Diplomarbeit, 2009
115 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Zielsetzung
3 Aufbau der Arbeit
4 Bankenaufsicht
4.1 Funktionen und Prinzipien der Finanzmarktaufsicht
4.2 Modelle der Finanzmarktaufsicht
4.3 Bankenaufsicht in Österreich
4.3.1 Bankenaufsichtsreform
4.3.2 Aufgabenverteilung Neu zwischen FMA und OeNB
4.3.3 Kritische Würdigung
4.3.4 Vergleich mit anderen Staaten
4.4 Fazit
5 Basel II
5.1 Einleitung
5.2 Eigenmittel und Kernkapital
5.3 Das Drei-Säulen-Modell
5.3.1 Säule 1
5.3.1.1 Kreditrisiko
5.3.1.2 Marktrisiko
5.3.1.3 Operationelles Risiko
5.3.2 Säule 2
5.3.3 Säule 3
5.4 Stand der Umsetzung
5.4.1 Auswahl der Banken
5.4.2 Eigenmittel - und Kernkapitalquote
5.4.3 Analyse der Säule 1-Risikoarten
5.4.3.1 Allgemeines
5.4.3.2 Kreditrisiko
5.4.3.3 Marktrisiko
5.4.3.4 Operationelles Risiko
5.4.4 Analyse des Risikomanagements im Rahmen der Säule 2
5.4.4.1 Berücksichtigte Risikoarten
5.4.4.2 Liquiditätsrisiko
5.4.4.3 Stresstests
5.4.5 Aggregierte Daten
5.4.6 Fazit
6 Lehren aus der Finanzmarktkrise
6.1 Allgemeines
6.2 Multilaterale Aufsicht
6.3 Systemisches Risiko
6.4 Liquidität
6.5 Originate to distribute
6.6 Prozyklizität
6.7 Mangelnde Eigenkapitalausstattung
6.7.1 Leverage
6.7.2 Handelsbuch
6.8 Risikobestimmung
6.9 Inkohärenzen in der EU
6.10 Weitere Kritikpunkte
6.11 Fokus Österreich
6.12 Fazit
7 Resümee
Diese Diplomarbeit untersucht den Status quo der österreichischen Bankenaufsicht sowie die Umsetzung von Basel II in sechs österreichischen Großbanken. Basierend auf diesen Erkenntnissen werden die im Zuge der Finanzmarktkrise identifizierten Problemfelder des Regelwerks analysiert, um daraus Lehren für eine zukünftige Ausgestaltung der Bankenregulierung abzuleiten.
4.3.2 Aufgabenverteilung Neu zwischen FMA und OeNB
Um die Doppelgleisigkeiten und Schnittstellenprobleme zu eliminieren, wurden die Aufgabenfelder der beiden Institutionen klar in die Funktionen des „Fact-findings“ und des „Decision-takings“ getrennt. Unter Fact-finding wird hier die Analyse und Risikobeurteilung verstanden, während unter Decision-taking sämtliche behördlichen Entscheidungen fallen. Die Aufgaben des Fact-findings wurden unter die Ägiden der OeNB gestellt und mit dem Decision-taking ist einzig die FMA betraut. In Abbildung 1 ist die Aufgabenverteilung in der Bankenaufsicht vor und nach der Reform übersichtsweise dargestellt.
Konkret heißt dies, dass die FMA die weisungsfreie und unabhängige Aufsicht für alle Finanzbereiche bleibt. Wie bisher liegt bei ihr die Behördenfunktion in der Bankenaufsicht. Unter behördliche Tätigkeiten fallen beispielsweise die Konzessionserteilung (§§ 1 bis 5 BWG) oder -rücknahme (§§ 6 und 7 BWG), Notifikationsverfahren (§§ 9 bis 19 BWG), „Fit&Proper“-Beurteilung einer qualifizierten Beteiligung an Kreditinstituten (§ 20 BWG) sowie die Bewilligung von internen Basel II-Modellen.
Im Bereich der Vor-Ort-Prüfungen ist nunmehr ausschließlich die OeNB zuständig. Gemeinsam mit der FMA wird jedes Jahr ein Prüfungsprogramm erstellt, das unter anderem die zu prüfenden Institute, Prüfungsschwerpunkte sowie den jeweiligen Prüfungsbeginn enthält. An dieses Programm hat sich die OeNB zu halten.
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert den Umbruchprozess in der Bankenaufsicht und die Einführung von Basel II im Jahr 2008 vor dem Hintergrund der Finanzmarktkrise.
2 Zielsetzung: Ziel ist die Untersuchung des Status quo in Österreich und der Umsetzung von Basel II sowie die Diskussion von Schwächen des Regelwerks nach der Krise.
3 Aufbau der Arbeit: Das Kapitel erläutert die methodische Vorgehensweise, bestehend aus der Beleuchtung des aktuellen Stands der Aufsicht und einer Analyse von Basel II in den größten österreichischen Instituten.
4 Bankenaufsicht: Es wird die historische und aktuelle Struktur der österreichischen Finanzmarktaufsicht, einschließlich der Rollen von FMA und OeNB, sowie deren Vergleich mit internationalen Modellen dargestellt.
5 Basel II: Dieses Kapitel beschreibt das Drei-Säulen-Modell, die Anforderungen an Eigenmittel sowie den Stand der Umsetzung bei sechs österreichischen Großbanken.
6 Lehren aus der Finanzmarktkrise: Hier werden die Problemfelder von Basel II und der Aufsicht diskutiert, wie etwa die multilaterale Aufsicht, das systemische Risiko, Liquidität, Prozyklizität und Mängel bei Ratingagenturen.
7 Resümee: Das Resümee fasst die Ergebnisse zusammen, wonach die Aufgabenverteilung zwischen FMA und OeNB geklärt wurde und die Banken ihre Hausaufgaben hinsichtlich der Basel II-Umsetzung gemacht haben, während die Diskussion um ein Basel III weitergeht.
Bankenaufsicht, Basel II, Finanzmarktkrise, Österreich, FMA, OeNB, Eigenmittel, Liquiditätsrisiko, Marktrisiko, Kreditrisiko, Operationales Risiko, Systemisches Risiko, Prozyklizität, Stresstests, Ratingagenturen.
Die Arbeit analysiert die Bankenaufsicht in Österreich, die Implementierung von Basel II in Großbanken und leitet aus der Finanzmarktkrise notwendige Verbesserungen für das Regelwerk ab.
Die Schwerpunkte liegen auf der Aufgabenverteilung zwischen der FMA und der OeNB, der Umsetzung der drei Säulen von Basel II und der kritischen Auseinandersetzung mit prozyklischen Effekten und Liquiditätsrisiken.
Ziel ist es, den Status quo der Aufsicht und der Basel II-Umsetzung in Österreich zu ermitteln und konkrete Schwachstellen aufzuzeigen, um Weiterentwicklungen in Richtung Basel III zu diskutieren.
Die Arbeit basiert auf einer Analyse aktueller Publikationen der Finanzmarktaufsicht, der Oesterreichischen Nationalbank sowie auf Geschäftsberichten und e-mail-Befragungen der sechs größten österreichischen Kreditinstitute.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Aufsichtsanalyse, eine Untersuchung der Basel II-Implementierung (inkl. Kennzahlen zu Eigenmittelquoten und Risikomodellen) sowie eine umfassende Diskussion der Lehren aus der Finanzmarktkrise.
Die Arbeit wird durch zentrale Begriffe wie Basel II, Finanzmarktkrise, systemisches Risiko, Eigenkapitalanforderungen und Bankenaufsicht charakterisiert.
Das Liquiditätsrisiko wird als eine der kritischen Lücken im ursprünglichen Basel II-Regelwerk identifiziert, die durch die Finanzmarktkrise deutlich hervorgetreten ist und nun eine stärkere quantitative und qualitative Beachtung erfordert.
Sie kritisiert die zu große Abhängigkeit von externen Ratings und empfiehlt eine strengere Regulierung sowie die Steigerung der Eigenverantwortung der Banken für ihre Kreditentscheidungen.
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