Masterarbeit, 2018
111 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Pathophysiologische Bedeutung von chronischen Entzündungsprozessen
1.1.1 Grundlegende Zusammenhänge der Immunantwort
1.1.2 Entzündungsprozesse
1.1.3 Arteriosklerose
1.1.4 Exkurs CRP
1.2 Eigenschaften und Wirkung von Kakaoflavanolen
1.3 Grundlagen Metaanalyse und Zweck ihres Einsatzes
1.4 Bisherige Metaanalysen zum Einfluss von Kakaokonsum auf Entzündungsmarker
1.5 Fragestellung
2 Methodik
2.1 Terminologie
2.2 Literaturrecherche
2.3 Subgruppen anhand des Entzündungsgrades
2.4 Statistische Zusammenhänge
2.4.1 Konfidenz- und Vorhersageintervalle
2.4.2 Fixed Effect Model
2.4.3 Random Effects Model
2.4.4 Heterogenität
2.4.5 Korrelationen bzw. Korrelationskoeffizienten
2.5 Datenextraktion und Berechnungen
2.5.1 Vorgehen in Excel
2.5.2 Vorgehen in R
2.6 Cochrane Instrument zur Bewertung des bias-Risikos
2.7 Sonstige Charakteristiken eingeschlossener Studien
3 Ergebnisse
3.1 Systematische Suche
3.2 Inflammationsgrade
3.3 Cochrane risk of bias assessment
3.4 Datenauswertung
3.4.1 Simulation
3.4.2 Subgruppen
3.4.3 Gesamteffekt
3.4.4 Heterogenität
3.4.5 Vergleich DerSimonian-Laird Methode mit Hartung-Knapp Anpassung
3.4.6 Ausgewählte forest-plots
4 Diskussion
Die vorliegende Masterarbeit untersucht mittels einer Metaanalyse randomisierter, kontrollierter Studien, ob und in welchem Ausmaß regelmäßiger Kakaokonsum einen Einfluss auf verschiedene zirkulierende Entzündungsmarker hat, die mit dem kardiovaskulären Krankheitsrisiko assoziiert sind.
1.1.2 Entzündungsprozesse
Akute Entzündungen treten im Körper als Reaktion auf Infektionen mit pathogenen Mikroorganismen oder durch Gewebeschäden (z.B. nach Operationen) unter Beteiligung des angeborenen und des adaptiven Immunsystems auf. Ziel der Entzündung ist es, einen schädigenden Einfluss auf den Körper zu eliminieren. Zu diesem Zweck werden über komplexe Signalwege durch Botenstoffe (Zytokine, Chemokine) diverse Immunzellen an den Ort der Infektion oder Schädigung rekrutiert, bzw. Vorläufer der aktiven Form bestimmter Immunzellen differenzieren zu ihrer Effektorvariante. (1, S. 1253)
Inflammation kann lokal begrenzt bleiben, oder den gesamten Organismus mit einbeziehen. Wenn sie ein systemisches Ausmaß annimmt, so wird dies als Akut Phase Reaktion (APR) bezeichnet. In diesem Zustand werden durch systemisch wirksame Zytokine, in vom Entzündungsort entfernten Geweben Mechanismen aktiviert, die in die Homöostase des Organismus eingreifen. Im Einzelnen besteht die APR aus Fieber, Leukozytose, hormoneller Weichenstellung für verstärkte Energiemobilisierung, Sekretion von APP wie CRP und Synthese von Hepcidin, welches Makrophagen anregt, Funktionseisen intrazellulär zu speichern, um es dem Stoffwechsel von Bakterien zu entziehen.
Während der APR steigt also die Plasmakonzentration einiger Proteine deutlich an, andere sinken in ihrer Konzentration. Ändert sich die Konzentration um mehr als 25 %, werden die entsprechenden Proteine als positive bzw. negative APP bezeichnet. Die APP haben ähnliche Funktionen wie Antikörper, können im Gegensatz zu diesen aber ein breites Spektrum an pathogen-assoziierten Molekularstrukturen erkennen und sind für ihre Produktion nur auf Stimulation durch Zytokine angewiesen. (1, 1253, 1259-60) (3, S. 120)
Die APR setzt außerdem der Inflammation entgegenwirkende Mechanismen in Gang, um übermäßige Gewebeschäden durch die inflammatorischen Prozesse zu verhindern. Auch bei lokalen Entzündungen werden bereits zu Beginn des Prozesses regulatorische Zytokine wie IL-10 ausgeschüttet, um einer überschießenden Entzündungsreaktion vorzubeugen. (1, 1253, 1259-60)
1 Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die physiologischen Grundlagen der Immunantwort, die Pathophysiologie der Arteriosklerose und die biochemischen Wirkweisen von Kakaoflavanolen sowie den bisherigen Forschungsstand.
2 Methodik: Hier werden die Einschlusskriterien, die systematische Literaturrecherche, die Datenextraktion und die statistischen Verfahren (Metaanalyse-Software, Random-Effects-Modelle) der Untersuchung detailliert beschrieben.
3 Ergebnisse: Dieser Abschnitt präsentiert die Resultate der systematischen Suche, bewertet das Verzerrungsrisiko der eingeschlossenen Studien und stellt die datentechnischen Ergebnisse der Metaanalysen für die einzelnen Entzündungsmarker dar.
4 Diskussion: Das letzte Kapitel bewertet die statistischen Ergebnisse kritisch im Kontext bisheriger Forschung, diskutiert Limitationen der Datenbasis und gibt Empfehlungen für zukünftige wissenschaftliche Untersuchungen.
Kakaoflavanole, Entzündungsmarker, Metaanalyse, Arteriosklerose, CRP, kardiovaskuläres Risiko, Inflammation, randomisierte kontrollierte Studien, Risiko der Verzerrung, Polyphenole, Zytokine, Adhäsionsmoleküle, systemische Entzündung, random-effects model, Evidenz.
Die Arbeit untersucht den potenziellen Einfluss des Verzehrs von Kakaoprodukten auf verschiedene Entzündungsmarker im menschlichen Blut, die als Indikatoren für entzündliche Prozesse und das damit verbundene kardiovaskuläre Risiko dienen.
Die zentralen Themen umfassen die immunologische Rolle chronisch-systemischer Entzündungsprozesse, die Wirkung von Flavonoiden aus Kakao sowie die statistische Methodik zur Zusammenfassung wissenschaftlicher Studien mittels Metaanalyse.
Das Ziel ist es, durch eine separate statistische Metaanalyse für sieben verschiedene Entzündungsmarker quantitativ zu bestimmen, ob der regelmäßige Konsum von Kakaoflavanolen Entzündungsprozesse im Körper signifikant beeinflussen kann.
Es wurde eine systematische Literaturrecherche durchgeführt, gefolgt von einer statistischen Metaanalyse unter Anwendung von Random-Effects-Modellen, um die Ergebnisse aus randomisierten kontrollierten Studien zu synthetisieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung über Immunsystem und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, eine umfangreiche methodische Vorbereitung der Datenaufbereitung für die Software R sowie die detaillierte Präsentation und Diskussion der statistischen Auswertungsergebnisse.
Wichtige Begriffe sind Kakaoflavanole, CRP (C-reaktives Protein), Inflammation, Marker für Entzündungen, Metaanalyse, Arteriosklerose und die Bewertung von Verzerrungsrisiken («risk of bias»).
Da der Effekt von Nährstoffen auf Entzündungsmarker bei gesunden Menschen anders ausfällt als bei Individuen mit bereits chronisch erhöhten Entzündungswerten, dient die Einteilung der besseren Vergleichbarkeit und Prognosegenauigkeit bezüglich des gesundheitlichen Nutzens.
Das Vorhersageintervall gibt einen Bereich an, in dem zukünftige Studienähnliche Ergebnisse zeigen könnten. Es ist informativer als das reine Konfidenzintervall, da es die Varianz zwischen den Studien und die Heterogenität der Daten besser berücksichtigt.
Da für viele Crossover-Studien keine Korrelationskoeffizienten zwischen den Behandlungsperioden vorlagen, mussten diese simuliert werden, um eine statistisch korrekte Berechnung der Standardfehler und damit eine präzisere Metaanalyse zu ermöglichen.
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