Diplomarbeit, 2009
57 Seiten, Note: 2,0
1. Gegenstand, Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
2. Das Umfeld des Emissionshandels
3. Das EU-Emissionshandelssystem
3.1. Die Grundidee und Funktionsweise des Emissionshandels
3.2. Die Primärallokation der Emissionsrechte und die Teilnehmer
3.3. Die Umsetzung des Emissionshandels in Deutschland
3.4. Blick in das europäische Ausland
4. Entwicklungen auf dem deutschen Strommarkt
4.1. Energierechtliche Rahmenbedingungen
4.2. Staatliche Regulierungsmaßnahmen und Kontrollmechanismen
4.3. Der Aufbau und Entwicklung der Marktstruktur im Stromerzeugungsbereich
4.4. Die Strompreisentwicklung in Deutschland
5. Auswirkungen des Emissionshandels auf die Strompreispolitik
5.1. Die Opportunitätskosten des Emissionshandels und deren Einfluss auf den Strompreis
5.2. Problematik der Windfall Profits
5.3. Der Übergang von einer kostenlosen zur kostenpflichtigen Vergabe der Emissionsrechte als eine Lösungsmöglichkeit – Chancen und Risiken
6. Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht den Einfluss des EU-Emissionshandelssystems auf die Preisgestaltung der deutschen Energieversorgungsunternehmen und analysiert, inwieweit die kostenlose Vergabe von CO2-Zertifikaten zu unrechtmäßigen Gewinnmitnahmen, sogenannten Windfall Profits, bei gleichzeitig steigenden Strompreisen geführt hat.
3.1. Die Grundidee und Funktionsweise des Emissionshandels
Der CO2-Emissionshandel wird bei der Klassifikation umweltpolitischer Instrumente den mengenmäßigen ökonomischen Instrumenten zugeordnet, bei den die Beschränkung der freien Nutzung von Umweltgütern unter der Berücksichtigung der Kosteneffizienz im Vordergrund steht. Der Emissionshandel basiert auf einem Cap-and-Trade-System, bei dem das Gesamtemissionsvolumen in t CO2 für ein bestimmtes Gebiet und Zeitraum von einer zuständigen Behörde festgesetzt wird. Die Emissionsobergrenze (cap) stellt eine absolute Menge dar, die in Emissionsrechten verbrieft ist, welche an die CO2-Emittenten verteilt werden. Diese Verbriefung ermöglicht den Handel mit Emissionsrechten. Im Gegensatz zu dem internationalen Emissionshandel, nach dem die Staaten als Akteure fungieren, bezieht sich der EU-Emissionshandel auf einzelne europäische Unternehmen. Die Emissionsrechte geben an, in welcher Höhe die betroffenen Unternehmen zu Emissionen von CO2 in t berechtigt sind, wobei 1 Zertifikat einer Tonne CO2 entspricht. Die Menge der Emissionsrechte wird insgesamt sukzessive verringert, damit die Unternehmen einen Anreiz haben, ihre Emissionen schneller zu mindern, als es die Zuteilungsmenge vorschreibt.
Falls das Unternehmen seine Emissionen durch CO2-sparende Maßnahmen einschränken kann, können seine überschüssigen Emissionszertifikate auf einem Markt für Emissionsrechte an Unternehmen mit hohen Vermeidungskosten verkauft werden (trade). Reichen dagegen die zugeteilten Zertifikate für das Unternehmen nicht aus, so muss die fehlende Menge am Emissionsrechtemarkt zugekauft werden. Auf diese Weise entsteht ein Preis für Emissionsrechte, der durch Angebot und Nachfrage zu Stande kommt. In welchem Umfang Emissionen eingeschränkt werden, entscheiden die Vermeidungskosten der Unternehmen. So wird der Preis für Emissionsrechte am Markt mit den eigenen Kosten der letzten vermiedenen CO2-Einheit (Grenzvermeidungskosten) verglichen. Ist die Vermeidung von Emissionen kostengünstiger als der Preis der Zertifikate, wird in Maßnahmen zur Emissionsreduktion investiert. Anderenfalls ist es für das Unternehmen vorteilhafter, die Emissionsrechte am Markt zu erwerben, um so seinen Minderungsverpflichtungen nachzukommen.
1. Gegenstand, Zielsetzung und Aufbau der Arbeit: Diese Einleitung skizziert die Gewinnsteigerungen in der Energiebranche und führt in die zentrale Fragestellung ein, ob das Emissionshandelssystem die Preispolitik der Energiekonzerne beeinflusst.
2. Das Umfeld des Emissionshandels: Das Kapitel behandelt die wissenschaftlichen Hintergründe der globalen Erwärmung und erläutert die Bedeutung des Kyoto-Protokolls sowie dessen Flexibilitätsmechanismen.
3. Das EU-Emissionshandelssystem: Hier wird die rechtliche Verankerung des EU-Emissionshandels sowie die Primärallokation der Rechte und deren Umsetzung in Deutschland und Europa beleuchtet.
4. Entwicklungen auf dem deutschen Strommarkt: Das Kapitel analysiert den Liberalisierungsprozess, die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Marktstrukturen, die zu oligopolistischen Verhältnissen geführt haben.
5. Auswirkungen des Emissionshandels auf die Strompreispolitik: Dieser Hauptteil widmet sich der Analyse von Opportunitätskosten, der Entstehung von Windfall Profits und diskutiert die Konsequenzen eines Übergangs zur Vollversteigerung.
6. Zusammenfassung und Ausblick: Der abschließende Teil fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und reflektiert die zukünftigen Herausforderungen im Kontext des Emissionshandels.
Emissionshandel, CO2-Zertifikate, Strompreis, Energiekonzerne, Windfall Profits, Opportunitätskosten, Klimaschutz, EU-ETS, Strommarkt, Liberalisierung, Merit-Order-Prinzip, Kyoto-Protokoll, Allokation, Grenzkosten, Energiepolitik
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem europäischen Emissionshandelssystem (EU-ETS) und der Preispolitik der großen deutschen Energieversorger, insbesondere im Hinblick auf die Entstehung von Zusatzgewinnen durch kostenlose CO2-Zertifikate.
Im Fokus stehen die Funktionsweise des EU-Emissionshandels, die Marktstruktur des deutschen Stromsektors, die Mechanismen der Strompreisbildung (Merit-Order) sowie die ökonomischen Folgen der Vergabe von Emissionsrechten.
Ziel ist es, die Auswirkungen der Einpreisung von CO2-Zertifikaten (Opportunitätskosten) auf die Strompreise zu belegen und zu klären, warum dies zu massiven Gewinnmitnahmen bei den Stromproduzenten geführt hat.
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Datenanalyse, nutzt ökonomische Theorien zur Marktstruktur und Preisbildung sowie Ergebnisse bereits existierender Studien und Regressionsmodelle zu Preiskorrelationen.
Der Hauptteil analysiert, wie die Energiekonzerne CO2-Zertifikate in ihre Preiskalkulation einbeziehen, wie das Oligopol auf dem Strommarkt dies begünstigt und welche Lösungsansätze, wie die Vollversteigerung, zur Eindämmung dieser Effekte existieren.
Emissionshandel, Windfall Profits, Strompreispolitik, Opportunitätskosten und Marktstruktur sind die zentralen Begriffe, die den Inhalt der Diplomarbeit maßgeblich bestimmen.
Es handelt sich um Sondergewinne, die dadurch entstehen, dass Energieversorger den Marktwert kostenlos zugeteilter Zertifikate in den Strompreis einkalkulieren, obwohl ihnen für diese Zertifikate keine tatsächlichen Anschaffungskosten entstanden sind.
Da Strom für Verbraucher ein unverzichtbares Gut ist, reagieren sie kaum auf Preiserhöhungen. Dies ermöglicht es den Energieversorgern, die Opportunitätskosten der Zertifikate nahezu vollständig auf die Endkunden abzuwälzen.
Die Vollversteigerung soll verhindern, dass Emissionsrechte als kostenloses Geschenk fungieren, und sicherstellen, dass die Erlöse dem Staat zufließen, um so den Anreiz für Investitionen in emissionsarme Technologien zu stärken.
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