Examensarbeit, 2005
91 Seiten, Note: 2,7
Einleitung
1. Die Deutschtürken in Deutschland
1.1 Der soziale Hintergrund der Deutschtürken
1.2 Das Leben zwischen den Kulturen´
2. Der soziolinguistische Hintergrund der Deutschtürken
2.1 Definition des „Türkendeutsch“
2.2 Stand der Forschung
2.3 Sprachentwicklung der ersten Generation
2.3.1 Das „Gastarbeiterdeutsch“ der Eltern
2.3.2 Merkmale des Gastarbeiterdeutschen
2.3.3 Kurzer Sprachüberblick der türkischen Grammatik
2.3.4 Gastarbeiterdeutsch und Pidgin
2.3. 5 Zweitspracherwerbsforschung
2.4 Sprachentwicklung der zweiten und dritten Generation der Deutschtürken
2.4.1 Bilingualismus
2.4.2 Sprachentwicklung im Bilingualismus
2.4.3 Sprachwechselverhalten – Codeswitching
2.4.4 Formen von Codeswitching
2.4.5 Funktionen von Codeswitching
3. Türkendeutsch-Ein Ethnolekt des Deutschen?
3.1 Der primäre Ethnolekt
3.2 Merkmale bei bilingualen Diskursen „Deutsch-Türkisch“
3.3 Der sekundäre, mediale Ethnolekt
3.4 Zaimoğlus „Kanak- Sprak“
3.5 Der tertiäre Ethnolekt
4. Empirische Untersuchung zum „Türkendeutsch“
4.1 Sprachwissenschaftliche Termini
4.2 Gesprochene Sprache
4.3 Analyseverfahren
4.3.1 Datenerhebung
4.3.2 Transkriptionsverfahren
4.4 Transkriptionen - Beispiel 1
4.4.1 Angaben zur Person
4.4.2 Gesprächsanalyse
4.5 Beispiel 2
4.5.1 Angaben zur Person
4.5.2 Gesprächsanalyse
4.6 Beispiel 3
4.6.1 Gesprächsanalyse
4.7 Beispiel 4
4.7.1 Angaben zur Person
4.7.2 Gesprächsanalyse
4.8 Beispiel 5
4.8.1 Gesprächsanalyse
4.9 Auswertung
4.9.1 Sprachrepertoire
4.9.2 Codeswitching in bilingualen Diskursen
4.9.3 Gastarbeiterdeutsch
4.9.4 Zusammenfassung der sprachlichen Kennzeichen des „Türkendeutsch“
5. Erklärungsansätze für die Herausbildung des „Türkendeutschs“
5.1 „Türkendeutsch“ - Eine Jugendsprache?
5.2 Sprechen als Ausdruck sozialer Identität
6. Schlussfolgerung
Diese Arbeit untersucht das Phänomen des sogenannten „Türkendeutsch“ aus soziolinguistischer Perspektive. Das Ziel ist es, den Ursprung und die Funktionen dieser Sprachform bei der zweiten und dritten Generation von in Deutschland lebenden Türken zu analysieren und zu klären, ob es sich dabei um ein valides ethnolektales Sprachphänomen handelt oder lediglich um eine defizitäre Sprachverwendung.
3.1 Der primäre Ethnolekt
Der primäre Ethnolekt wird laut Auer /Keim vor allem von männlichen türkischen Jugendlichen verwendet, die in Deutschland aufgewachsen sind. Dieser Ethnolekt ist unabhängig von einem anderen Ethnolekt in deutschen Großstadt-Ghettos entstanden. Diese Sprechweise wird vor allem durch verschiedene sprachliche Merkmale im syntaktischen, phonologischen, morphologischen und lexikalischen Bereich des Deutschen gekennzeichnet.
Mehrere Eigenschaften lassen sich im Bereich der Phonologie, der Morphologie und der Syntax des Deutschen erkennen. Im phonologischen Bereich stellte man fest, dass die stimmlosen palatalen Frikativen (ich> isch, sich> sisch) koronalisiert werden. Das Komplex /ts/ wird zu /s/ (swei, ersählen) reduziert. Nicht-Vokalisierung von auslautenden /r/; Fehlen von Glottalverschlüssen und die Kürzung langer Vokale.
1. Die Deutschtürken in Deutschland: Dieses Kapitel erläutert den sozialen Hintergrund und die Migrationsgeschichte der türkischen Bevölkerung in Deutschland sowie die Herausforderungen des Lebens zwischen den Kulturen.
2. Der soziolinguistische Hintergrund der Deutschtürken: Hier werden theoretische Grundlagen zu Spracherwerbsprozessen der ersten, zweiten und dritten Generation sowie Phänomene wie Bilingualismus und Codeswitching detailliert betrachtet.
3. Türkendeutsch-Ein Ethnolekt des Deutschen?: Das Kapitel untersucht verschiedene Formen des Ethnolekts, wie den primären, sekundären und tertiären Ethnolekt, und geht auf mediale Repräsentationen ein.
4. Empirische Untersuchung zum „Türkendeutsch“: Der Hauptteil präsentiert die Methodik und Ergebnisse der eigenen Gesprächsanalyse, inklusive konkreter Transkriptionsbeispiele und deren Auswertung.
5. Erklärungsansätze für die Herausbildung des „Türkendeutschs“: Hier wird diskutiert, inwiefern es sich bei dem Phänomen um Jugendsprache handelt und welche Rolle die soziale Identität bei der Ausprägung der Sprache spielt.
6. Schlussfolgerung: Das Fazit fasst zusammen, dass Türkendeutsch keine defizitäre Sprache ist, sondern eine Ausdrucksweise sozialer Identität und Ausdruck einer komplexen deutsch-türkischen Kultur.
Türkendeutsch, Soziolinguistik, Ethnolekt, Bilingualismus, Codeswitching, Migration, Deutschtürken, Sprachentwicklung, Gastarbeiterdeutsch, Identität, Zweitspracherwerb, Sprachkontakt, Varietätenlinguistik, Kanak-Sprak, Mehrsprachigkeit
Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Untersuchung des sogenannten „Türkendeutsch“ als einem ethnolektalen Phänomen innerhalb der deutschen Sprache.
Zentral sind die soziolinguistischen Grundlagen, die Unterschiede in der Sprachentwicklung zwischen den Generationen der in Deutschland lebenden Türken sowie die Funktionen von Sprachmischungen.
Die Arbeit untersucht, warum das Türkendeutsch bei Deutschtürken populär ist, welche strukturellen Merkmale es aufweist und welche Bedeutung es für die soziale Identität der Sprecher hat.
Neben der theoretischen Literaturanalyse nutzt die Autorin eine empirische Untersuchung, bei der geführte Gespräche mittels der CHAT-Transkriptionsmethode aufgezeichnet und analysiert wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit Spracherwerbs- und Codeswitching-Theorien sowie eine empirische Gesprächsanalyse anhand konkreter Beispiele aus dem Alltag.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Türkendeutsch, Soziolinguistik, Codeswitching, Ethnolekt und Identitätsbildung charakterisiert.
Die erste Generation erwarb Deutsch zumeist ungesteuert und rudimentär als Zweitsprache, während die jüngeren Generationen das Deutsche (oft in Bildungseinrichtungen) besser beherrschen und den Sprachwechsel als gezielte kommunikative Strategie nutzen.
Die Autorin argumentiert, dass die Sprecher über eine hohe Sprachkompetenz verfügen und das Türkendeutsch ein bewusster Akt der Identitätskonstruktion sowie ein kreatives Sprachspiel ist, statt ein Mangel an Sprachbeherrschung.
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