Bachelorarbeit, 2024
33 Seiten, Note: 1
1. EINLEITUNG
2. ÜBER GEWALT UND FRAUEN
2.1 Definition von Gewalt
2.2 Die Frau im Jelinekschen Gewaltkosmos - ein feministischer Ansatz
3. DAS VOLKSSTÜCK ALS ENTSCHIEDENE FORM
4. NARRATION VON WEIBLICHKEIT
4.1 Mutterschaft
4.2 Partnerschaft
4.3 Körperlichkeit
5. RELATION VON GEWALTFORMEN ZUR KATEGORIE GESCHLECHT
5.1 Sprachliche Gewalt
5.2 Körperliche Gewalt
5.3 Strukturelle Gewalt
6. PUNKTE DER KRITIK
6.1 Gewalt von Verdrängung
6.2 Die Rolle der Frau
7. FAZIT
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Elfriede Jelinek in ihrem Stück Burgtheater das verhängnisvolle Zusammenspiel von Geschlecht und Gewalt thematisiert, insbesondere in Bezug auf weibliche Geschlechternarrative im Kontext des Nationalsozialismus und dessen Nachwirkung in Österreich. Dabei wird analysiert, inwiefern daraus eine Kritik an den gesellschaftlichen Machtstrukturen und den tradierten Frauenbildern resultiert.
4. NARRATION VON WEIBLICHKEIT
Mutterschaft, wie sie im dritten Reich verstanden wurde, hat ihren historischen Ursprung um 18./19. Jahrhundert, wo eine Naturalisierung bzw. Biologisierung stattfand. Sich von der göttlichen Ordnung abwendend, wurde sich einer natürlichen Ordnung zugewandt, die eine übergeordnete Rolle des Mannes und das Entstehen des Rassenbegriffs erklärt. Mit der lateinischen Wurzel von Mama, die auf Mammalia (=Säugetier) zurückgeht, wurde die Frau auf ihre Mutterschaft begrenzt. Eine Frau ist in nazionalsozialistischen Vorstellung in erster Linie Gebärerin und Mutter, kann also als Vollblutmutter bezeichnet werden. Gegen Ende des Stückes sticht sich Käthe mit einer Schere in die Brust, an der zuvor noch das Hakenkreuz baumelte und „[...] blutet, ist aber nicht tot.“ (Jelinek, Elfriede: Burgtheater, S. 186) Ohnmächtig werdend liegt sie in ihrem eigenen Blut am Boden, was wiederum an die Blut- und Bodenideologie erinnert. Diese Szene bringt sonst ungreifbare Termini in eine visuelle Darstellung und stellt sie bloß. Indem sich der Rest der Familie nicht um die blutende Käthe kümmert (Vgl. Ebd.) und um sie herum steht. (Vgl. Jelinek, Elfriede: Burgtheater, S. 188) bestärken sie das Bild und erhalten es aufrecht.
1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Verbindung von Gewalt und Geschlecht in Elfriede Jelineks Stück Burgtheater und dessen Status als kontroverses, politisches Werk.
2. ÜBER GEWALT UND FRAUEN: Theoretische Schärfung des Gewaltbegriffs sowie Einordnung der Frau in Jelineks spezifischen feministischen Darstellungsansatz innerhalb patriarchaler Strukturen.
3. DAS VOLKSSTÜCK ALS ENTSCHIEDENE FORM: Analyse der ästhetischen Form des Burgtheaters als dekonstruiertes Volksstück, das durch Komik und Provokation ideologische Verhältnisse demaskiert.
4. NARRATION VON WEIBLICHKEIT: Detaillierte Untersuchung der Inszenierung weiblicher Identitätsentwürfe in Bezug auf Mutterschaft, Partnerschaft und Körperlichkeit unter dem Einfluss der NS-Ideologie.
5. RELATION VON GEWALTFORMEN ZUR KATEGORIE GESCHLECHT: Differenzierte Betrachtung der sprachlichen, körperlichen und strukturellen Gewalt und deren Verschränkung mit den Geschlechterrollen im Stück.
6. PUNKTE DER KRITIK: kritische Auseinandersetzung mit der Gewalt der Verdrängung und der Rolle der Frau bei der Aufrechterhaltung kollektiver Mythen und Machtsysteme.
7. FAZIT: Zusammenfassende Reflexion über die andauernde Relevanz des Stücks als Mahnmal gegen patriarchale Machtstrukturen und die Notwendigkeit des kritischen Erinnerns.
Elfriede Jelinek, Burgtheater, Gewalt, Geschlecht, Nationalsozialismus, Patriarchat, Volksstück, Frauenbild, Verdrängung, Opfermythos, Schauspielindustrie, sprachliche Gewalt, körperliche Gewalt, strukturelle Gewalt, österreichische Identität.
Die Arbeit analysiert Jelineks Theaterstück Burgtheater im Hinblick auf die Verbindung zwischen Geschlechterrollen, Gewaltformen und nationalsozialistischer Kontinuität in Österreich.
Die zentralen Themen sind der Zusammenhang von Geschlecht und struktureller Gewalt, die De-Konstruktion des österreichischen Opfermythos und die aktive sowie passive Rolle von Frauen im NS-Regime.
Die Arbeit untersucht, wie das Burgtheater als Volksstück die Verbindung zwischen Geschlecht und verschiedenen Formen der Gewalt thematisiert, insbesondere im Kontext weiblicher Geschlechternarrative und der daraus resultierenden Kritik an diesen Bildern.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die auf der Untersuchung des Originaltextes und der Sekundärliteratur zu Jelinek und den behandelten Gewaltformen basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Rolle der Frau (Mutterschaft, Partnerschaft, Körperlichkeit), die Analyse der Gewaltformen (sprachlich, körperlich, strukturell) sowie die kritische Reflexion gesellschaftlicher Verdrängungsstrategien.
Die Arbeit ist charakterisiert durch Begriffe wie Elfriede Jelinek, Burgtheater, patriarchale Gewalt, NS-Kontinuität, Frauenbilder in der Kunst und österreichischer Opfermythos.
Diese Narrative dienen dazu, die Instrumentalisierung der Frau als Reproduktionsinstrument des Staates und ihre Verstrickung in patriarchale Machtstrukturen als Komplizin – sei es aktiv oder passiv – aufzuzeigen.
Das Lachen wird als Strategie der Verdrängung und Kompensation von Grausamkeit gedeutet, mit der die Figuren gewalttätige, moralische Ordnungen unreflektiert aufrechterhalten.
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