Bachelorarbeit, 2024
68 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Erklärungen für die Ablehnung eines höheren CO2-Preises
2.1 Politökonomische Erkenntnisse
2.1.1 Identifikation entscheidender Faktoren
2.1.2 Effektivität
2.1.3 Zweckbindung und Einnahmenverwendung
2.2 Verhaltensökonomische Erkenntnisse
2.2.1 Labeling
2.2.2 Vertrauen
3 Das Scheitern von Reformen
3.1 Vorstellung des Modells
3.2 Anwendung auf den Fall eines höheren CO2-Preises
3.3 Ergebnisse
3.4 Diskussion
4 Ausblick auf steigende CO2-Preise
5 Fazit
Die Arbeit untersucht die polit- und verhaltensökonomischen Barrieren, die der Einführung eines höheren CO2-Preises entgegenstehen, mit dem Ziel, Strategien zur Steigerung der gesellschaftlichen Akzeptanz abzuleiten.
1 Einleitung
Zunächst lehnte die Ampelkoalition aufgrund gestiegener Energiepreise eine Erhöhung des CO2-Preises ab. Nun wird er doch stärker ansteigen als erwartet. Es zeigt sich: Die Höhe des CO2-Preises ist in Deutschland höchst umstritten und auch weltweit Gegenstand kontroverser Debatten. Dabei scheint die ökonomische Sichtweise auf dieses Thema eindeutig zu sein: der Klimawandel gilt als das größte Marktversagen, das die Welt je gesehen hat (Stern, 2014, S. 8), sodass das Marktergebnis nicht pareto-effizient sein kann (Chiroleu-Assouline & Fodha, 2014, S. 140–141). Deshalb geht es der Theorie nach um das einfache Internalisieren eines externen Effektes, das in Form eines CO2-Preises geschieht. Wird der CO2-Preis auf Höhe der verursachten externen Grenzkosten festgesetzt, beziehen Agenten die wahren Kosten ihrer Emissionen in ihr Entscheidungskalkül mit ein und handeln optimal (Pigou, 2013). Das Marktergebnis ist (wieder) pareto-effizient.
In der Realität sieht es allerdings anders aus. Die High-Level Commission on Carbon Prices empfiehlt Kohlenstoffpreise von $50 bis $100 (in 2023 US-Dollar) pro Tonne CO2-Äquivalent im Jahr 2030. Der IPCC gibt sogar die Zahl von $115 (in 2023 US-Dollar) an, um die globale Erwärmung noch möglichst unter 2 Grad Celsius zu begrenzen (World Bank, 2023, S. 20). Für eine Begrenzung auf unter 1,5 Grad Celsius müssten die weltweiten CO2-Preise noch höher sein. Zum 1. April 2023 dagegen waren gerade einmal 5% der globalen Treibhausgasemissionen mit dem Preisniveau versehen, das für 2030 empfohlen wird.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Diskrepanz zwischen ökonomischen Empfehlungen zu CO2-Preisen und deren tatsächlicher politischer Umsetzung unter Berücksichtigung von Unsicherheit und Ablehnung.
2 Erklärungen für die Ablehnung eines höheren CO2-Preises: Dieses Kapitel identifiziert wahrgenommene Ineffektivität, fehlende ökologische Zweckbindung sowie mangelndes Vertrauen in die Politik als wesentliche Hemmnisse für die Akzeptanz.
3 Das Scheitern von Reformen: Unter Anwendung eines politökonomischen Modells wird erläutert, wie individuelle Unsicherheit über die persönlichen Folgen einer Reform zu einem Status quo Bias führt, der effiziente Anpassungen verhindert.
4 Ausblick auf steigende CO2-Preise: Es werden die Auswirkungen künftiger Preissteigerungen auf Haushalte beleuchtet und die positive Rolle eines unbürokratischen Klimageldes als Ausgleichsmechanismus hervorgehoben.
5 Fazit: Das Fazit fasst die politischen Hindernisse zusammen und plädiert für Maßnahmen wie Transparenz, Partizipation und die Einführung eines Klimageldes zur Vertrauensbildung.
CO2-Preis, Klimaschutz, Politökonomie, Verhaltensökonomik, Akzeptanz, Klimageld, Zweckbindung, Vertrauen, Marktversagen, Status quo Bias, Unsicherheit, Umverteilung, Fairness, Treibhausgasemissionen, Reform
Die Arbeit analysiert, warum die Anhebung des CO2-Preises trotz ihrer ökonomischen Sinnhaftigkeit oft auf starken politischen und gesellschaftlichen Widerstand stößt.
Die zentralen Themen sind politökonomische Faktoren, verhaltensökonomische Einflüsse wie Vertrauen und Framing sowie die Verteilungswirkungen einer CO2-Bepreisung.
Das Ziel ist es, polit- und verhaltensökonomische Barrieren der CO2-Preiserhöhung zu identifizieren und daraus Strategien für eine erfolgreichere politische Gestaltung und Kommunikation abzuleiten.
Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die Anwendung eines formalen politökonomischen Modells nach Fernandez & Rodrik (1991) zur Erklärung von Reformwiderständen.
Politisches Vertrauen ist eine zentrale Moderatorvariable; Bürger unterstützen eine CO2-Steuer vor allem dann, wenn sie darauf vertrauen, dass erzielte Einnahmen zweckgebunden und fair rückverteilt werden.
Individuelle Unsicherheit über die persönlichen Folgen einer klimapolitischen Reform führt bei den Wählern zu einem Status quo Bias, der selbst wohlfahrtssteigernde Reformen ex ante blockiert.
Experimente zeigen, dass das Wort "Steuer" negativ assoziiert wird, während "Klimabeitrag" als zielgerichtetes Instrument im Kontext einer Zweckbindung die Akzeptanz erhöhen kann.
Da diese Haushalte meist einen geringeren CO2-Fußabdruck haben als einkommensstärkere Gruppen, übersteigt die pauschale Rückerstattung pro Kopf in der Regel ihre durch den CO2-Preis verursachten Zusatzkosten.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

