Diplomarbeit, 2003
129 Seiten, Note: 1,15
1. Einleitung
2. Startpunkt Globalisierung
2.1 Wirtschaftliche Globalisierung
2.2 Globalisierung und die Politik
2.3 Kulturelle Globalisierung
3. Migrationsforschung zu Siebenbürger Sachsen
3.1 Konstruktion der Siebenbürger Sachsen
3.1.1 Die Siebenbürger Sachsen als ethnische Gruppe
3.1.2 Die Siebenbürger Sachsen als Aussiedler und Spätaussiedler
3.2 Themen und Perspektiven
3.2.1 Historische Perspektive
3.2.2 Gründe und Motive der Emigration
3.2.3 Die Integration der Siebenbürger Sachsen
4. Der Transmigrations-Ansatz
4.1 Das Bild der „klassischen“ Migrationsforschung
4.2 Transmigration als neuer Migrationstypus
4.3 Theoretische Konsequenzen
4.3.1 Transnationalismus und Globalisierung
4.3.2 Neue Themen und Perspektiven in der Migrationsforschung
4.4 Das Beispiel Puebla/Mexiko-New York
5. Der transnationale Sozialraum zwischen Siebenbürgen/Rumänien und Deutschland
5.1 Politisch-legaler Rahmen
5.2 Materielle Infrastruktur
5.3 Soziale Strukturen und Institutionen
6. Siebenbürgisch sächsische Transmigranten
6.1 Methodologische Vorüberlegungen
6.2 Methodische Vorüberlegungen
6.2.1 Ziele der Untersuchung
6.2.2 Das qualitative Interview
6.3 Methodisches Vorgehen
6.3.1 Fallauswahl
6.3.2 Feldzugang
6.3.3 Durchführung der Interviews
6.3.4 Auswertung der Interviews
6.4 Die Einzelinterviews
6.4.1 Interview A: Der erfolgreiche Geschäftsmann
6.4.2 Interview C: Die besondere Modernistin
6.4.3 Interview B: Der siebenbürgisch sächsische Multikulturalist
6.4.4 Interview D: Das siebenbürgisch sächsische Familienhaus
6.5 Interviewvergleich und Typenbildung
6.5.1 Typ A: Ökonomisch bedingte Transmigration
6.5.1.1 Vergleichskategorie: Handlungspotentiale
6.5.1.2 Vergleichskategorie: Bezugsprobleme
6.5.1.3 Vergleichskategorie: Zugehörigkeitsgefühle
6.5.2 Typ B: Ethnisch motivierte Transmigration
6.5.2.1 Vergleichskategorie: Handlungspotentiale
6.5.2.2 Vergleichskategorie: Bezugsprobleme
6.5.2.3 Vergleichskategorie: Zugehörigkeitsgefühle
7. Globalisierung, Transmigration und die Siebenbürger Sachsen
7.1 Der Transmigrations-Ansatz und die Siebenbürger Sachsen
7.1.1 Ein neues Konfliktsystem?
7.1.2 Eine untergehende Kultur im Osten?
7.2 Verortung der Interviewtexte
7.2.1 Bezugsprobleme
7.2.2 Handlungspotentiale
7.2.3 Zugehörigkeitsgefühle
8. Schlussbemerkungen
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Transmigration am Beispiel der siebenbürgisch-sächsischen Bevölkerung. Das primäre Ziel ist es, in einer induktiven, explorativen Untersuchung mittels qualitativer Interviews die Identitäten und Lebensprojekte dieser Transmigranten zu erforschen und sie in den theoretischen Rahmen von Globalisierungs- und Transmigrationstheorien einzuordnen, wobei insbesondere die Frage nach der Konstruktion von Ethnizität und die Wechselwirkung zwischen lokalen und globalen Kontexten im Fokus steht.
3.1.1 Die Siebenbürger Sachsen als ethnische Gruppe
Mit dem Begriff „Siebenbürger Sachsen“ wird eine ethnische Gruppe bezeichnet. Unter Ethnizität versteht Georg Elwert „familienübergreifende und familienerfassende Gruppen, die sich selbst eine (u.U. auch exklusive) kollektive Identität zusprechen“ (Elwert 1989, S. 447). Damit nimmt er eine konstruktivistische Position ein, die davon ausgeht, dass Ethnien analog zu Nationen, das Resultat vielfältiger Konstruktionsprozesse sind. Grundlage einer kollektiven Identität sind demnach weniger tatsächliche Gemeinsamkeiten, wie beispielsweise die Sprache, als die Selbst- und Fremdwahrnehmungen von Gemeinsamkeiten.
Für unseren Untersuchungsgegenstand heißt dies, dass es Siebenbürger Sachsen gibt, weil es Menschen gibt, die sich als Siebenbürger Sachsen identifizieren und weil es Menschen gibt, die andere Menschen als Siebenbürger Sachsen identifizieren. Elwert betont, dass beide Prozesse nötig sind, um eine stabile ethnische Identität zu konstruieren (vgl. ebd., S. 448). Eine solche Betrachtungsweise ermöglicht es, Ethnien als historische Konstrukte zu verstehen, die vorgeben ahistorisch zu sein, da sie eine gemeinsame Vergangenheit in Form von Geschichtsschreibung konstruieren. Die Geschichte wird in der Gegenwart bestätigt, d.h. gegenwärtige Gemeinsamkeiten, z.B. der Sprache werden als Zeichen einer gemeinsamen Vergangenheit gedeutet.
Einen konstruktivistischen Standpunkt bei der Definition der Siebenbürger Sachsen, nehmen beispielsweise Weber et al. (2003), Nassehi/Weber (1990) als auch Marylin McArthur (1990) ein. Ziel solcher Ausführungen ist die Rekonstruktion der Konstruktion Siebenbürger Sachsen als Ethnie. Diese Konstruktionen, die sich im Selbstbild der Siebenbürger Sachsen manifestieren, werden dann geschichtlichen „Wahrheiten“ gegenübergestellt. Wie bereits angedeutet, wird Ethnizität, damit auch die Siebenbürger Sachsen als ethnische Gruppe, als historisches Produkt sichtbar, das vorgibt ahistorisch zu sein.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema Globalisierung und Transmigration ein, erläutert die Relevanz der Fallgruppe der Siebenbürger Sachsen und legt den epistemologischen Standpunkt der Arbeit als soziologische Theoriebeschreibung fest.
2. Startpunkt Globalisierung: Dieses Kapitel klärt den Begriff Globalisierung, thematisiert wirtschaftliche, politische und kulturelle Dimensionen und erörtert die Abkehr von der "Container-Theorie" der Nationalgesellschaften.
3. Migrationsforschung zu Siebenbürger Sachsen: Es erfolgt eine kritische Aufarbeitung der bestehenden Forschung, wobei Konstruktionen ethnischer Identität, Begriffe wie "Aussiedler" und traditionelle Ansätze zur Migrationsforschung reflektiert werden.
4. Der Transmigrations-Ansatz: Der Transmigrations-Ansatz wird als alternativer theoretischer Rahmen vorgestellt, der herkömmliche Migrationsforschung kritisiert und Prozesse transnationaler Felder in den Vordergrund rückt.
5. Der transnationale Sozialraum zwischen Siebenbürgen/Rumänien und Deutschland: Hier wird der transnationale Sozialraum anhand historischer und aktueller Strukturen analysiert, um die Grundlage für die Einordnung der qualitativen Interviews zu schaffen.
6. Siebenbürgisch sächsische Transmigranten: Dieser Hauptteil beschreibt das methodische Design der qualitativen Untersuchung, führt die durchgeführten Einzelinterviews detailliert aus und entwickelt darauf basierend eine Typenbildung.
7. Globalisierung, Transmigration und die Siebenbürger Sachsen: Die empirischen Ergebnisse werden hier in den theoretischen Kontext zurückgeführt, um die Schlussfolgerungen für die Migrationsforschung und die Verortung der Interviews in soziologischen Diskursen zu diskutieren.
8. Schlussbemerkungen: Das Fazit fasst die erkenntnistheoretischen Voraussetzungen zusammen und reflektiert die Grenzen sowie die theoretische Anschlussfähigkeit des gewählten Forschungsansatzes.
Globalisierung, Transmigration, Siebenbürger Sachsen, Ethnizität, Identität, Transnationalismus, Migrationsforschung, Transnationaler Sozialraum, qualitative Sozialforschung, Konstruktivismus, Aussiedler, Integration, Modernisierung, Feldtheorie, methodologischer Nationalismus.
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Transmigration – also regelmäßige grenzüberschreitende Mobilität – unter besonderer Berücksichtigung der ethnischen Gruppe der Siebenbürger Sachsen.
Die Arbeit verknüpft Globalisierungstheorien mit Migrationssoziologie und beleuchtet dabei, wie sich soziale Räume zwischen Deutschland und Rumänien konstituieren und wie Identitäten in diesem Kontext von den Betroffenen konstruiert werden.
Ziel ist es, das Konzept der Transmigration empirisch zu erproben, die Identität und Lebensprojekte siebenbürgisch-sächsischer Transmigranten zu rekonstruieren und zu prüfen, ob die gewählte Perspektive neue Erkenntnisse für die herkömmliche Migrationsforschung liefert.
Es wurde ein qualitativer, explorativer Forschungsansatz gewählt. Auf Basis von zehn Problemzentrierten Interviews erfolgt eine sequentielle Textanalyse ("Biografieforschung"), um die Konstruktionsleistungen der Befragten freizulegen.
Neben der theoretischen Herleitung werden die durchgeführten Einzelinterviews detailliert ausgewertet, die Einzelfälle zu Typen verdichtet und diese anschließend im Hinblick auf ihre Verschränkung von Identität und transnationaler Praxis interpretiert.
Die Arbeit lässt sich maßgeblich den Feldern der Migrationsforschung, dem Transnationalismus und der konstruktivistischen soziologischen Theorie zuordnen.
Der Autor unterscheidet zwischen einem ökonomisch bedingten Typus, bei dem Transmigration als erlittenes Schicksal oder "Sachzwang" dargestellt wird, und einem ethnisch motivierten Typus, bei dem die Transmigration als bewusste, aktive Entscheidung zur Konservierung kultureller Wurzeln gerahmt wird.
Das "Container-Modell" dient als kritisiertes Referenzobjekt, das soziale Räume fälschlicherweise exklusiv an Nationalstaatsgrenzen koppelt, während der Transmigrationsansatz dieses Modell durch transnationale Felder zu durchbrechen sucht.
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