Magisterarbeit, 2008
123 Seiten, Note: 1,0
I. Vorüberlegungen anhand Celans Poetik: Die Person als Voraussetzung für die Beziehung zur Sprache
1. Celans Verhältnis zur Sprache als Beziehung zur Sprache
2. Der „Neigungswinkel“ der Person als Prämisse für die Beziehung von Dichter und Sprache und als Abgrenzung zur Kunst
3. Die Annahme: Das Sprechen des Dichters mit der Sprache
II. Grundstimmungen der Beziehung Dichter-Sprache
1. Die Festlegung: Du als Sprache und Ich als Dichter
2. Die Pole der Beziehung Dichter-Sprache
2.1. Zuneigung
2.2. Abneigung
3. Exkurs: Das Du als reale Person
4. Eine überleitende Frage: Celan spricht die Sprache an – wie spricht eigentlich Sprache?
III. Das zur Rede Stellen der Sprache
1. Die Theorie: Das Du als zur Rede gestellte Sprache
2. Die Praxis: Wie Paul Celan Sprache zur Rede stellt
3. Die Frage nach dem Sinn
IV. Das Prinzip des zur Rede Stellens als ‚Dialog’ mit dem Leser
1. Kann es einen Dialog geben?
2. Das „Andere“ als der Leser
3. Das Prinzip des zur Rede Stellens als Öffnung zu einem Gespräch
4. Ein vorläufiges Ende der Fragestellung
V. Paul Celans Versuch einer Identitätsbestimmung
1. Identität suchen…
2. … und Identität verlieren
3. Wege von Paul Celan zu Paul Celan
Die Arbeit untersucht das Du in Paul Celans Gedichten und versteht dieses als Pronomen für die Sprache, die der Dichter durch ein „zur Rede Stellen“ in eine dialogische Beziehung zum Ich zwingt, um sein eigenes Dasein zu bestimmen und Wirklichkeit zu entwerfen.
Die Festlegung: Du als Sprache und Ich als Dichter
Wir sehen: das Celan’sche Gedicht hat eine ihm inhärente kommunikative Ebene, auf welcher der Dichter der Sprache als ansprechbare Instanz im Rahmen einer Konsultation begegnet; und es macht den Prozess des Zusammenwirkens der Beziehung Dichter-Sprache sichtbar. Die Sprache als ansprechbare Instanz sehen zu können würde nicht derartig betont werden, wäre diese in Celans Gedichten im Du nicht so offensichtlich vorhanden. Der Dichter schafft mit dem Personalpronomen Du eine Gesprächssituation, welche nicht nur die Sprache durch das Pronomen ersetzt, sondern auch die enge Bindung zwischen Dichter und Sprache betont.
Die Besonderheit der Beziehung Dichter-Sprache gibt den Modus der Anrede vor: In einer Beziehung duzen sich Partner und untermauern so die Exklusivität ihres Verhältnisses. Da wir von einer kommunikativen Beziehung Dichter-Sprache ausgehen und die Sprache im Du identifiziert haben, müssen wir zwingend auch einen Blick auf ein mögliches Ich werfen, welches tatsächlich in einer Vielzahl Celan’scher Gedichte neben dem Du erscheint, und daher intuitiv als Pronomen für den Dichter selbst gelesen werden könnte. Dies ist letztlich die Frage nach der Besetzung des „lyrischen Ichs“ und somit gleichzeitig die Frage nach dem Subjekt in Celans Dichtung. Da allerdings beide Fragenkomplexe für sich genommen bereits literatur- sowie subjekttheoretische Grundsatzdebatten eröffnen, erlauben wir uns, die Frage nach dem Ich in Celans Gedichten im Sinne einer Beziehung Dichter-Sprache auf ihr wesentlichstes Moment engzuführen: Inwiefern kann das Ich der Gedichte Celan meinen?
I. Vorüberlegungen anhand Celans Poetik: Die Person als Voraussetzung für die Beziehung zur Sprache: Dieses Kapitel erläutert, wie Celan die Dichtung als eine Beziehung definiert, die auf dem existentiellen „Neigungswinkel“ der Dichterperson gründet und sich durch ein Sprechen mit der Sprache konstituiert.
II. Grundstimmungen der Beziehung Dichter-Sprache: Hier wird die Begegnung zwischen dem Ich des Dichters und dem Du der Sprache untersucht, wobei Zuneigung und Abneigung als fundamentale Pole dieser Beziehung herausgearbeitet werden.
III. Das zur Rede Stellen der Sprache: Dieses Kapitel führt das zentrale Prinzip des „zur Rede Stellens“ ein, um die Gedichte als Orte einer aktiven, konfrontativen Auseinandersetzung Celans mit dem geschichtlichen und sprachlichen Erbe zu interpretieren.
IV. Das Prinzip des zur Rede Stellens als ‚Dialog’ mit dem Leser: Hier wird analysiert, wie das dialogische Prinzip den Leser einbezieht und das Gedicht als einen offenen, kommunikativen Raum etabliert, in dem der Leser das zur Rede Stellen selbst vollziehen kann.
V. Paul Celans Versuch einer Identitätsbestimmung: Das Abschlusskapitel beleuchtet, wie Celan durch das Ringen mit der Sprache im Gedicht versucht, seine Identität in einer historisch belasteten Wirklichkeit zu verankern und zu bestimmen.
Paul Celan, Sprache, zur Rede Stellen, Dichter-Sprache-Beziehung, Alterität, Dialog, Identität, Poetik, Das Andere, Neigungswinkel, Lyrik, Sprachkritik, Atemwende, Wirklichkeit.
Die Arbeit untersucht die spezifische Beziehung zwischen Paul Celan als Dichter und der Sprache als einem personifizierten Gegenüber in seinen Gedichten, die er als Du anspricht.
Im Fokus stehen Celans Poetik, die Rolle der Dichterperson, das Prinzip des „zur Rede Stellens“ sowie die dialogische Qualität der Lyrik im Verhältnis zwischen Dichter, Sprache und Leser.
Es wird der Frage nachgegangen, wie und warum Celan Sprache in seinen Gedichten zur Rede stellt und inwiefern dies als Mittel zur Identitätsbestimmung und zur Schaffung von Wirklichkeit dient.
Die Arbeit verfolgt einen induktiven Ansatz, bei dem ausgehend von Celans eigenen theoretischen Texten (wie „Der Meridian“ oder die „Bremer Rede“) seine Gedichte als Ort der Beziehung interpretiert werden.
Der Hauptteil analysiert die Grundstimmungen der Beziehung, führt das Prinzip des zur Rede Stellens ein und untersucht die dialogischen Möglichkeiten dieses Ansatzes für den Leser.
Zentrale Begriffe sind das „zur Rede Stellen“, die „Atemwende“, das „Andere“ als Leser, die „Personifikation“ der Sprache und der „Neigungswinkel“ des Dichters.
Celan personifiziert die Sprache als ein ansprechbares, gegenüberstehendes Subjekt, um eine konsultative Beziehung aufzubauen, durch die er sich in der Welt orientieren kann.
Es dient als Ringen um einen wahren Ausdruck, durch den der Dichter versucht, sein Verhältnis zur Wirklichkeit und zum Sein zu legitimieren und sich als Person zu konstituieren.
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