Diplomarbeit, 2003
111 Seiten, Note: 1
Einleitung
I) „Alles über ADS“
1. Was ist ADS?
1.1 ADS – ein durch natürliche Anpassung entstandener Wesenszug
1.2 Die Frontalhirn-Hypothese
1.3 Stoffwechsel und Hirnfunktion
1.4 Das Integrationsmodell der neurochemischen und neuroanatomischen Forschungen
1.5 Das gültige Erklärungsmodell
2. Die zwei ADS-Typen
2.1 Der „Zappelphilipp“
2.2 Das „Träumelinchen“
3. Merkmale und Kernsymptome beim Aufmerksamkeits-Defizit Syndrom
3.1 Die Informationsverarbeitung
3.1.1 Wie funktioniert die Informationsverarbeitung bei uns?
3.1.2 Die Informationsverarbeitung bei ADS-Betroffenen
3.2 Störung der Wahrnehmung
3.2.1 Störungen im visuellen Wahrnehmungsbereich
3.2.2 Störungen im auditiven Wahrnehmungsbereich
3.2.3 Störungen im taktil-kinästhetischen Wahrnehmungsbereich
3.3 Aufmerksamkeits- und Konzentrationsschwäche
3.4 Impulsivität
4. Folgeerscheinungen beim ADS
4.1 Teilleistungsschwächen
4.2 ADS-Kind – Außenseiter!
4.3 Mangelndes Selbstwertgefühl
II) „Therapie bei ADS – die Ergotherapie“
1. Therapiemöglichkeiten
2. Die Ergotherapie
2.1 Die Definition
2.2 Behandlungsziele
2.3 Der medizinische Aspekt bei der Ergotherapie
2.4 Mögliche Schwierigkeiten bei einer ergotherapeutischen Behandlung
2.4.1 Schwierigkeiten mit dem Kind
2.4.2 Schwierigkeiten mit den Eltern/Großeltern
2.4.3 Schwierigkeiten mit dem behandelnden Arzt/Kinderarzt
3. Behandlungsverfahren
3.1 Sensomotorische Integrationstherapie nach Jean Ayres
3.2 Die Feldenkrais-Methode
3.3 Das Affolter Modell
3.4 Graphomotorisches Training
3.5 Psychomotorik/Motopädagogik
4. Grundsätzliches einer Behandlung
4.1 Die Einzeltherapie
4.2 Die Gruppentherapie
III) „Das Fallbeispiel Jonas“
1. Wissenswertes
2. Jonas
2.1 Anamnese
2.2 Untersuchungen, Befunde und Ergebnisse
3. Jonas’ Mutter
4. Gespräch mit der behandelnden Ergotherapeutin
5. Gespräch mit der Klassenlehrerin
6. Beispiele aus den Therapiestunden
6.1 Beginn der Therapiestunden
6.2 Beispiele aus dem Hauptteil
6.3 Beispiele für die Beendigung der Therapiesitzungen
Schlussbemerkung
Die vorliegende Arbeit untersucht das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (ADS) und evaluiert die Ergotherapie als zentrale Therapiemöglichkeit für betroffene Kinder. Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Symptome und die komplexe Informationsverarbeitung bei ADS-Kindern zu schaffen und die praktische Umsetzung ergotherapeutischer Interventionen anhand eines Fallbeispiels zu verdeutlichen.
3.1 Sensorische Integrationstherapie nach Jean Ayres
Die Aufnahme von Sinnesinformationen, ihre Weiterleitung im Nervensystem und ihre Deutung im Gehirn zum Handlungsgebrauch wird sensorische Integration genannt. Bewegung, Berührung, Riechen, Hören, Sehen und andere Sinneseindrücke werden im Nervensystem und im Gehirn weitergeleitet, verarbeitet und gedeutet, um in sinnvolle und der Situation angemessene Handlungen umgesetzt werden zu können.
Die sensorische Integration gehört zur normalen Entwicklung des Nervensystems und beginnt schon im Mutterleib. In den ersten zwei Jahren ist der sensorische Integrationsprozess, auf Grund der rasanten Entwicklung des Kindes, besonders intensiv und setzt sich mit abnehmender Intensität lebenslang fort. Die durch das Gleichgewichtsorgan, Muskeln, Haut, Augen, Ohren, Nase und andere Organe aufgenommenen Sinneseindrücke und deren Vernetzungen bilden die Grundlage für den Erwerb von Bewegung, Handlungsfähigkeit, Interaktion, Sprache und Lernen.
Jean Ayres (1920 – 1989), eine amerikanische Psychologin und Ergotherapeutin, entwickelte die sensorische Integrationstherapie; eine Therapie zur Nachreifung der sensorisch integrativen Funktionen. Diese Therapie entstand auf der Hypothese, dass eine neuronale Dysfunktion den Grund für Lernstörungen darstelle. Ayres entwickelte einen speziellen Test zur Bestimmung sensorisch integrativer Dysfunktionen, den SCSIT (Southern California Sensory Integration Test, 1972), welcher ihr in erweiterter Form als SIPT (Sensory Integration and Praxis Test) große Anerkennung brachte.
Einleitung: Einführung in das ADS anhand des fiktiven Falls "Lukas" und Erläuterung der persönlichen Motivation der Autorin zur Auseinandersetzung mit der Ergotherapie bei ADS-Kindern.
I) „Alles über ADS“: Wissenschaftlicher Überblick über Ursachen, Symptomatik und die verschiedenen Ausprägungen des Aufmerksamkeitsdefizits bei Kindern.
II) „Therapie bei ADS – die Ergotherapie“: Darstellung verschiedener Behandlungsansätze mit Fokus auf ergotherapeutische Konzepte wie Sensorische Integration und Feldenkrais-Methode sowie deren Ziele und Anforderungen.
III) „Das Fallbeispiel Jonas“: Detaillierte Fallstudie über den Behandlungsverlauf von Jonas, inklusive Anamnese, therapeutischer Interventionen und Rückmeldungen aus Schule und Elternhaus.
ADS, Aufmerksamkeitsdefizit, Ergotherapie, Sensorische Integration, Wahrnehmungsstörungen, Impulskontrolle, Konzentration, Hyperaktivität, Feinmotorik, Fallbeispiel, Kindesentwicklung, Bewegungsplanung, Selbstwertgefühl, Teilleistungsschwächen, Therapieplan.
Die Arbeit befasst sich mit der pädagogisch-psychologischen Intervention bei Kindern mit Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (ADS), wobei der Fokus explizit auf der Ergotherapie als unterstützende Therapiemöglichkeit liegt.
Die Arbeit behandelt die medizinischen und psychologischen Grundlagen von ADS, die verschiedenen therapeutischen Ansätze (u.a. Sensomotorische Integration, Motopädagogik, Feldenkrais-Methode) sowie die praktische Anwendung im ergotherapeutischen Alltag.
Das primäre Ziel ist es, zu zeigen, wie durch ergotherapeutische Maßnahmen die Wahrnehmungsverarbeitung, die Motorik und das Sozialverhalten von ADS-Kindern verbessert und somit ihre Lebensqualität und Schulfähigkeit gestärkt werden können.
Die Arbeit kombiniert eine theoretische Aufarbeitung der Fachliteratur mit einer qualitativen Beobachtungsstudie (Fallbeispiel) eines Kindes, das über einen Zeitraum von zweieinhalb Monaten in einer Ergotherapiepraxis hospitiert wurde.
Der Hauptteil gliedert sich in eine umfassende Theorie über ADS, eine detaillierte Darstellung ergotherapeutischer Behandlungsmethoden und eine ausführliche Analyse des Fallbeispiels "Jonas" inklusive Anamnese und Therapieerfolgen.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Ergotherapie, ADHS, Wahrnehmungsförderung, sensorische Integration, motorische Koordination und ganzheitliche Entwicklungsförderung charakterisieren.
Jonas erhält eine individuelle ergotherapeutische Förderung, die sowohl die Grob- und Feinmotorik als auch die visuelle Wahrnehmung und Konzentrationsfähigkeit durch spielerische Elemente wie Parcours, Brettschaukeln und Koordinationstraining adressiert.
Die Eltern sind essenzielle Partner; ihre Unterstützung, die Einbeziehung in die Therapieziele und die Fortführung der Übungen im häuslichen Umfeld sind entscheidend für den therapeutischen Erfolg.
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