Masterarbeit, 2023
47 Seiten, Note: 2,0
Vorwort
2 Einführung
3 Viktor Ullmann – eine kurze Biographie
3.1 Wirken als Komponist
4 Der Begriff der Freizeitgestatung in Theresienstadt
4.1 Komponieren in Unfreiheit
5 Der Kaiser von Atlantis oder die Todverweigerung
5.1 Arbeitsvorlagen
5.2 Inhalt der Oper
5.3 Das Libretto - Zusammenfassung
5.4 Peter Kien
6 Vergleich der Partitur des Schott Verlags mit dem Text im Autograph
7 Die Instrumentierung
8 Ausgewählte Aufführungen und Besetzungen
9 Auswirkung in musikwissenschaftlicher Forschung und Lehre
10 Fazit und abschließende Anmerkungen
11 Anhang
11.1 Einzelvergleiche zum Libretto von Peter Kien
11.2 Viktor Ullmanns Kompositionen in Theresienstadt
11.3 Zeittafel Viktor Ullmann
Die Arbeit untersucht die Entstehungsgeschichte, textliche Gestaltung und musikalische Rezeption der Oper „Der Kaiser von Atlantis“ durch einen detaillierten Vergleich von überlieferten Autographen mit der heutigen Druckfassung des Schott Verlags, um Ullmanns künstlerische Intentionen im Kontext der Internierung in Theresienstadt zu beleuchten.
4.1 Komponieren in Unfreiheit
Während Ullmanns Internierung in Theresienstadt komponierte er mehr als 23 Werke, die angesichts der Situation im Lager umso erstaunlicher sind. Nicht alle Häftlinge von Theresienstadt genossen Privilegien wie Ullmann, und nicht alle konnten ihr Dasein vom Grauen um sich herum so abstrahieren wie er.
Ingo Schulz verglich die Entstehung der Oper „Der Kaiser von Atlantis“ mit Werken anderer Komponisten aus Theresienstadt und findet „verschwindend wenige Ansätze zu einer unverhüllten Darstellung der Situation im KZ Theresienstadt oder gar zur offenen Kritik an den dort herrschenden Lebensbedingungen“. Dabei muss man aber berücksichtigen, dass sich Ullmann in einer privilegierten Lage befand und selbst Zugang zu Schreib- und Notenpapier und anderen notwendigen Utensilien – wenn auch in sehr beschränktem Ausmaß – hatte. „Offenbar sah Ullmann die künstlerischen Vorbilder und Maßstäbe für sein eigenes Schaffen weder in der musikalischen »Vernichtung« des SS-Regimes als Urheber allen Leidens noch in der ironischen Demaskierung der Machthaber oder in den zahlreichen unverblümten Anspielungen der Theresienstädter Kabarettensembles… Vielmehr gestaltete er seine »Kaiser«-Oper als Parabel, getreu seiner ästhetischen Maxime, dass der künstlerische Schaffensprozess darin bestehe, den vorgefundenen Stoff in der Form des Werkes zu verwandeln.“
Einführung: Die Arbeit führt in die Bedeutung der Oper ein und benennt die Notwendigkeit, autographe Dokumente systematisch mit der Druckfassung abzugleichen.
Viktor Ullmann – eine kurze Biographie: Dieser Abschnitt zeichnet das Leben des Komponisten von seiner Herkunft über seine musikalische Prägung bis hin zur Deportation nach Theresienstadt nach.
Der Begriff der Freizeitgestaltung in Theresienstadt: Es wird die politisch instrumentalisierte Funktion der sogenannten kulturellen „Freizeitgestaltung“ im Ghetto Theresienstadt kritisch beleuchtet.
Der Kaiser von Atlantis oder die Todverweigerung: Die inhaltlichen Aspekte der Oper, die Rolle des Librettisten Peter Kien und die symbolische Bedeutung der Handlung werden detailliert analysiert.
Vergleich der Partitur des Schott Verlags mit dem Text im Autograph: Dieses Kapitel liefert eine detaillierte textkritische Gegenüberstellung, um Ergänzungen und Änderungen der Vorlagen zu identifizieren.
Die Instrumentierung: Die Besetzung des Kammerorchesters wird anhand autographer Notizen und der tatsächlichen Aufführungspraxis unter den erschwerten Bedingungen im Ghetto untersucht.
Ausgewählte Aufführungen und Besetzungen: Eine Übersicht bietet Einblicke in die Rezeptionsgeschichte der Oper von den ersten Aufführungen in Amsterdam bis zu heutigen internationalen Produktionen.
Auswirkung in musikwissenschaftlicher Forschung und Lehre: Hier wird die Oper als Gegenstand hermeneutischer Forschung diskutiert, insbesondere im Kontext ihrer Parabelform.
Fazit und abschließende Anmerkungen: Die Arbeit reflektiert die künstlerische Intention Ullmanns und die bleibende moralische Relevanz seines letzten großen Bühnenwerks.
Anhang: Dieser Teil enthält tabellarische Vergleiche, eine vollständige Liste der Werke Ullmanns in Theresienstadt sowie eine biographische Zeittafel.
Viktor Ullmann, Der Kaiser von Atlantis, Theresienstadt, Peter Kien, Exilliteratur, Musikwissenschaft, Partiturvergleich, NS-Zeit, Parabel, Holocaust, Komposition in Unfreiheit, Kulturarbeit im Ghetto, Schott-Verlag, Hermeneutik, musikalische Symbolik.
Die Arbeit analysiert die Oper „Der Kaiser von Atlantis“ durch einen Vergleich der handschriftlichen Originalmanuskripte mit der gedruckten Schott-Ausgabe, um ein tieferes Verständnis für die Intentionen von Viktor Ullmann und Peter Kien im Lager Theresienstadt zu gewinnen.
Im Zentrum stehen die Entstehung der Oper unter Haftbedingungen, der Umgang mit der NS-Lagerzensur, die textliche Struktur des Librettos sowie die musikanalytische Bedeutung von Zitaten und Parodien.
Das primäre Ziel ist es, nachzuweisen, wie Ullmann und Kien trotz der widrigen Umstände im Konzentrationslager ein komplexes, zeitloses Werk schufen, das als politisches Parabelmodell gegen tyrannische Regime fungiert.
Die Arbeit nutzt musikwissenschaftliche Quellenanalyse, den Vergleich von Primärquellen (Autographen) mit Sekundärquellen und eine hermeneutische Betrachtungsweise zur Interpretation der musikalischen Parabel.
Es werden der inhaltliche Aufbau der Oper, die Rolle des Todes als Erlöserfigur, die bewusste Verzerrung der deutschen Nationalhymne und das Verhältnis von Komposition zu den tatsächlichen verfügbaren Instrumenten im Ghetto untersucht.
Die zentralen Charakteristika sind „Komponieren in Unfreiheit“, „hermeneutischer Diskurs“, „Fremdwerk-Fragmentation“ und „künstlerische Autonomie“.
Der Zirkel wird als methodisches Werkzeug genutzt, um sowohl einzelne Elemente wie das Libretto als auch die Oper in ihrer Gesamtheit und ihrem historischen Entstehungskontext verstehbar zu machen.
Die mangelnde Verfügbarkeit von Instrumenten, die Zensur der Lagerleitung und die ständige Bedrohung durch den Tod zwangen die Komponisten zu einer schöpferischen Abstraktion, die sich paradoxerweise fördernd auf die stilistische Konsequenz der Oper auswirkte.
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