Bachelorarbeit, 2024
71 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Impulsives Kaufverhalten
2.1.1 Typologisierungen von Kaufentscheidungen
2.1.2 Entstehung von Impulskäufen
2.1.3 Abgrenzung von impulsivem und pathologischem Kaufverhalten
2.2 Volitionale Prozesse
2.2.1 Selbstregulation
2.2.2 Selbstkontrolle
2.3 Emotionen
2.3.1 Emotionsregulation
2.3.2 Emotionsdysregulation
2.4 Forschungsstand und Hypothesen
3. Methode
3.1. Suchprozess und Auswahl der Studien
3.2 Ein- und Ausschlusskriterien für die Literaturrecherche
3.3 Herausforderungen bei der Auswahl der Studien
4. Ergebnisse
4.1 Situationsmodifikation und impulsives Kaufverhalten (H1)
4.2 Aufmerksamkeitsausrichtung und impulsives Kaufverhalten (H2)
4.3 Kognitive Veränderung und impulsives Kaufverhalten (H3)
5. Diskussion
5.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
5.2 Interpretation der Ergebnisse und Erkenntnisgewinn
5.2.1 Der Einfluss modifizierter Situationen auf das Impulskaufverhalten
5.2.2 Der Einfluss ausgerichteter Aufmerksamkeiten auf das Impulskaufverhalten
5.2.3 Der Einfluss kognitiver Veränderungen auf das Impulskaufverhalten
5.3 Limitationen
5.4 Fazit und Implikationen für die zukünftige Forschung
Diese Bachelorarbeit verfolgt das Ziel, die Wirksamkeit antezedenzorientierter Emotionsregulationsstrategien – wie Situationsmodifikation, Aufmerksamkeitsausrichtung und kognitive Veränderung – als Schutzfaktoren gegen impulsives Kaufverhalten durch ein systematisches Review der wissenschaftlichen Literatur der letzten zehn Jahre zu identifizieren und zu evaluieren.
2.1.1 Typologisierungen von Kaufentscheidungen
Innerhalb der im deutschsprachigen Raum vorrangig zitierten Kaufentscheidungs-Typologie, die im Jahre 1981 von Peter Weinberg vorgestellt wurde, wird das konsument*innenbezogene Entscheidungsverhalten anhand der maßgeblich vorherrschenden psychischen Prozesse klassifiziert (Kempe, 2011). In Abhängigkeit der dominierenden reaktiven, emotionalen oder kognitiven Vorgänge, die sich auf das automatische Reagieren innerhalb einer Handlungssituation, die Aktivierung und Interpretation sowie die gedankliche Steuerung einer Kaufentscheidung beziehen, lässt sich letztere idealtypisch als extensiv, limitiert, habituell oder impulsiv kategorisieren.
Während extensive Kaufentscheidungen laut Weinberg (1981) mit einer hohen emotionalen und kognitiven Beteiligung einhergehen, limitierte Kaufentscheidungen überwiegend von kognitiven Prozessen und habituelle Kaufentscheidungen vorrangig von reaktiven Prozessen dominiert werden, „lassen sich [Impulskäufe] durch ein rasches Handeln erkennen. Sie sind ungeplant, werden gedanklich kaum kontrolliert, unterliegen einer starken Reizsituation und zeichnen sich meist durch eine emotionale Aufladung aus“ (Weinberg, 1981, S. 14).
Im Jahre 2004 erweiterten Engelhardt und Kolleg*innen die Kaufentscheidungs-Typologie von Weinberg (1981) um die Menge ungeplanter Kaufentscheidungen (siehe Abbildung 1), welche auf die umfangreichen Untersuchungen von Dorothea Baun (2003) zurückgehen. Im Rahmen ihrer wirtschaftswissenschaftlichen Dissertation generierte sie die entsprechenden empirischen Belege, die eine explizite Differenzierung zwischen ungeplanten Extensivkäufen, emotionslosen Spontankäufen und emotionsgeladenen Impulskäufen zuließen. Analog zu Weinberg (1981) führte auch Baun (2003) ihre Typologisierung auf die dominierenden und voneinander unabhängigen psychischen Prozesse zurück. Während ungeplante Extensivkäufe von kognitiven Informationsverarbeitungsprozessen innerhalb der Kaufsituation begleitet werden und emotionslose Spontankäufe mit einer vernachlässigbaren kognitiven und emotionalen Beteiligung sowie einer kurzen Entscheidungszeit einhergehen, sind emotionsgeladene Impulskäufe als gesonderte Teilmenge der Spontankäufe zu verstehen (Baun, 2003). Sie werden vorwiegend von emotionalen Kaufmotiven initiiert und unterscheiden sich dahingehend von anderen Spontankaufarten, die nahezu emotionslos ablaufen (Baun, 2003).
1. Einleitung: Einführung in das Phänomen des impulsiven Kaufverhaltens, dessen theoretische Konzeption und Relevanz für die aktuelle Forschung.
2. Theoretischer Hintergrund: Darstellung der psychologischen Grundlagen zu Impulsivität, Volition, Emotionen und deren Regulation sowie die Abgrenzung zum pathologischen Kaufverhalten.
3. Methode: Detaillierte Beschreibung des systematischen Literaturrechercheprozesses nach PRISMA-Kriterien unter Angabe der Datenbanken und Auswahlkriterien der Primärstudien.
4. Ergebnisse: Präsentation der empirischen Befunde zu den drei Hypothesen hinsichtlich der Schutzwirkung verschiedener Emotionsregulationsstrategien.
5. Diskussion: Interpretation der Studienergebnisse im Hinblick auf Präventions- und Interventionsmöglichkeiten, Identifikation von Limitationen und Ausblick auf zukünftige Forschung.
6. Literaturverzeichnis: Umfassendes Verzeichnis der in der Arbeit zitierten wissenschaftlichen Quellen.
Impulsives Kaufverhalten, Emotionsregulation, Situationsmodifikation, Aufmerksamkeitsausrichtung, Kognitive Veränderung, Selbstkontrolle, Selbstregulation, Achtsamkeit, Materialismus, Impulskauftendenz, Systematisches Review, Konsumverhalten, Psychologie, Prävention, Volitionale Prozesse.
Die Arbeit untersucht, wie das Wissen über Emotionsregulation genutzt werden kann, um impulsives Kaufverhalten als psychologisches Phänomen besser zu verstehen und präventiv zu beeinflussen.
Zentrale Schwerpunkte sind das impulsive Kaufverhalten, volitionale Kontrollprozesse, verschiedene Emotionsregulationsstrategien nach dem Prozessmodell von Gross und Thompson sowie deren Rolle als Schutzfaktoren.
Ziel ist es, durch ein systematisches Review der Literatur zu identifizieren, inwieweit antezedenzorientierte Strategien wie Situationsmodifikation und kognitive Umbewertung das impulsive Kaufverhalten erfolgreich reduzieren können.
Die Autorin führt ein systematisches Literaturreview nach den PRISMA-Richtlinien durch, in das 22 quantitative Primärstudien aus den letzten 10 Jahren einbezogen wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Einleitung, das methodische Vorgehen bei der Literatursuche, die detaillierte Ergebnisdarstellung zur Überprüfung der drei Hypothesen sowie eine kritische Diskussion der Erkenntnisse.
Wichtige Fachbegriffe sind Impulsives Kaufverhalten, Emotionsregulation, Achtsamkeit, Selbstregulation sowie Strategien wie Situationsmodifikation und kognitive Neubewertung.
Ja, laut der Analyse verringert hoher Zeitdruck kognitive Aspekte des Kaufs, während er affektive Aspekte verstärken kann, was je nach Produkttyp (utilitaristisch vs. hedonisch) zu unterschiedlichen Kaufentscheidungen führen kann.
Achtsamkeit wird als effektiver Schutzfaktor identifiziert, da sie Individuen dazu befähigt, emotionale Impulse als flüchtige Ereignisse wahrzunehmen, statt ihnen schutzlos in Kaufhandlungen nachzugeben.
Die Literatur legt nahe, dass Kreditkartennutzung durch eine oft überschätzte Einkommenswahrnehmung das impulsive Kaufverhalten positiv beeinflussen, also tendenziell fördern kann.
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