Examensarbeit, 2007
101 Seiten, Note: 2,00
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1 EINLEITUNG
1.1 PROBLEMSTELLUNG
1.2 ZIELE DIESER ARBEIT
2 WAS IST LESEN?
2.1 LESEN ALS KULTURTECHNIK
2.2 LESEN IN EINER MEDIENGESELLSCHAFT
3 AKTUELLE UNTERSUCHUNGEN ZUR LESEKOMPETENZ
3.1 DIE PISA-STUDIE 2000
3.1.1 Erfassung der Lesekompetenz
3.1.2 Ergebnisse der PISA-Studie 2000
3.1.3 PISA 2003: Die Ergebnisse im Vergleich
3.2 DIE IGLU-STUDIE
3.2.1 Erfassung der Lesekompetenz bei IGLU
3.2.2 Ergebnisse der IGLU-Studie
3.3 SCHLUSSFOLGERUNG
4 DEUTSCHUNTERRICHT IN MULTINATIONALEN LERNGRUPPEN
4.1 DEUTSCH ALS ZWEITSPRACHE
4.1.1 Theorie des Zweitspracherwerbs
4.1.2 Einfluss der Erstsprache
4.1.2.1 Affinität der beiden Sprachen
4.1.3 Besonderheiten des Deutschen
4.2 SPRACHLICHE PROBLEME DER DAZ-LERNEN
4.2.1 Schwierigkeiten mit der Schriftsprache
4.2.2 Die Lesefähigkeit von Migrantenkindern
4.3 SCHLUSSFOLGERUNG FÜR DEN DEUTSCHUNTERRICHT
5 LESEFÖRDERUNG
5.1 LESEFÖRDERUNG: GRUNDLAGEN UND MÖGLICHKEITEN
5.1.1 Die Rolle der Familie
5.1.2 Leseförderung in der Schule
5.1.2.1 Kriterien für die Textauswahl
5.1.2.2 Die Leseecke
5.1.2.3 Die Bibliotheken
5.1.2.4 Leseförderung durch neue Medien
5.2 LESESTRATEGIEN
5.2.1 Lesestrategien im Rahmenlehrplan
5.2.1.1 Vermutungen über den Textinhalt anstellen
5.2.1.2 Fragen an den Text stellen
5.2.1.3 Unverstandenes klären
5.2.1.4 Den Text in sinnvolle Textabschnitte einteilen
5.2.1.5 Wichtige Textstellen markieren und fixieren
5.2.1.6 Den gelesenen Text wiedergeben
5.2.2 Die SQ3R-Methode
6 KONZEPT ZUR LESEFÖRDERUNG „PEDRO TRÄUMT VOM GROßEN SPIEL“
6.1 PEDRO TRÄUMT VOM GROßEN SPIEL – INHALT
6.1.1 Begründung der Textauswahl
6.1.2 Grenzen des Konzepts (im Rahmen dieser Arbeit)
6.2 DIE ZEHN BAUSTEINE
6.2.1 B1: Wovon könnte das Buch handeln?
6.2.2 B2: Hast du alles verstanden? (siehe Arbeitsbögen)
6.2.3 B3: Vorlesen durch den Lehrer (siehe Anhang)
6.2.4 B4: Stelle Fragen an den Text!
6.2.5 B5: Teile den Text in sinnvolle Abschnitte!
6.2.6 B6: Weißt du Bescheid? (siehe Arbeitsbogen)
6.2.7 B7: Was ist wichtig? (siehe Arbeitsbogen)
6.2.8 B8: Kannst du mir sagen, wovon diese Kapitel handelt?
6.2.9 B9: Bibliotheksbesuch (siehe Arbeitsbogen)
6.2.10 B10: Eine Ausstellung über das Buch erstellen
7 FAZIT
Ziel dieser Arbeit ist es, Wege zur Leseförderung in multinationalen Klassen aufzuzeigen, indem kognitive Lesestrategien mit emotional-motivierenden Elementen verknüpft werden. Die Arbeit untersucht die Bedeutung des Lesens, die Lesekompetenz deutscher Schüler im Lichte der PISA- und IGLU-Studien sowie die spezifischen sprachlichen Herausforderungen für Kinder nichtdeutscher Herkunft, um daraus ein praktisches Förderkonzept für das Jugendbuch "Pedro träumt vom großen Spiel" abzuleiten.
Die Bedeutung des Lesens in unserer Gesellschaft
Das Wort lesen, hervorgegangen aus dem althochdeutschen Wort lesan, bedeutete ursprünglich „auflesen, sammeln“. Die heutige Bedeutung (ein Buch lesen) beruht auf einer Bedeutungsentlehnung des lateinischen Wortes legere, das zunächst nur „auflesen“, später aber „einer Spur folgen“, „den Schriftzeichen folgen, lesen“ bedeutete.
Unter dem Begriff „lesen“ versteht man (bei einer Buchstabenschrift) zunächst das Umwandeln von Schriftzeichen (Buchstaben) in unterschiedliche Sprachlaute. Während Leseanfänger sich dabei, um ein Wort zu entschlüsseln, mühsam Buchstabe für Buchstabe voran arbeiten, verfügen geübte Leser über „Buchstabengruppen-, Silben- und Wortschemata“, die helfen, den Lesevorgang zu beschleunigen.
Je öfter sie ein Wort lesen, desto seltener tun sie dies Buchstabe für Buchstabe - flüssiges Lesen ist vielmehr ein „blitzartiges Wiedererkennen von Wörtern und Wortgruppen.“ Die Speicherung des „Sichtwortschatz“ geschieht dabei durch häufiges Lesen und Üben. Je größer der Sichtwortschatz des jeweiligen Lesers ist, desto flüssiger kann er lesen. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass der Leser über ein wesentliches Merkmal des Lesevorgangs, dem „Lesen als Gliederungskunst“ verfügt. Wörter und Wortgruppen werden hierbei nicht als mechanische Abfolge, sondern als Sinneinheiten gesehen und erfasst, von denen häufig vorkommende gespeichert und wieder erkannt werden.
Nach dem Erkennen der einzelnen Wörter und Wortgruppen werden auf einer nächsten Ebene die Wortbedeutungen erfasst. Auch die semantische Analyse erfolgt dabei nicht Wort für Wort, sondern insgesamt, indem erneut an das bereits vorhandene Wissen des Lesers angeknüpft wird. Durch die Herstellung semantischer und syntaktischer Relationen zwischen den einzelnen Wörtern und Sätzen sowie der Zusammenfassung der Sätze zu Bedeutungseinheiten, kann man sich den Inhalt eines Textes erschließen.
1 EINLEITUNG: Darstellung der Problemlage in Bezug auf die Lesekompetenz deutscher Schüler und Definition der Ziele dieser Arbeit zur Leseförderung.
2 WAS IST LESEN?: Definition des Begriffs Lesen als kognitiv-aktiver Vorgang und Erläuterung des Lesens als zentrale Kulturtechnik in der modernen Gesellschaft.
3 AKTUELLE UNTERSUCHUNGEN ZUR LESEKOMPETENZ: Überblick über die Ergebnisse der PISA- und IGLU-Studien sowie Diskussion der Lesekompetenz deutscher Schüler im internationalen Vergleich.
4 DEUTSCHUNTERRICHT IN MULTINATIONALEN LERNGRUPPEN: Analyse der Herausforderungen für Lehrkräfte und DaZ-Schüler in multinationalen Klassen sowie theoretische Grundlagen des Zweitspracherwerbs.
5 LESEFÖRDERUNG: Erläuterung von Grundlagen und Möglichkeiten der Leseförderung sowie Vorstellung konkreter Lesestrategien für den Unterricht.
6 KONZEPT ZUR LESEFÖRDERUNG „PEDRO TRÄUMT VOM GROßEN SPIEL“: Praktische Vorstellung eines von der Autorin entwickelten Konzepts zur Leseförderung anhand eines ausgewählten Jugendbuches mit zehn Bausteinen.
7 FAZIT: Zusammenfassende Betrachtung der Notwendigkeit einer frühzeitigen und systematischen Leseförderung in multinationalen Klassen und die Rolle der Schule bei der Integration.
Leseförderung, Lesekompetenz, Lesestrategien, Multinationale Lerngruppen, Deutsch als Zweitsprache, PISA-Studie, IGLU-Studie, Erstsprache, Zweitspracherwerb, Lesemotivation, Schriftspracherwerb, Lesesozialisation, Literaturunterricht, Integration, Bildungsbenachteiligung.
Die Arbeit befasst sich mit Wegen und Möglichkeiten der Leseförderung innerhalb des Deutschunterrichts, speziell konzipiert für multinationale Lerngruppen in den Klassenstufen 5 und 6.
Die zentralen Themenfelder umfassen den theoretischen Hintergrund des Lesens, die Analyse der Lesekompetenz durch internationale Studien wie PISA und IGLU, die besonderen Anforderungen des DaZ-Unterrichts sowie praktische Konzepte für eine motivierende Leseförderung.
Das Hauptziel ist die Aufzeichnung möglicher Wege der Leseförderung durch eine Kombination aus emotional-motivierenden Methoden und kognitiven Lesestrategien, um die Lesekompetenz aller Schüler in heterogenen Klassen zu stärken.
Die Arbeit stützt sich primär auf eine theoretische Literaturanalyse aktueller Studien (PISA, IGLU) sowie didaktischer Fachliteratur, um darauf basierend ein eigenes, praktisches Förderkonzept für den Unterricht zu entwickeln.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit Leseverständnis, den Herausforderungen in multinationalen Klassen und Strategien der Leseförderung, gefolgt von der praktischen Anwendung in Form eines zehngliedrigen Konzepts zum Buch "Pedro träumt vom großen Spiel".
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Leseförderung, Lesestrategien, multinationale Lerngruppen, Deutsch als Zweitsprache (DaZ) und Lesekompetenz charakterisiert.
Das Buch dient als konkrete Textgrundlage für das entwickelte pädagogische Konzept, um Lesestrategien und emotionale Lesemotivation praktisch in den Unterricht zu integrieren.
DaZ-Schüler erlernen die deutsche Sprache in einem ungesteuerten Prozess neben dem Fachunterricht, oft ohne vorherigen altersgemäßen Sprachstand in ihrer Erstsprache, was den Schriftspracherwerb erschwert.
Die Familie ist die wichtigste Instanz der Lesesozialisation, jedoch sind viele Eltern (insbesondere in lesefernen Familien) überfordert, weshalb die Schule eine stärkere Rolle einnehmen und die Eltern aktiv einbeziehen muss.
Die Leseförderung ist eine Daueraufgabe, die nicht nur im Deutschunterricht stattfinden darf, sondern fächerübergreifend und durch eine systematische, differenzierte Förderung bereits in der Grundschule initiiert werden muss.
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