Diplomarbeit, 2009
148 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Grundlagen des Stromgroßhandels
2.1 Rechtliche Rahmenbedingungen
2.1.1 Elektrizitätsbinnenmarktrichtlinie
2.1.2 Emissionshandelsrichtlinie
2.1.3 Verordnung für den grenzüberschreitenden Stromhandel
2.2 Stromspezifisches Charakteristikum
2.2.1 Physikalische Besonderheiten
2.2.2 Netzbetrieb
2.2.3 Lasttypen
2.3 Handelsmöglichkeiten auf der Höchstspannungsebene
2.3.1 OTC-Stromhandel
2.3.2 Börsenhandel
2.3.3 OTC- vs. Börsenhandel
2.4 Marktplätze im Stromgroßhandel
2.4.1 Spotmarkt
2.4.1.1 Stromlieferprodukte am Spotmarkt
2.4.1.2 Preisermittlung am EEX - Spotmarkt
2.4.2 Terminmarkt
2.4.2.1 Stromprodukte am Terminmarkt
2.4.2.2 Abwicklung von Futures an der EEX
2.4.3 Ausgleichs-/Regelenergiemarkt
2.4.4 Intra-Day-Markt
2.5 Marktteilnehmer
3. Strompreisbildungsfaktoren
3.1 Einflussfaktoren auf Spotpreise
3.1.1 Fundamentale Einflussfaktoren
3.1.1.1 Kraftwerksverfügbarkeiten
3.1.1.2 Saisonalität und Wetterereignisse
3.1.1.3 Einfluss der Windenergie
3.1.2 Teilnehmergetriebene Einflussfaktoren
3.1.2.1 Anpassungsbedarf von Bandlieferungen an Stundenprofile
3.1.2.2 Physikalische Erfüllung finanzieller Futures
3.1.2.3 Marktmacht
3.2 Einflussfaktoren auf Terminpreise
3.2.1 Einfluss der Primärenergieträger
3.2.2 Einfluss der CO2-Emissionsrechte
3.3 Exkurs: Cross-Border-Trading
3.3.1 Explizite Auktionen
3.3.2 Market Coupling/Implizite Auktionen
4. Risiken im Stromgroßhandel
4.1 Marktpreisrisiko
4.2 Volumenrisiko
4.3 Basisrisiko
4.4 Liquiditätsrisiko
5. Stromportfolio- und Risikomanagement
5.1 Theoretische Grundlagen des Portfoliomanagements
5.1.1 Modellannahmen
5.1.2 Portfoliobildung und Diversifikation
5.1.3 Ermittlung effizienter Portfolios
5.2 Stromportfoliomanagement
5.2.1 Strukturierte Beschaffung als Dienstleistung der Vertriebsseite
5.2.2 Strukturierte Beschaffung in einem EVU
5.2.3 Schnittstelle zwischen Beschaffung und Vertrieb in einem EVU
5.3 Handels- und Risikostrategien
5.3.1 Asset Optimierung durch Spread Trading
5.3.1.1 Definitionen von Spreads
5.3.1.2 Durchführung des Spread-Tradings
5.3.1.3 Kraftwerksausfall und Marktpreisrisiko
5.3.2 Hedging
5.3.2.1 Long- und Short-Hedge
5.3.2.2 Cross-Commodity-Hedge
5.3.2.3 Delta-Hedging
5.3.3 Prop-Trading/Spekulation
5.3.4 Spreading
5.3.5 Arbitrage
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit vermittelt die notwendigen Voraussetzungen für ein zielgerichtetes Handeln auf europäischen Stromgroßhandelsmärkten, indem sie die Mechanismen des Stromhandels, die Strompreisbildung, auftretende Marktrisiken sowie entsprechende Handels- und Risikomanagementstrategien analysiert.
2.4.1.2 Preisermittlung am EEX - Spotmarkt
Wie oben bereits angedeutet organisiert die Strombörse EEX den Spothandel in zwei unterschiedlichen Handelsformen. Der Handel für Stundenkontrakte und Stundenblöcke findet in einer so genannten „one-shot-auction“, also einer einzigen Call-Auktion mit geschlossenem Orderbuch, statt. Dabei teilen die Handelsteilnehmer am Vortag dem Auktionator (Börsenbetreiber) mit, welche Mengen sie zu welchen Stunden und zu welchem Preis verkaufen/kaufen würden (Aufrufphase). Die eingegangenen Gebote je Stunde des Folgetages werden in der Preisermittlungsphase durch lineare Interpolation zu einer Angebots- und Nachfragekurve aggregiert. Der Schnittpunkt beider Kurven bestimmt den Auktionspreis („Market-Clearing-Price“) der jeweils gehandelten Stunde, sodass im Ergebnis die nachgefragte Strommenge in dieser Stunde mit der angebotenen übereinstimmt. Der Börsenmarkt ist somit in dieser Stunde geräumt. Dieser ermittelte, markträumende Preis wird nun in die individuellen Gebote eingesetzt. Das heißt alle Käufer/Verkäufer, die einen höheren/niedrigeren Preis geboten haben, erhalten die gewünschte Menge zu diesem Gleichgewichtspreis. Dieses Prozedere erfolgt dann einzeln für alle 24 Stunden des Folgetages.
Der Handel der Blockkontrakte an der EEX findet dagegen ausschließlich für Base- und Peakload im fortlaufenden Handel statt (offenes Orderbuch). Dabei werden die Gebote der Handelsteilnehmer nach ihrem jeweiligen Eingang auf sofortige Ausführbarkeit geprüft und nach Möglichkeit nach dem Meistausführungsprinzip glattgestellt. Das Börsensystem führt die Preisbildung automatisch anhand definierter Regeln durch, die die Gebote im Orderbuch nach Typ, Limitpreis, zeitlicher Reihenfolge des Eingangs sowie dem erzielbaren Handelsvolumen ausführen.
1. Einleitung: Diese Einleitung erläutert die Bedeutung des Elektrizitätshandels für die moderne Wirtschaft und den Übergang von langfristigen Lieferverträgen hin zu einem liberalisierten, wettbewerbsorientierten Stromgroßhandel.
2. Grundlagen des Stromgroßhandels: Dieses Kapitel beschreibt die rechtlichen Rahmenbedingungen, physikalische Besonderheiten des Gutes Strom, Handelsmöglichkeiten sowie die verschiedenen Marktplätze und Marktteilnehmer.
3. Strompreisbildungsfaktoren: Hier werden die fundamentalen und teilnehmergetriebenen Faktoren untersucht, die die Preisbildung an Spot- und Terminmärkten bestimmen, ergänzt durch einen Exkurs zum grenzüberschreitenden Stromhandel.
4. Risiken im Stromgroßhandel: Dieses Kapitel identifiziert und kategorisiert die spezifischen Risiken, denen Marktteilnehmer im Stromhandel ausgesetzt sind, mit Fokus auf Marktpreis-, Volumen-, Basis- und Liquiditätsrisiken.
5. Stromportfolio- und Risikomanagement: Dieser Abschnitt erläutert die theoretischen Grundlagen des Portfoliomanagements und zeigt praktische Handels- sowie Risikostrategien wie Spread Trading, Hedging und Spekulation auf.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass angesichts der steigenden Volatilität und der komplexen Marktstrukturen ein professionelles, zielgerichtetes Risikomanagement für den Erfolg im Stromgroßhandel unerlässlich ist.
Stromgroßhandel, Liberalisierung, EEX, Spotmarkt, Terminmarkt, Merit-Order-Prinzip, Strompreisbildung, Risikomanagement, Portfoliomanagement, Hedging, Asset Optimierung, CO2-Emissionsrechte, Cross-Border-Trading, Marktpreisrisiko, Stromderivate.
Die Arbeit befasst sich mit dem Portfolio- und Risikomanagement im europäischen Stromgroßhandel und analysiert die notwendigen Bedingungen, Mechanismen und Strategien für ein zielgerichtetes Handeln auf diesen komplexen Märkten.
Die zentralen Themen umfassen die rechtlichen Rahmenbedingungen der EU-Energiemärkte, die physikalischen Besonderheiten von Strom, die Funktionsweise von Spot- und Terminmärkten sowie die Preisbildung durch fundamentale Einflussfaktoren.
Das Ziel ist es, ein umfassendes Verständnis für das Handeln auf Stromgroßhandelsmärkten zu vermitteln, wobei der Schwerpunkt auf der effizienten Absicherung von Risiken und der Optimierung des Stromportfolios liegt.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse sowie die Darstellung theoretischer ökonomischer Modelle (wie die Portfolio-Selection-Theorie nach Markowitz) in Kombination mit praktischen Marktdaten und Marktmechanismen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Grundlagen des Stromgroßhandels, die Analyse von Preisbildungsfaktoren (Spot- und Terminpreise), die Identifikation relevanter Risiken und die Darstellung von Handels- und Risikostrategien.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Stromgroßhandel, Merit-Order-Prinzip, Risikomanagement, Hedging, Spotmarkt, Terminmarkt, Asset Optimierung und Emissionshandel charakterisieren.
Da Strom physisch kaum in großen Mengen lagerbar ist, müssen Erzeugung und Verbrauch simultan stattfinden. Dies führt zu einem hohen Bedarf an präzisen Lastprognosen und kurzfristiger Ausgleichsenergie, was die Volatilität und das Volumenrisiko erhöht.
„Fly Ups“ bezeichnen extreme Preisspitzen am Spotmarkt, die weit über den Grenzkosten der teuersten Kraftwerke liegen. Sie entstehen oft durch unvorhersehbare Ereignisse bei gleichzeitig hoher Netzauslastung und mangelnder Markttransparenz.
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