Bachelorarbeit, 2023
26 Seiten
1 Einleitung
2 Sozialistische Werte in der DDR
2.1 Die Zensur in der DDR
2.2 Die Stellung der Kinder- und Jugendliteratur in der DDR
3 Fallbeispiel: Joachim Wohlgemuths „Egon und das achte Weltwunder“
3.1 Die Vermittelten Werte
3.2 Die Rolle der Kultur und Freizeitgestaltung
3.3 „Egon und das achte Weltwunder“ im Kontext des Systems
4 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht, welche spezifischen sozialistischen Werte in der Kinder- und Jugendliteratur der DDR vermittelt wurden und welchen Stellenwert diese Literatur innerhalb des politischen Systems einnahm, wobei das Werk „Egon und das achte Weltwunder“ von Joachim Wohlgemuth als zentrales Fallbeispiel dient.
Die Vermittelten Werte
Der erste Wert, der im Fallbeispiel auftaucht, ist die Zielstrebigkeit, die Egon ganz zu Beginn der Geschichte gegenüber seiner Mutter zeigt: „ ‚[…] werd den Facharbeiter nachholen, auf der Betriebsakademie nämlich, und die zehnte Klasse... Volkshochschule. [...]‘ “34. Diese zeigt sich später auch in einem Friseurbesuch Egons, bei dem er ergänzend zu seiner veränderten inneren Einstellung, sein äußeres Erscheinungsbild anpasst und damit seinem Willen ein anderer Mensch zu werden Ausdruck verleiht.35 Zielstrebigkeit wird jedoch nicht nur durch die Hauptfigur Egon vermittelt, sondern auch durch die ganze Borkenheider Jungen-Brigade im Jugendobjekt, die sich mit vollem Einsatz ihren Aufgaben im Straßenbau widmet.36 Ebenfalls zu Beginn des Werkes wird die Bedeutung von fachlichem Wissen dadurch verdeutlicht, dass Egon, der als ungeladener Gast an einer Abiturfeier teilnimmt, sich als Baufachspezialist37 und Maurer, der Tiefbauingenieur38 werden möchte, ausgibt, um vor den anwesenden Abiturienten nicht dumm dazustehen. Auch in der Wiese werden ihm immer wieder Vorschläge gemacht, wo er sich weiterbilden und ein Fernstudium machen könnte.
Auf die Teamfähigkeit einzelner Personen wird nicht näher eingegangen, sie zeigt sich aber als wichtiger sozialistischer Wert im organisatorischen Aufbau des Jugendobjekts der Friedländer Großen Wiese: Aus verschiedenen Städten und Dörfern kommt jeweils eine Gruppe Jugendliche, die vor Ort in eine Jungen- und Mädchenbrigade aufgeteilt werden. Jeder dieser Brigaden wird ein bestimmter Aufgabenbereich zugeteilt, der gemeinschaftlich erledigt werden muss. Damit dies gelingt, muss jede Brigade als ein Team funktionieren und dabei kommt es wieder auf jeden Einzelnen an.
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Fragestellung ein, welche Rolle Kinder- und Jugendliteratur bei der Vermittlung sozialistischer Werte in der DDR spielte und warum die Untersuchung dieses speziellen literarischen Feldes von hoher forschungsrelevanter Bedeutung ist.
2 Sozialistische Werte in der DDR: Hier werden die zentralen ethischen und gesellschaftlichen Werte der DDR definiert und die staatlich ausgeübte Zensur sowie der Stellenwert der Literatur als Instrument zur Erziehung der nächsten Generation analysiert.
3 Fallbeispiel: Joachim Wohlgemuths „Egon und das achte Weltwunder“: Dieses Kapitel bietet eine detaillierte textanalytische Untersuchung des Romans, wobei der Fokus auf den vermittelten Werten, der Bedeutung von Freizeitgestaltung und dem systemkonformen Charakter der Erzählung liegt.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, bestätigt die maßgebliche Rolle der Kinder- und Jugendliteratur bei der sozialistischen Erziehung und weist auf bestehende Forschungslücken zur heutigen Unbekanntheit ehemaliger DDR-Autoren hin.
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Die Arbeit untersucht die Vermittlung sozialistischer Wertevorstellungen durch Kinder- und Jugendliteratur in der DDR am Beispiel eines spezifischen Werkes von Joachim Wohlgemuth.
Zu den zentralen Themen gehören die Definition sozialistischer Moral, der Einfluss staatlicher Zensur, die Bedeutung von Jugendliteratur als Erziehungsmittel und die Analyse der Systemtreue innerhalb der Literatur.
Die Arbeit verfolgt das Ziel herauszufinden, welche Werte in der DDR-Kinderliteratur priorisiert wurden und wie Literatur aktiv dazu beitrug, junge Menschen zu sozialistischen Persönlichkeiten zu formen.
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die sowohl Forschungsliteratur und historische Quelltexte einbezieht als auch eine inhaltliche Textanalyse des gewählten Fallbeispiels durchführt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung sozialistischer Werte und Zensurpraktiken sowie eine detaillierte Analyse der Wertevermittlung, der Freizeitgestaltung und der Systemkonformität in Joachim Wohlgemuths Roman „Egon und das achte Weltwunder“.
Wichtige Begriffe sind DDR-Literatur, Kinder- und Jugendliteratur, sozialistische Erziehung, Zensursystem, Wertevermittlung und sozialistischer Realismus.
Es dient als Schauplatz der Charakterentwicklung des Protagonisten Egon, der durch die gemeinschaftliche Arbeit und kulturelle Angebote im Jugendobjekt vom „Raufbold“ zu einem systemkonformen und vorbildlichen Brigadier reift.
Er wurde gewählt, weil der Autor Joachim Wohlgemuth in der DDR äußerst bekannt und erfolgreich war und das Buch die Erziehungsideale des sozialistischen Systems sowie den „Bitterfelder Weg“ exemplarisch für die damalige Zeit widerspiegelt.
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