Examensarbeit, 1999
39 Seiten, Note: sehr gut
0 Einleitung
1 Die Notwendigkeit von Bewegung für die Entwicklungsförderung
1.1 Kinder brauchen Bewegung
1.2 Die Rahmenrichtlinien für den Schulsport in Hessen
2 Das Konzept der Sportartendominanz
2.1 Argumente, für eine Überarbeitung des Konzepts der Sportarten
2.1.1 Die Ausdifferenzierung der Inhalte von Sport und Bewegung
2.1.2 Die Entwicklungsaufgaben des Sportunterrichts
2.1.3 Die Differenzierung sportwissenschaftlicher Ausbildungsgänge
3 Alternative Überlegungen zum Konzept der Sportarten
4 Das Marburger Konzept „Grundthemen des Bewegens“
5 Die Überprüfung der „Grundthemen des Bewegens“ anhand der Praxis
6 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Notwendigkeit und Umsetzung des Marburger Konzepts „Grundthemen des Bewegens“ als alternative didaktische Strukturierung der Sportlehrerausbildung. Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie dieses Konzept den durch Bewegungsarmut und einseitige Sportartendominanz entstandenen Defiziten in der modernen Bewegungserziehung entgegenwirkt und eine ganzheitliche Basis für die sportwissenschaftliche Ausbildung schafft.
2.1.1 Die Ausdifferenzierung der Inhalte von Sport und Bewegung
Der erste Aspekt beinhaltet die Tatsache, daß der Gegenstand des Sports immer weiter ausdifferenziert wird und dies vor allem im außerschulischen Bereich. Der Gegenstandsbereich dessen, was der Begriff Sport unter sich vereint, wird demzufolge immer größer. Ein Beispiel dafür ist die noch relativ neue Sportart des Inline- Skatens, obwohl es die Rollschuhe an sich schon viel länger gibt. Aber in dieser Erscheinungsform, mit der Etablierung eines reinen Trends zur Sportart, die ihren Einzug bereits in Sportvereine oder Schulen findet, ist das Inline- Skaten als neue Sportart zu bezeichnen.
Und bereits in dieser noch neuen Sportart läßt sich die angesprochene Differenzierung nachweisen. Selbst dieser kleine Ausschnitt aus dem Angebot von Sportarten kann inzwischen in verschiedene Unter Sportarten aufgeteilt werden. Da gibt es das einfache Inlinen am Wochenende als Ausdauertraining, das einfache Freizeitgerät, das Speed- Skaten, das Roller- Hockey sowie Free- Skaten oder auch das Fahren in der Half- Pipe. Wahrscheinlich gibt es schon wieder weitere Differenzierungen, die dem Laien nur noch nicht bekannt sind. Eine eben solche Vervielfältigung läßt sich auch auf dem althergebrachten Sektor des Fahrrads feststellen. Hier gibt es neben dem einfachen Fortbewegungsmittel das Sportgerät Fahrrad zum Mountain Biking, für das BMX oder das Straßenrennen. Und selbst diese können noch differenziert werden. Es gibt nicht mehr nur das einfache Straßenrennrad, nein es gibt auch die Zeitfahrmaschine und das Triathlonrad. Bedacht werden sollte bei dieser Entwicklung jeweils, daß die Ausdifferenzierung des jeweiligen sportlichen Sektors durch technische Neuerungen ausgelöst wird. Die Ausdifferenzierung der Möglichkeiten im Sport ist also ebenfalls in erster Linie dem technischen Fortschritt zuzuschreiben, denn ohne technische Möglichkeit und findige Menschen, die diese Möglichkeiten in Ideen umsetzten, käme diese Ausdifferenzierung nicht zustande.
0 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Motivation der Autorin, die Hintergründe der Marburger Studienordnung und die Problematik des Sportartenkonzepts im Studium zu beleuchten.
1 Die Notwendigkeit von Bewegung für die Entwicklungsförderung: In diesem Kapitel wird die fundamentale Bedeutung von Bewegung für die menschliche und kindliche Entwicklung dargelegt und der negative Einfluss von Bewegungsarmut kritisch analysiert.
2 Das Konzept der Sportartendominanz: Es wird die vorherrschende Sportartendominanz in Schule und Ausbildung kritisiert und deren mangelnde Eignung für moderne gesellschaftliche Entwicklungen hinterfragt.
3 Alternative Überlegungen zum Konzept der Sportarten: Das Kapitel betrachtet historische und aktuelle Ansätze (wie von GutsMuths, Trebels oder regionalen Lehrplänen), die eine Überwindung der reinen Sportartenorientierung anstreben.
4 Das Marburger Konzept „Grundthemen des Bewegens“: Hier wird die spezifische Marburger Konzeption vorgestellt, die theoretische Grundlagen für eine breitere Ausbildung als Alternative zur Sportartendominanz bietet.
5 Die Überprüfung der „Grundthemen des Bewegens“ anhand der Praxis: Die Autorin reflektiert persönliche Erfahrungen aus dem Studium und dem Schulpraktikum, um die Praxistauglichkeit des Konzepts kritisch zu evaluieren.
6 Fazit: Das Fazit bekräftigt den Wert des Konzepts als notwendigen und zukunftsweisenden Kompromiss für eine zeitgemäße Sportpädagogik.
Sportpädagogik, Sportlehrerausbildung, Sportartendominanz, Bewegungserziehung, Grundthemen des Bewegens, Bewegungsarmut, Entwicklungsförderung, Sportstudium, Didaktik, Schulsport, Handlungsfähigkeit, Motorik, Curriculumrevision, Sportwissenschaft, Körperkultur
Die Hausarbeit befasst sich mit der Kritik an der traditionellen Sportartendominanz in der Sportlehrerausbildung und stellt das Marburger Modell der "Grundthemen des Bewegens" als pädagogisch sinnvollere Alternative vor.
Zentrale Themen sind die gesundheitliche und entwicklungsfördernde Bedeutung von Bewegung bei Kindern, die Notwendigkeit einer differenzierten Bewegungserziehung sowie die didaktische Neustrukturierung der Ausbildung für Lehramtsstudierende.
Das Ziel ist es, plausibel zu machen, warum eine rein auf Sportarten basierende Ausbildung den modernen Anforderungen nicht mehr gerecht wird und wie ein auf Basisthemen beruhendes Konzept die Handlungsfähigkeit angehender Sportlehrer besser fördern kann.
Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse aktueller sportpädagogischer Konzepte sowie einen praxisorientierten, subjektiven Evaluationsansatz durch die persönlichen Erfahrungen der Autorin im Studium.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Notwendigkeit von Bewegung, die Kritik an bestehenden Sportartenkonzepten, die Darstellung alternativer Ansätze und die detaillierte Vorstellung und praktische Überprüfung des Marburger Modells.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Sportpädagogik, Sportlehrerausbildung, Bewegungserziehung, Grundthemen des Bewegens, Sportartendominanz und didaktische Handlungsfähigkeit.
Aufgrund der zunehmenden Differenzierung der Sportkultur und der nachgewiesenen Defizite in der psychomotorischen Grundbildung bei Kindern reicht ein Kanon klassischer Sportarten allein nicht mehr aus, um den vielfältigen Erziehungs- und Bildungsauftrag zu erfüllen.
Die Autorin bewertet das Konzept grundsätzlich als richtigen und notwendigen Weg, übt jedoch konstruktive Kritik an organisatorischen Aspekten der Umsetzung, wie etwa der zeitlichen Verteilung der Themen innerhalb des Studiums.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

