Bachelorarbeit, 2024
35 Seiten
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Das literarische Motiv
2.2 Differenzierung von literarischen Motiven
2.3 Leitmotive
2.4 Kritik am Motivbegriff und an der Motivforschung
3. Verbindungen in Ruhm anhand ausgewählter Motive
3.1 Beispielanalyse I: Das Suizidmotiv
3.2 Beispielanalyse II: Das Identitätsmotiv
3.3 Beispielanalyse III: Das Leitmotiv Mobiltelefon
4. Fazit
5. Literaturverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht die Verbindungen zwischen den neun Geschichten in Daniel Kehlmanns Roman "Ruhm" anhand einer Motivanalyse. Ziel ist es, die forschungsrelevante Fragestellung zu beantworten, wie die Motive Suizid, Identität und Mobiltelefon als verbindende Elemente innerhalb des epischen Werks fungieren und die vermeintlich eigenständigen Episoden strukturell miteinander verzahnen.
3.1 Beispielanalyse I: Das Suizidmotiv
Der Begriff ‚Suizid‘ […] bezeichnet eine absichtlich herbeigeführte Beendigung des eigenen Lebens. Umgangssprachlich werden für Suizid auch die Begriffe ‚Selbstmord‘ oder ‚Freitod‘ verwendet. Eine Suizidhandlung, die nicht zum Tod führt, wird Suizidversuch genannt. ‚Suizidalität‘ umfasst alle Gedanken und Handlungen, bei denen es darum geht, den eigenen Tod anzustreben bzw. diesen als mögliches Ergebnis einer Handlung in Kauf zu nehmen.91
Dieses Verständnis von Suizid beziehungsweise von Suizidalität liegt der vorliegenden Bachelorarbeit zugrunde. Neben diesen Begriffen ist auch eine Klärung des „assistierten Suizids“ für das Folgende von Bedeutung. Den assistierten Suizid definieren Nauck/ Simon (2021) „als Handlung (eines*einer Arztes*Ärztin), einer Person auf deren freiwilliges und angemessenes Verlangen hin die eigenständige Selbsttötung zu ermöglichen“.
Das Suizidmotiv als situationales Motiv nach Kurwinkel/ Jakobi (2022) findet zum ersten Mal während eines Telefonats zwischen der Figur Ebling und einer ihm unbekannten Person – die sich in der vierten Geschichte Der Ausweg als „Mogroll“ herausstellt – in der ersten Geschichte Stimmen Eingang in die Erzählung. Dabei drückt sich Mogroll zunächst vage aus und sagt, dass er so nicht weitermachen könne und es keinen Ausweg gebe. Erst als Ebling nicht auf die Frage antwortet, ob Mogroll die Konsequenzen ziehen solle, wird Mogroll deutlicher und gibt Ebling zu wissen, dass er „die ganze Schachtel [schlucken]“ will. Um welche Schachtel es sich dabei genau handelt, wird an dieser Stelle noch nicht ersichtlich. Auch auf diese Aussage Mogrolls reagiert Ebling nicht und beendet das Gespräch mit ihm ohne, dass er auf Mogrolls Zustand eingeht.
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der untergründigen Verbindungen zwischen den Erzählungen in Daniel Kehlmanns "Ruhm" ein und leitet die Forschungsfrage sowie das methodische Vorgehen her.
2. Theoretische Grundlagen: Hier werden die literaturwissenschaftlichen Definitionen für literarische Motive, Leitmotive sowie die kritische Debatte um den Motivbegriff und die Motivforschung dargelegt.
3. Verbindungen in Ruhm anhand ausgewählter Motive: Der Hauptteil analysiert detailliert die drei gewählten Motive Suizid, Identität und Mobiltelefon, um aufzuzeigen, wie sie narrativ in die Geschichten von "Ruhm" eingebettet sind.
4. Fazit: Das Fazit bündelt die Analyseergebnisse, beantwortet die Forschungsfrage zur verbindenden Funktion der Motive und ordnet die Erkenntnisse in den literarischen Kontext ein.
5. Literaturverzeichnis: Dieses Kapitel listet sämtliche verwendete Primär- und Sekundärliteratur sowie Internetquellen auf, die für die Arbeit herangezogen wurden.
Ruhm, Daniel Kehlmann, Suizidmotiv, Identitätsmotiv, Leitmotiv Mobiltelefon, Motivanalyse, literarische Motive, Narrative Struktur, Episodenhaftes Erzählen, Motivforschung, Identitätsverlust, Hybridität, Vernetzung, Romananalyse, Literaturtheorie.
Die Arbeit untersucht, durch welche literarischen Motive die einzelnen Geschichten in Daniel Kehlmanns Roman "Ruhm" inhaltlich und strukturell miteinander verbunden sind.
Die Arbeit konzentriert sich auf die Motive des Suizids, der Identitätskonstruktion sowie die Rolle moderner Kommunikationstechnologien, insbesondere des Mobiltelefons.
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die neun Geschichten entgegen der Behauptung einer "säuberlichen Trennung" durch wiederkehrende, thematische Motive ein komplexes, ineinander verwobenes Netzwerk bilden.
Es wird eine Motivanalyse angewandt, bei der exemplarische Textstellen im Roman identifiziert und hinsichtlich ihrer Funktion für die Gesamtstruktur des Buches untersucht werden.
Der Hauptteil gliedert sich in drei Analyseabschnitte, die jeweils eines der drei zentralen Motive – Suizid, Identität und Mobiltelefon – isolieren und dessen Wirkweise sowie Verknüpfungspotenzial über die Einzelgeschichten hinweg erörtern.
Zu den prägenden Schlüsselbegriffen gehören Intertextualität, Motivik, Identitätsverlust, narrative Vernetzung und die Thematologie zeitgenössischer Gegenwartsliteratur.
Nein, die Arbeit zeigt auf, dass das Suizidmotiv in unterschiedlichen Geschichten variiert, mal als bloßes Rand- oder Nebenmotiv auftaucht und in anderen Fällen als handlungsantreibendes Kernmotiv fungiert.
Das Mobiltelefon fungiert als Leitmotiv, das nicht nur die Handlung verschiedener Geschichten räumlich und zeitlich verbindet, sondern erst technische Voraussetzungen für Identitätswechsel und Schicksalsentwicklungen, wie den Suizid von Mogroll, schafft.
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