Masterarbeit, 2021
101 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Begriffe im historischen Kontext
a. Gewalt, Verbrechen und Strafe
b. Betrug und Hochstapelei
c. Mord und Totschlag
d. Rache und Selbstjustiz
3. Von trickreichen Tieren und manipulativen Menschen
a. KHM 2 „Katze und Maus in Gesellschaft“
b. KHM 21 „Aschenputtel“
c. KHM 11 „Brüderchen und Schwesterchen“
d. KHM 89 „Die Gänsemagd“
e. KHM 20 „Das tapfere Schneiderlein“
f. KHM 61 „Das Bürle“
4. Von mordenden Menschen und magischen Mördern
a. KHM 28 „Der singende Knochen“
b. KHM 115 „Die klare Sonne bringt’s an den Tag“
c. KHM 40 „Der Räuberbräutigam“
d. KHM 46 „Fitcher’s Vogel“
5. Von rücksichtsloser Rache und verbissener Vergeltung
a. KHM 5 „Der Wolf und die sieben jungen Geißlein“
b. KHM 58 „Der Hund und der Sperling“
c. KHM 116 „Das blaue Licht“
6. Schluss
Diese Arbeit widmet sich der Analyse von Gewalt, Verbrechen und Bestrafung in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm, um zu untersuchen, wie diese Motive literarisch verarbeitet werden und ob sich historische Konzepte von Recht und Moral darin widerspiegeln.
a. KHM 2 „Katze und Maus in Gesellschaft“
Das erste Tiermärchen, das in dieser Arbeit betrachtet werden soll, handelt von einer eher widernatürlichen Wohngemeinschaft: Eine Katze überredet eine Maus, „mit ihr zusammen in einem Hause zu wohnen und gemeinschaftliche Wirtschaft zu führen“. Dies gelingt ihr, indem sie der Maus „so viel von der großen Liebe und Freundschaft“ zu ihr vorträgt, dass diese „endlich einwilligte“. Das Wort endlich deutet dabei einen längeren Zeitraum an, in dem diese „unermüdlich[e] Schmeichelei“, wie Carl-Heinz Mallet es nennt, vonstattengegangen sein muss. Dieser Anfang existiert jedoch weder in der Urfassung von 1810 noch in der von 1812/14, denn in ersterer heißt es lediglich: „Ein Kätzchen und ein Mäuschen, die hatten Wirtschaft zusammen“, und in zweiterer sogar: „Eine Katze und eine Maus wollten zusammenleben und Wirtschaft zusammen haben“.
Während die beiden Urfassungen somit von einer zunächst scheinbar gleichberechtigten Gemeinschaft ausgehen, legt die Version aus der Ausgabe letzter Hand von 1857 eine manipulative Absicht der Katze nahe, indem sie die Maus durch Umgarnen beeinflusst. Doch auch die Wahl der Akteure impliziert sowohl die Motive der Katze als auch den negativen Verlauf der Geschichte, da diese „als Inbegriff der Falschheit, Hinterlist und Treulosigkeit [gilt], die Maus [dagegen] als treu und gutmütig.“
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die erschreckende Brutalität in den Märchen der Brüder Grimm und ordnet das Forschungsfeld in pädagogische, psychologische und literaturwissenschaftliche Kontexte ein.
2. Begriffe im historischen Kontext: In diesem Kapitel werden grundlegende Termini wie Gewalt, Verbrechen, Betrug und Rache deskriptiv im historischen Kontext des 19. Jahrhunderts definiert.
3. Von trickreichen Tieren und manipulativen Menschen: Dieses Kapitel analysiert Märchen, in denen betrügerische Aspekte, Manipulation und verbale Unterdrückung im Fokus stehen.
4. Von mordenden Menschen und magischen Mördern: Hier liegt der Schwerpunkt auf der Darstellung von Tötungsdelikten und der Art und Weise, wie Gewalt in diesen Erzählungen thematisiert wird.
5. Von rücksichtsloser Rache und verbissener Vergeltung: Das Kapitel untersucht Fälle von Rache und Selbstjustiz sowie deren Ausgänge in Bezug auf Notwehr und Vergeltung.
6. Schluss: Das abschließende Kapitel resümiert die Bedeutung der Gewaltmotivik für die Märchendichtung und deren Funktion als Spiegel gesellschaftlicher Normen und Ängste.
Märchen, Brüder Grimm, Gewalt, Verbrechen, Strafe, Manipulation, Rache, Selbstjustiz, Grausamkeit, Literaturanalyse, Geschlechterrolle, Macht, Moral, Recht, Täuschung.
Die Arbeit untersucht die Darstellung von Gewaltpraktiken, kriminellen Handlungen und Bestrafungsmodi in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm.
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Begriffsdefinition von Gewalt, der Analyse von Täuschungsstrategien, der Rolle von Rache und den geschlechtsspezifischen Darstellungen von Tätern und Opfern.
Ziel ist es, die literarische Funktion von Grausamkeiten in den Märchen aufzuzeigen und zu klären, inwiefern diese Erzählungen historische Wertvorstellungen von Recht und Moral reflektieren.
Es wird eine textanalytische Untersuchung durchgeführt, die verschiedene Fassungen der Märchen miteinander vergleicht und mit literaturwissenschaftlicher Sekundärliteratur in Bezug setzt.
Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zu manipulativen Interaktionen, die Darstellung von Morden, Formen der Vergeltung sowie einen abschließenden Blick auf das Verständnis von Gerechtigkeit im Märchen.
Neben den klassischen Begriffen wie Gewalt und Strafe stehen Konzepte wie Machtausübung, Geschlechtsbilder und das Verhältnis von Märchen zu historischen Rechtsvorstellungen im Zentrum.
Die Untersuchung zeigt auf, dass männliche Figuren oft eher physische Gewalt ausüben, während weibliche Antagonistinnen tendenziell manipulativere und subtilere Strategien anwenden, was auf ein zeitgenössisches Rollenbild hindeutet.
Die Arbeit analysiert dieses Märchen als Beispiel für eine soziale Utopie, in der ein Soldat als Abgehängter der Gesellschaft durch Rache gegen die Obrigkeit seinen Aufstieg erzwingt.
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