ausgewählten Inhalte für das Kinderbuch „Der Sonne stets zugewandt“
8. Didaktische Reduktion und Elementarisierung
9. Ausblick in den Religionsunterricht der Grundschule
Diese Arbeit untersucht das soziale Engagement und die pädagogischen Reformen von August Hermann Francke im 17. und 18. Jahrhundert in Halle an der Saale. Die zentrale Forschungsfrage liegt darin, wie seine Biographie und seine Pädagogik unter kirchengeschichtlichen Gesichtspunkten als Basis für ein zeitgemäßes Unterrichtsthema im Religionsunterricht der Grundschule aufbereitet werden können.
1.2 Franckes Kinder- und Jugendzeit
August Hermann Francke wurde am 12. oder 22. März 1663 in der Hansestadt Lübeck geboren. Seine Familie kam ursprünglich aus Thüringen, wo sein Großvater Hans als Bäckermeister arbeitete, bevor er nach Lübeck zog und in eine angesehene Familie des gehobenen Bürgertums einheiratete. A.H. Franckes Vater Johannes (1625 – 1670) studierte unter anderem in Königsberg, Danzig sowie im westeuropäischen Ausland Jura und begann eine erfolgreiche Laufbahn als Jurist. Sowohl der Großvater, als auch der Vater galten als besonders fromme und fleißige Männer, die der lutherischen Reformorthodoxie nahe standen.
Franckes Mutter Anna Gloxin (1635 – 1709) war Tochter der Lübecker Bürgermeisters und Syndikus David Gloxin (1597 – 1671) und lernte ihren Ehemann über ihren Vater, welcher mit Johannes Francke bei der juristischen Vertretung der Städte Kiel, Gottorff und Lübeck zusammen arbeitete, kennen.
1. August Hermann Francke - sein Leben: Chronologische Darstellung der Biographie Franckes, seines Elternhauses und der pietistischen Reformbewegung.
2. Halle an der Saale und die Franckeschen Stiftungen zu Glaucha: Überblick über die sozioökonomische Situation Halles um 1700 und die Entstehung der Stiftungen.
3. August Hermann Franckes Pädagogik: Analyse der pädagogischen Vorbilder, des Menschenbildes und der Erziehungsmethoden von Francke.
4. „Religiöse Persönlichkeiten“ und „Kirchengeschichte“ als Themen im (evangelischen) Religionsunterricht in der Grundschule: Begründung des biographischen Zugangs zur Vermittlung kirchengeschichtlicher Inhalte.
5. Kinderliteratur als Zugang zu A.H. Francke: Untersuchung der Möglichkeiten und Chancen literarischer Mittel im Religionsunterricht.
6. Verankerung des Themas um Francke in den Regelwerken der Primarstufe: Prüfung der Relevanz des Themas im Kontext aktueller Bildungsstandards.
7. Begründung der ausgewählten Inhalte für das Kinderbuch „Der Sonne stets zugewandt“: Darlegung der Entscheidungsgrundlagen für das pädagogische Fachkonzept des Kinderbuchs.
8. Didaktische Reduktion und Elementarisierung: Anwendung didaktischer Methoden zur altersgerechten Aufbereitung der historischen Stoffe.
9. Ausblick in den Religionsunterricht der Grundschule: Reflexion der Möglichkeiten einer praktischen Umsetzung in der Schule.
August Hermann Francke, Pietismus, Franckesche Stiftungen, Pädagogik, Religionsunterricht, Grundschule, biographisches Lernen, Kinderliteratur, Kirchengeschichte, Didaktik, Reformpädagogik, Reformorthodoxie, soziale Erziehung, christliche Werte, Schulerziehung.
Diese Arbeit befasst sich mit dem Leben und pädagogischen Wirken von August Hermann Francke sowie der didaktischen Aufbereitung dieser historischen Thematik für den Grundschulunterricht.
Die Arbeit verknüpft die Bereiche Kirchengeschichte, Biographik des 17. und 18. Jahrhunderts und Grundschuldidaktik.
Ziel ist es, zu zeigen, wie historische Inhalte durch biographisches Lernen und Literatur kindgerecht im Religionsunterricht vermittelt werden können.
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse sowie eine fachdidaktische Ausarbeitung zur didaktischen Reduktion von Inhalten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Biographie Franckes, eine Analyse seiner Pädagogik und die Entwicklung eines fachdidaktischen Konzepts anhand eines Kinderbuches.
Die wichtigsten Begriffe sind August Hermann Francke, Pietismus, Grundschuldidaktik, Biographiearbeit und Kinderliteratur.
Francke gilt als einer der Wegbereiter einer pädagogischen Erziehung, die Herz und Verstand gleichermaßen anspricht, und bietet durch seine Lebensgeschichte konkrete Lernanlässe für christliches Handeln.
Es setzt nicht auf abstrakte Wissensvermittlung, sondern auf die Identifikation mit einer historischen Figur (dem Waisenjungen Friedrich), um Empathie und Verständnis für die Vergangenheit zu wecken.
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