Diplomarbeit, 2003
64 Seiten, Note: 2
1. Einleitung
2. Die Regionalpolitik der Europäischen Union und die Neue Ökonomische Geographie
2.1 Ziele und Instrumente der europäischen Regionalpolitik
2.2 Konvergenz oder Divergenz – ein empirischer Befund für die EU
2.3 Die Aussagen der Neuen Ökonomischen Geographie
3. Das Zentrum-Peripherie-Modell
3.1 Das Zentrum-Peripherie-Modell mit immobilen Arbeitskräften
3.2 Verbesserung der Infrastruktur
3.3 Erweiterung des Modells und empirische Relevanz
3.4 Konsequenzen für die EU-Regionalpolitik
4. Endogenes Wachstum im Modellrahmen der Neuen Ökonomischen Geographie
4.1. Der Modellrahmen
4.1.1 Finanzieller Transfer in die arme Region
4.1.2 Verbesserung der Infrastruktur
4.1.3 Förderung von Forschung und Entwicklung
4.2 Empirische Relevanz des Modells
4.3 Konsequenzen für die EU-Regionalpolitik
5. Handlungsempfehlungen für eine zukünftige EU-Regionalpolitik
5.1 Investitionen in Humankapital
5.2 Förderung regionaler Innovationsnetzwerke
5.3 Förderung regionaler Wachstumszentren
6. Einige kritische Anmerkungen zur Anwendbarkeit der NEG
7. Fazit
8. Anhang
8.1 Statistischer Anhang
8.2 Mathematischer Anhang
9. Literaturverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen ausgewählter regionalpolitischer Maßnahmen der EU auf Basis der Modelle der Neuen Ökonomischen Geographie (NEG). Ziel ist es zu analysieren, ob Infrastrukturinvestitionen, finanzielle Transfers und Innovationsförderung die angestrebte räumliche Konvergenz und ökonomische Stabilität bewirken können, um daraus Handlungsempfehlungen für eine künftige EU-Regionalpolitik abzuleiten.
Ergebnis: Eine Regionalpolitik, die Forschung und Entwicklung fördert, sorgt für ein erhöhtes Wachstum in der gesamten Ökonomie, verringert die realen Einkommensunterschiede zwischen den Regionen sowie zwischen Kapitalbesitzern und Lohnempfängern und sorgt für eine gleichmäßigere Verteilung der wirtschaftlichen Aktivität.
Das Modell zeigt, dass sowohl bei einem direkten Einkommenstransfer, als auch bei einer Verbesserung der Infrastruktur ein regionalpolitischer Trade-Off zwischen Wirtschaftswachstum und regionaler Gleichheit besteht. Dies wurde in empirischen Studien weitgehend belegt. So zeigt QUAH [1997] in einer Untersuchung der Länder Portugal, Spanien und Griechenland, dass in den beiden Ländern mit einem hohen Wirtschaftswachstum (Spanien und Portugal) ein erheblicher Divergenzprozess in Raumstruktur und Einkommen eingesetzt hat. In Griechenland, gekennzeichnet durch ein geringes Wirtschaftswachstum, setzte hingegen kein Divergenzprozess ein.
Eine Reihe von Autoren, wie z.B. JAFFE ET AL. [1993] um nur ein Werk anzuführen, haben in empirischen Untersuchungen gezeigt, dass die räumliche Konzentration von Industrieunternehmen und die Raumstruktur allgemein entscheidende Auswirkungen auf das Wachstum, auf den Innovationsgrad und auf den Grad der Produktivität einer Volkswirtschaft haben. Dies Modell ist demnach deutlich realitätsnaher als die Grundmodelle der NEG.
ANSELIN ET AL. [1997] kommen darüber hinaus in einer Analyse zum Einfluss des Wissenstransfers von universitärer Forschung auf das regionale Innovationsverhalten im Bereich von High-Tech-Unternehmen für die USA zum Ergebnis, dass für die induzierten Wissens-Spillover ein signifikant positiver Effekt auf das regionale Wachstum in einem fünfzig Meilen Radius festgestellt werden kann.
1. Einleitung: Einführung in die regionale Heterogenität der EU und Vorstellung der Neuen Ökonomischen Geographie (NEG) als theoretischer Rahmen zur Erklärung räumlicher Divergenz.
2. Die Regionalpolitik der Europäischen Union und die Neue Ökonomische Geographie: Skizzierung der Ziele der EU-Regionalpolitik sowie Diskussion des Konvergenz-Divergenz-Befundes im Kontext der NEG.
3. Das Zentrum-Peripherie-Modell: Analyse, wie sich durch sinkende Transportkosten und Firmenstandortentscheidungen eine Zentrum-Peripherie-Struktur bildet und welche Konsequenzen dies für die Politik hat.
4. Endogenes Wachstum im Modellrahmen der Neuen Ökonomischen Geographie: Integration von Wachstumstheorie in die NEG, um den Zielkonflikt zwischen Wirtschaftswachstum und regionaler Gleichheit zu beleuchten.
5. Handlungsempfehlungen für eine zukünftige EU-Regionalpolitik: Ableitung politischer Strategien mit Fokus auf Humankapital, Innovationsnetzwerke und Wachstumszentren anstelle rein infrastrukturorientierter Ausgleichspolitik.
6. Einige kritische Anmerkungen zur Anwendbarkeit der NEG: Reflexion über die Restriktivität der mathematischen Modelle und die Notwendigkeit, Komplexität bei realen politischen Entscheidungen stärker zu berücksichtigen.
7. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der regionalpolitischen Instrumente der EU unter Berücksichtigung des Trade-Offs zwischen Wachstum und Gleichheit.
Neue Ökonomische Geographie, Regionalpolitik, EU, Zentrum-Peripherie-Modell, Wirtschaftswachstum, räumliche Konvergenz, Infrastruktur, Innovation, Wissens-Spillover, Humankapital, industrielle Agglomeration, Einkommensverteilung, Standortentscheidung, Handelsintegration, endogenes Wachstum.
Die Diplomarbeit untersucht die ökonomischen Auswirkungen von EU-Regionalförderprogrammen unter Anwendung theoretischer Modelle der Neuen Ökonomischen Geographie (NEG).
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse räumlicher Divergenz, dem Effekt von Infrastruktur- und Transferinvestitionen sowie der Rolle von technologischem Wissen für regionales Wachstum.
Das Ziel ist es, zu beurteilen, ob die derzeitige EU-Regionalpolitik mit ihren Instrumenten die angestrebte wirtschaftliche Konvergenz erreichen kann und welche Empfehlungen sich daraus für die zukünftige Gestaltung ergeben.
Es werden mathematische Modelle der NEG und der endogenen Wachstumstheorie verwendet, ergänzt durch eine Analyse empirischer Studien und statistischer Daten zur regionalen Entwicklung in der EU.
Der Hauptteil analysiert verschiedene Szenarien (Transferzahlungen, Infrastrukturverbesserung, Innovationsförderung) anhand von Vier-Quadranten-Diagrammen und diskutiert den Trade-Off zwischen Wachstum und regionaler Ausgeglichenheit.
Wichtige Begriffe sind Neue Ökonomische Geographie, Zentrum-Peripherie-Struktur, endogenes Wachstum, Innovationskosten und regionale Konvergenz.
Modellberechnungen deuten darauf hin, dass die Verbesserung interregionaler Transportwege Agglomerationseffekte im Zentrum verstärken kann, was die wirtschaftliche Divergenz ungewollt erhöht statt sie abzubauen.
Der Autor empfiehlt eine verstärkte Förderung von Forschung und Entwicklung sowie Humankapital, da dies sowohl das gesamtwirtschaftliche Wachstum steigern als auch zur regionalen Einkommensangleichung beitragen kann.
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