Bachelorarbeit, 2009
94 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung und Aufbau der Arbeit
2. Theoretischer Rahmen
2.1. Der Bologna-Prozess
2.1.1. Ziele des Bologna-Prozesses – Mobilität, Qualität, Transparenz
2.1.2. Umsetzung in Deutschland – Die Einführung des zweistufigen Studiensystems
2.2. Das unternehmerische Selbst
2.2.1. Der Imperativ der Gegenwart
2.2.2. Der Idealtypus des Arbeitskraftunternehmers
2.3. Die Ausbildung des unternehmerischen Selbst
2.4. Hypothesen
3. Methodischer Rahmen
3.1. Grundgesamtheit und Stichprobe
3.1.1. Auswahl der Grundgesamtheit
3.1.2. Die Umstellung des Studiensystems in der Leipziger Soziologie
3.1.3. Klumpenstichprobenverfahren
3.2. Entwicklung des Fragebogens
3.2.1. Fragebogendesign
3.2.2. Form und Kategorienanzahl von Ratingskalen
3.2.3. Pretest
3.3. Operationalisierung der Variablen
3.3.1. Operationalisierung der unabhängigen Variable – Studiengang
3.3.2. Operationalisierung der abhängigen Variablen – Studiensituation
3.3.3. Operationalisierung der abhängigen Variablen – Dimensionen des unternehmerischen Selbst
3.3.3.1. Die Dimension „Selbstkontrolle“
3.3.3.2. Die Dimension „Selbstökonomisierung“ und Eigeninitiative
3.3.3.3. Die Dimension „Selbstrationalisierung“
3.3.4. Operationalisierung der Drittvariablen
3.4. Datenanalyseverfahren
4. Datenanalyse
4.1. Datengrundlage
4.2. Häufigkeitsverteilungen der unabhängigen Variable und Drittvariablen
4.3. Bedeutung und weitere Verwendung der Drittvariablen
4.4. Subjektive Beurteilung des persönlichen Handlungsspielraumes
4.5. Die Ausbildung des unternehmerischen Selbst
4.5.1. Ergebnisse der Dimension „Selbstkontrolle“
4.5.2. Ergebnisse der Dimension „Selbstökonomisierung und Eigeninitiative“
4.5.3. Ergebnisse der Dimension „Selbstrationalisierung“
5. Zusammenfassung der Ergebnisse, Interpretation und Fazit
Diese Bachelor-Thesis untersucht, ob und wie der Bologna-Prozess durch eine stärkere Strukturierung und Standardisierung des universitären Studiums die Ausbildung von Eigenschaften beeinflusst, die dem Leitbild des „unternehmerischen Selbst“ entsprechen. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Auswirkungen externer Kontrollmechanismen auf die Entwicklung unternehmerischer Merkmale unter Studierenden.
2.2.1. Der Imperativ der Gegenwart
Ulrich Bröckling beschreibt das unternehmerische Selbst als das abstrakte Leitbild vom „Individuum als Unternehmer seiner Arbeitskraft und Daseinsvorsorge“, welches als „kategorischer Imperativ der Gegenwart“ die gesamte Gesellschaft und alle Lebensbereiche der Individuen durchdringt:
„Das unternehmerische Selbst […] steht für ein Bündel aus Deutungsschemata, mit denen heute Menschen sich selbst und ihre Existenzweisen verstehen, aus normativen Anforderungen und Rollenangeboten, an denen sie ihre Tun und Lassen orientieren, sowie aus institutionellen Arrangements, Sozial- und Selbsttechnologien, die und mit denen sie ihr Verhalten regulieren sollen. […] Das unternehmerische Selbst ist ein Leitbild.“ (Bröckling, 2007: 7).
Ursache für die Durchsetzung des unternehmerischen Selbst als Leitbild in unserer Gesellschaft ist nach Bröckling unter anderem die Transformation der betrieblichen Arbeitsorganisation und -kultur im Rahmen des Übergangs vom Fordismus zum Postfordismus. Dies deckt sich mit den Ausführungen zum Arbeitskraftunternehmer (Pongratz/Voß, 2003), auf die im folgenden Abschnitt (2.2.2) näher eingegangen wird.
1. Einleitung und Aufbau der Arbeit: Vorstellung der Thematik des unternehmerischen Selbst im Kontext des Bologna-Prozesses sowie ein kurzer Überblick über den Aufbau der empirischen Untersuchung.
2. Theoretischer Rahmen: Darstellung der theoretischen Konzepte zum Bologna-Prozess, zum unternehmerischen Selbst nach Bröckling sowie zum Arbeitskraftunternehmer als Idealtypus nach Voß und Pongratz.
3. Methodischer Rahmen: Erläuterung der Feldstudie, inklusive Stichprobenauswahl, der Konstruktion des Fragebogens, der Operationalisierung der Variablen sowie der angewandten Datenanalyseverfahren.
4. Datenanalyse: Präsentation und statistische Auswertung der erhobenen Daten hinsichtlich der subjektiven Beurteilung des Handlungsspielraums und der drei Dimensionen des unternehmerischen Selbst.
5. Zusammenfassung der Ergebnisse, Interpretation und Fazit: Kritische Reflexion der Ergebnisse vor dem Hintergrund der Hypothesen sowie eine abschließende Einordnung der Resultate und ein Ausblick auf zukünftige Forschungsfragen.
Bologna-Prozess, unternehmerisches Selbst, Arbeitskraftunternehmer, Hochschulreform, empirische Sozialforschung, Selbstkontrolle, Selbstökonomisierung, Selbstrationalisierung, Handlungsspielraum, Studiensystem, Leistungsorientierung, Eigeninitiative, Bildungssoziologie, quantitative Studie, Bachelor.
Die Arbeit untersucht, wie sich die Umstellung auf das zweistufige Studiensystem (Bachelor/Master) im Rahmen des Bologna-Prozesses auf die Ausbildung unternehmerischer Eigenschaften bei Studierenden auswirkt.
Zentral sind der Bologna-Prozess, die soziologische Theorie des „unternehmerischen Selbst“ und des „Arbeitskraftunternehmers“ sowie die methodische Messung studentischer Orientierungen.
Das Ziel ist die Ergründung der Auswirkungen systemischer Veränderungen in der universitären Lehre auf die Ausbildung von Persönlichkeitsmerkmalen, die vom „unternehmerischen Selbst“ gefordert werden.
Es handelt sich um eine empirische Fallstudie am Institut für Soziologie der Universität Leipzig, die mittels eines standardisierten Fragebogens quantitative Daten erhebt und diese statistisch auswertet.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der methodischen Konstruktion der Variablen (Operationalisierung) sowie der detaillierten statistischen Auswertung und Interpretation der Daten in Bezug auf Selbstkontrolle, Selbstökonomisierung und Selbstrationalisierung.
Neben dem Bologna-Prozess und dem unternehmerischen Selbst sind Begriffe wie Arbeitskraftunternehmer, Handlungsspielraum, Leistungs- und Kontrollorientierung maßgebliche Charakteristika der Arbeit.
Die Studie repliziert Befunde, wonach weibliche Studierende in den untersuchten Dimensionen stärker dem Typus des „Arbeitskraftunternehmers“ entsprechen, wobei dies statistisch signifikante Unterschiede in der Leistungsorientierung aufweist.
Der Handlungsspielraum dient als zentrale systemische Voraussetzung; die Studie zeigt, dass Bachelorstudierende ihren Spielraum im Vergleich zu Diplom/Magister-Studierenden als deutlich stärker eingeschränkt wahrnehmen.
Nein, die Hypothesen konnten nicht bestätigt werden; entgegen den Erwartungen zeigen Bachelorstudierende tendenziell sogar eine stärkere Ausprägung unternehmerischer Eigenschaften als die Studierenden der alten Studiengänge.
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