Bachelorarbeit, 2023
90 Seiten
1. Einleitung
1.1. Hinführung
1.2. Forschungsfrage
1.3. Aufbau der Arbeit
2. Biographie
2.1. Reformpädagogik
2.2. Leben und Wirken von Emmi Pikler
2.3. Gründung des „Lóczys“
2.4. Letzter Lebensabschnitt
2.5. Die unmittelbare Prägung Emmi Piklers
3. Betreuung der Kinder in den Familien
3.1. Kooperation und Dialog
3.2. Das Erkennen der Entwicklung des Säuglings
3.3. Das soziale Netz
4. Die Arbeitsweise im „Lóczy“
4.1. Das Personal
4.2. Die Kinder
4.3. Organisation und Betreuung der Kinder
4.4. Die Struktur und die Pflege
4.5. Die selbstständigen Aktivitäten der Kinder
4.6. Professioneller Beziehungsaufbau
4.7. Die besondere Herausforderung- die Vermeidung des Hospitalismus
4.8. Das „Lóczy „heute - Erhalt und Weiterentwicklung des Lebenswerks von Emmi Pikler
5. Die Pädagogische Grundhaltung der Pikler Pädagogik und die Möglichkeit der Umsetzung dieser in Pikler orientierten Einrichtungen, Spielräumen und Familien
5.1. Das zugrundeliegende Menschenbild
5.2. Freie Bewegungsentwicklung
5.3. Raumgestaltung nach Emmi Piklers Vorstellung
5.3.1. Vorbereitung des Raums
5.3.2. Die vorbereitete Umgebung
5.3.3. Das Spielgitter
5.3.4. Die Beschaffenheit des Bodens
5.3.5. Der Pikler-Wickelaufsatz
5.4. Das Selbstbestimmte Essen
5.5. Selbstständige Aktivität und Selbstregulation
5.6. Spiel zum Kennenlernen der Welt
5.6.1. Die Spielmaterialien
5.7. Die Beziehung- intensive Aufmerksamkeit und Empathie
5.7.1. Vertrauen in das Kind und seine Kompetenzen
5.7.2. Respektvolle und ruhige Kommunikation
5.7.3. Pflege und Erziehung als Einheit
5.7.4. Die Beobachtung
5.8. Die Bedeutung der Gruppengröße und Altersstruktur
5.9. Die Betreuung nach Pikler in Krippen oder Kindertagesstätten braucht Mut
6. Betrachtung der frühen Kindheit in kritische Auseinandersetzung mit den Ansätzen von Emmi Pikler
6.1. Ergebnisse der Studie
6.2. Die Bedeutung des ersten Lebensjahrs für die Entwicklung der Persönlichkeit- der kompetente Säugling
6.2.1. Pikler Pädagogik als Gegenstand der Erziehungswissenschaft
6.2.2. Betreuung
6.2.3. Bildung
6.2.4. Entwicklung/ Erziehung
6.2.5. Die Ansätze Emmi Piklers als Einflüsse im „sächsischen Bildungsplan“
6.3. Die Schwierigkeiten der Erziehung eines kompetenten Kindes in der heutigen modernen Welt
7. Schlussfolgerung/ Resümee
8. Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht, welchen Beitrag die pädagogische Vorstellung von Emmi Pikler als bedeutsamer Baustein zur Unterstützung der kindlichen Entwicklung in der heutigen Säuglings- und Kleinkinderziehung leisten kann, indem sie die theoretischen Ansätze mit der heutigen Praxis vergleicht.
4.1. Das Personal
Im „Lóczy“ waren etwa 70 Mitarbeiterinnen beschäftigt. Einige waren nur für die Forschung zuständig und hatten eine vom Alltag der Kinder völlig unabhängige Tätigkeit. Andere arbeiteten ganz bei den Kindern. Es gab vier bis sechs Ammen, vier Betreuerhilfen, zwei Hauptbetreuerinnen, fünfundzwanzig Betreuerinnen, eine Kindergärtnerin, sechs Psychologinnen, fünf Ärztinnen und vierundzwanzig weitere Mitarbeiterinnen. Alle Mitarbeiterinnen waren jung, zwischen 18 und 30 Jahre alt, weiblich, unverheiratet, hatten keine eigenen Kinder, besaßen fast alle Abitur und wurden für diese Aufgabe ausgebildet. Zu dem vielen weiblichen Personal gab es noch drei männliche Mitarbeiter, einen Fahrer, einen Hausmeister und einen „Mann für alles“ (David/ Apell 1995, S. 25ff.).
Die Betreuerinnen machten Emmi Pikler die meisten Sorgen. Sie stellte anfangs ausgebildete Pflegerinnen ein. Dies führte zu großen Schwierigkeiten. Diese bestanden darin, die Betreuerinnen zu motivieren und von ihrer ungewöhnlichen Pädagogik und Arbeitsweise zu überzeugen. Sie waren voller Misstrauen. Sie empfanden die Arbeit nicht als zu viel, aber dennoch waren sie nicht im Stande, diese genau und aufmerksam auszuführen. Sie beschäftigten sich lieber mit waschen (Emmi Pikler nennt es „absäubern“) und abfüttern, als die Kinder zu versorgen und zu pflegen.
Alles führten sie so schnell und mit so wenig Handgriffen wie möglich aus oder ließen es gänzlich von den Ammen und Hilfskräften erledigen. Die Betreuerinnen wuschen stattdessen lieber die Wäsche und dies sehr sorgfältig. Es nahm so viel Zeit in Anspruch, dass kaum noch Zeit für die Kinder blieb. Nach drei Monaten sah sich Emmi Pikler gezwungen die ausgebildeten Pflegerinnen zu entlassen. Da sie es nicht schaffte, diese von der Praxis, welche sie sonst gewohnt waren und dem, was sie einmal gelernt hatten, abzubringen. Emmi Pikler gab nun eine Annonce auf. In dieser suchte sie einfache, junge Mädchen vom Lande.
1. Einleitung: Definiert die Bedeutung der sozialen Bindung und die Rolle Emmi Piklers bei der Etablierung eines neuen Bildes vom Kind in der Kleinkindpädagogik.
2. Biographie: Beleuchtet den Lebensweg von Emmi Pikler, ihren reformpädagogischen Hintergrund und die Entstehung ihrer Ansätze als Kinderärztin und Mutter.
3. Betreuung der Kinder in den Familien: Beschreibt die Arbeit von Pikler als Familienkinderärztin mit Fokus auf Kooperation mit Eltern und die Bedeutung der Pflege.
4. Die Arbeitsweise im „Lóczy“: Analysiert das Konzept des Säuglingsheims, die Organisation der Betreuung, das Personal und die gezielte Vermeidung von Hospitalismus.
5. Die Pädagogische Grundhaltung der Pikler Pädagogik und die Möglichkeit der Umsetzung dieser in Pikler orientierten Einrichtungen, Spielräumen und Familien: Erläutert die Kernprinzipien der Pädagogik, wie freie Bewegungsentwicklung, Spiel, Beobachtung und Beziehung.
6. Betrachtung der frühen Kindheit in kritische Auseinandersetzung mit den Ansätzen von Emmi Pikler: Vergleicht die Erkenntnisse Piklers mit entwicklungstheoretischen Ansichten und dem sächsischen Bildungsplan.
7. Schlussfolgerung/ Resümee: Zieht Bilanz über die Aktualität der Theorie und die Bestätigung der Hypothesen sowie der Forschungsfrage.
8. Zusammenfassung: Fasst Herausforderungen moderner Erziehung zusammen und unterstreicht die Relevanz der Pikler-Ansätze für heutige Betreuungssituationen.
Emmi Pikler, Kleinkindpädagogik, Lóczy, Bindung, freie Bewegungsentwicklung, selbstständiges Spiel, Pflege, Beobachtung, Salutogenese, Resilienz, Hospitalismus, Autonomie, Säuglingsforschung, Krippenpädagogik, Kompetenzentwicklung.
Die Bachelor-Arbeit befasst sich mit der pädagogischen Theorie von Emmi Pikler und untersucht deren Anwendbarkeit und Relevanz für die moderne Säuglings- und Kleinkinderziehung.
Zu den Schwerpunkten zählen die Bedeutung von Bindung und Pflege, die freie Bewegungsentwicklung, eine vorbereitete Umgebung sowie die Förderung der Selbstständigkeit und Autonomie des Kindes.
Das Ziel ist es zu analysieren, welchen Beitrag die pädagogischen Vorstellungen von Emmi Pikler zur Unterstützung der kindlichen Entwicklung in der heutigen Zeit leisten können.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche, der Analyse von Videobeobachtungen sowie Hospitationen in einer nach Pikler arbeitenden Krippe.
Im Hauptteil werden die Biographie von Pikler, die Arbeitsweise im Lóczy-Institut, die praktischen Prinzipien der Pädagogik sowie ein kritischer Vergleich mit entwicklungspsychologischen Ansätzen und Bildungsplänen erörtert.
Zentrale Begriffe sind Pikler Pädagogik, freie Bewegungsentwicklung, Resilienz, Salutogenese und beziehungsvolle Pflege.
Das Lóczy-Institut diente als wissenschaftlich fundierte Einrichtung, in der Pikler ihre Erkenntnisse über die Vermeidung von Hospitalismus und die gesunde Entwicklung von Kindern ohne elterliche Fürsorge unter Beweis stellte.
Die Pflege wird als zentrale pädagogische Interaktionszeit begriffen, in der durch ungeteilte Aufmerksamkeit eine sichere Bindung aufgebaut und das Kind in seiner Kompetenz wahrgenommen wird.
Im Gegensatz zur konventionellen Erziehung, die frühzeitige Eingriffe und Anleitung forciert, vertraut der Pikler-Ansatz auf das natürliche Entwicklungspotenzial des Kindes und verzichtet auf unterstützende Eingriffe wie das Hinsetzen oder Stehenlassen.
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