Bachelorarbeit, 2022
48 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Definition Systemsprenger
2.1 Begriffsbestimmung
2.2 Verhaltensweisen
2.3 Verbreitung
3 Abweichendes Verhalten
3.1 Abweichendes Verhalten im Zusammenhang der „Systemsprenger“
4 Kinder- und Jugendhilfe im Kontext der „Systemsprenger“
4.1 Hilfe zur Erziehung
4.2 §35a in der Hilfe zur Erziehung
4.3 Arbeit mit „Systemsprengern“
4.4 Welche Probleme/Schwachstellen gibt es?
4.4.1 Institutionelle Probleme
4.4.1.1 Exkurs Schule
4.4.2 Interpersonelle Probleme
5 Handlungsmöglichkeiten zum Umgang mit „Systemsprengern“
5.1 Selbstsorge
5.2 Sicheres Handeln in prekären Situationen
5.3 Fallverstehen
5.4 Originelle und flexible Setting Gestaltung
5.4.1 Das Falk-Haus
6. Zusammenfassung und Fazit
Die Arbeit untersucht, inwiefern das System der Kinder- und Jugendhilfe durch emotionale Überforderung und institutionelle Defizite selbst zur Entstehung und Chronifizierung von sogenannten „Systemsprengern“ beiträgt. Ziel ist es, Handlungsmöglichkeiten für Fachkräfte aufzuzeigen, um den Umgang mit diesen Kindern und Jugendlichen zu verbessern und eine positive Entwicklung zu fördern.
Die Bedeutung von „Systemsprengern“
„Systemsprenger sind zunächst einmal Kinder (bzw. Jugendliche), die mit ihrem Verhalten Fragen an uns Erwachsene stellen: Wie verlässlich bist du? Kann ich auf dich zählen, egal wie oft ich ausraste? Kann ich dir vertrauen?“ (Stahlmann, 2020, S.7)
Nach Baumann (2019) könnte man auch vereinfacht sagen, dass Kinder und Jugendliche, die für Schwierigkeiten sorgen, eben auch selbst von Problemen geplagt sind. Was an beiden Aussagen deutlich wird ist, dass es sich bei „Systemsprengern“ nicht einfach nur um Kinder und Jugendliche handelt, die das System aus Boshaftigkeit stören. Es sind meist Kinder und Jugendliche, die aus armen Verhältnissen kommen, viel Gewalt und Ablehnung erfahren haben und oft schon mit diversen Traumatisierungen sowie psychischen und physischen Beeinträchtigungen und sozialen und emotionalen Defiziten in eine Einrichtung kommen (Schiemann, 2021, S.5.).
Das Verhalten, welches sie in diesen Einrichtungen zeigen, folgt dabei einem inneren und subjektiven Sinn (Baumann, 2020, S.9). Demnach handelt es sich bei diesen extremen Verhaltensweisen nach Baumann um Bewältigungsstrategien. Diese haben die Kinder und Jugendlichen sich selbst angeeignet, um ihre vergangene, hochbelastete Lebenswelt zu meistern. Bewährt sich dieses Verhalten, so wird es in aktuellen Lebensbedingungen übernommen und wieder angewandt. Hier treffen sie dann auf Normen und Regeln in den Hilfesystemen, die dem Entgegenstehen. Dadurch stehen die Kinder und Jugendlichen in einem steten Spannungsfeld zwischen Autonomie und Zugehörigkeit. So kommt es häufig zu Konflikten mit den jeweiligen Institutionen und deren Mitarbeiter*innen. Diese schaukeln sich gegenseitig immer höher ohne Aussicht auf Besserung. Dies geht bis zu einem Punkt an dem sich Mitarbeiter*innen und Institution an ihre Grenzen geführt sehen und die Hilfe beendet wird (Baumann, 2020, S. 47).
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Themenwahl, die Forschungsfrage sowie den Aufbau der Arbeit und begründet die Entscheidung für den Begriff „Systemsprenger“.
2 Definition Systemsprenger: Dieses Kapitel nähert sich dem Begriff durch eine Begriffsbestimmung, beschreibt typische Verhaltensweisen und gibt einen Überblick über die Verbreitung in verschiedenen Einrichtungsformen.
3 Abweichendes Verhalten: Hier wird abweichendes Verhalten allgemein definiert und in den spezifischen Kontext der „Systemsprenger“ eingeordnet.
4 Kinder- und Jugendhilfe im Kontext der „Systemsprenger“: Das Kapitel analysiert die gesetzlichen Grundlagen und betrachtet Probleme innerhalb des Hilfesystems, sowie institutionelle und interpersonelle Faktoren, die die Entwicklung von Systemsprengern begünstigen.
5 Handlungsmöglichkeiten zum Umgang mit „Systemsprengern“: Es werden praxisnahe Methoden wie Selbstreflexion, sicheres Handeln in Krisen, Fallverstehen und neue Setting-Gestaltungen (Falk-Haus) vorgestellt.
6. Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit von Geduld, flexiblen Angeboten und besserer Fallarbeit, um trotz der Schwierigkeiten nachhaltige Hilfe zu leisten.
Systemsprenger, Kinder- und Jugendhilfe, SGB VIII, Hilfe zur Erziehung, Verhaltensstörungen, Bindungsstörungen, Fallverstehen, Selbstsorge, pädagogische Fachkräfte, Beziehungsarbeit, Institutionelle Probleme, Traumatisierung, Inklusion, Krisenintervention, Setting-Gestaltung.
Die Arbeit untersucht das Phänomen von Kindern und Jugendlichen, die aufgrund ihrer lebensgeschichtlichen Erfahrungen und Verhaltensweisen Hilfesysteme an deren Belastungsgrenzen führen.
Zentrale Felder sind die Ursachen für abweichendes Verhalten, institutionelle Schwachstellen im Hilfesystem und Wege, wie pädagogische Fachkräfte professionell und beziehungsorientiert mit herausfordernden Kindern arbeiten können.
Es soll analysiert werden, wie das System der Kinder- und Jugendhilfe selbst zur Entwicklung von Systemsprengern beitragen kann und welche Gegenstrategien existieren.
Es handelt sich um eine theoretische Literaturarbeit, die auf wissenschaftlichen Standards der Sozialen Arbeit basiert und aktuelle Studien sowie Definitionen führender Experten der Heil- und Sozialpädagogik einbezieht.
Der Hauptteil analysiert, warum Hilfe oft vorzeitig abgebrochen wird, warum zwischen Einrichtungen und Krisenfällen Machtkämpfe entstehen und welche flexiblen pädagogischen Ansätze, wie das Falk-Haus, Erfolg versprechen.
Systemsprenger, Hilfe zur Erziehung, Fallverstehen, Beziehungsarbeit, Bewältigungsstrategien und emotionale Belastbarkeit von Fachkräften.
Das Falk-Haus dient als Fallbeispiel für ein alternatives, niedrigschwelliges Betreuungssetting, das durch Flexibilität und einen anderen Zugang versucht, Jugendliche zu halten, die in klassischen Systemen gescheitert sind.
Die Arbeit betont, dass nicht Konfrontation, sondern Sicherheit, Verständnis und Deeskalationsmodelle wie das dynamische Modell von Menno Baumann entscheidend sind, um den Jugendlichen handlungsfähig zu halten.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

