Bachelorarbeit, 2014
117 Seiten, Note: "sehr gut"
1 Ausgangssituation
1.1 Fragestellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Vorgehensweise
2 Methodik
2.1 Auswahl der Studien
2.2 Auswahlkriterien Hersteller und Händler
2.3 Bewertungskriterien der Materialien von Herstellern und Handel
2.4 Terminologie
3 Aktueller Forschungsstand anhand relevanter Studien und Fachliteratur
3.1 Wissenschaftliche Grundlagen und bisheriger Erkenntnisstand
3.1.1 Gluten
3.1.2 Zöliakie
3.1.3 Glutensensitivität (NCGS)
3.1.4 Abgrenzung zur Weizenallergie
3.1.5 Reizdarmsyndrom
3.1.6 Potentiell problematische Inhaltsstoffe des Weizens außer Gluten
3.2 Ausgewählte Studien zur Kernfrage
3.2.1 Studienaufbau
3.2.2 Ergebnisse der Studien
3.2.4 Limitationen der Studien
3.2.5 Zusammenfassung des aktuellen Forschungsstands
4 Informationsmaterialien der Hersteller und Handelsketten
4.1 Hersteller
4.1.1 Beschaffenheit der Onlinepräsenz zum Thema Gluten
4.1.2 Relevante Einzelaussagen
4.2 Handelsketten
4.2.1 Beschaffenheit der Onlinepräsenz zum Thema Gluten
4.2.2 Relevante Einzelaussagen
4.3 Fazit mittels Bewertungskriterien
4.4 Bewertungsmatrix
5 Diskussion und Schlussfolgerungen
5.1 Belastbare Aussagen der aktuellen Forschung
5.2 Kommunikationsverhalten der Hersteller / Handelsketten
5.3 Informationswert für den Verbraucher
5.4 Für wen sind glutenfreie Lebensmittel sinnvoll?
5.5 Ausblick und Schlussfolgerungen
6 Limitationen der Arbeit
Die Arbeit untersucht, inwieweit wissenschaftliche Erkenntnisse über Zöliakie und die diskutierte „non-celiac gluten sensitivity“ (NCGS) die mediale Kommunikation von Herstellern und Handelsketten rechtfertigen. Dabei wird analysiert, ob Unternehmen ihre Zielgruppen über Zöliakiepatienten hinaus erweitern und ob sie diese Ausweitung wissenschaftlich fundiert begründen können.
3.1.1 Gluten
Bei Gluten handelt es sich um einen Komplex aus einer Vielzahl verschiedener Speicherproteine des Weizens. Diese Proteine werden klassischerweise anhand ihrer Löslichkeit in 60%igem Ethanol in verschiedene Fraktionen eingeteilt. Die lösliche Fraktion wird als Gliadin (bzw. Prolamine) und die unlösliche als Glutenin (bzw. Gluteline) bezeichnet. Gliadine haben größtenteils eine monomere Struktur und bestehen hauptsächlich aus Glutamin und Prolin. Glutenine sind deutlich größere, vernetzte Proteine mit Disulfidbrücken zwischen den einzelnen Ketten. (Wieser, 2007)
Vergleichbare Peptide finden sich In Roggen (Secalin), Gerste (Hordein) und Hafer (Avenine). Zöliakie wird vor allem durch Gliadine, Glutenine, Secaline und Hordeine ausgelöst. Die Avenine des Hafers haben eine geringer ausgeprägte pathogene Wirkung. Inwiefern sie Symptome auslösen, ist individuell unterschiedlich. (Esposito, et al., 2007) (Kupfer & Jabri, 2012) In dieser Arbeit werden die pathogenen Proteine bzw. Peptide dieser Getreidearten von nun an als „Gluten“ bezeichnet, außer wenn eine Benennung spezifischer Proteine / Peptide notwendig ist.
Gluten begann seinen Einzug in die menschliche Ernährung vor etwa 10.000 Jahren, mit dem Übergang zu einer sesshaften Lebensweise, und dem damit verbundenen Betreiben von Ackerbau. Seit Beginn des Anbaus von Weizen, hat sich der Glutengehalt des Getreides durch Selektion in Richtung auf Sorten mit höherem Ertrag und verbesserter Schädlingsresistenz erhöht. Gluten hat wichtige technologische Eigenschaften bei der Herstellung von Brot und anderen Lebensmitteln, und ist in der modernen Ernährung ubiquitär vorhanden. Die weltweit wachsende Verbreitung der mediterranen Ernährung, und die immer kürzer werdende Fermentationszeit von Brotteig, führen in vielen Regionen zu einer steigenden Aufnahme von Gluten mit der Nahrung. (Volta, et al., 2013) (Wieser, 2007)
1 Ausgangssituation: Einführung in die Problematik der Zöliakie, der zunehmenden Nachfrage nach glutenfreien Produkten und der Fragestellung der Arbeit.
2 Methodik: Beschreibung des wissenschaftlichen Auswahlverfahrens der Studien und der definierten Bewertungskriterien für die Unternehmenskommunikation.
3 Aktueller Forschungsstand anhand relevanter Studien und Fachliteratur: Umfassende Analyse der wissenschaftlichen Grundlagen zu Zöliakie, NCGS, Weizenallergie und FODMAPs sowie Auswertung klinischer Studien.
4 Informationsmaterialien der Hersteller und Handelsketten: Analyse und punktbasierte Bewertung der Verbraucherinformationen auf Webseiten verschiedener Lebensmittelhersteller und Supermarktketten.
5 Diskussion und Schlussfolgerungen: Synthese der Forschungsergebnisse und kritische Reflexion über die Angemessenheit der Unternehmenskommunikation sowie Ausblick auf zukünftige Marktentwicklungen.
6 Limitationen der Arbeit: Darstellung der methodischen Grenzen der Untersuchung.
Zöliakie, Gluten, Nicht-Zöliakie-Glutensensitivität, NCGS, Weizenallergie, FODMAP, Reizdarmsyndrom, Ernährungswissenschaft, Lebensmittelmärkte, Verbraucherinformation, Glutenfreie Diät, Marketing, Pathogenese, Ernährungsberatung, Diagnostik.
Die Bachelorarbeit untersucht die mediale Kommunikation von Lebensmittelherstellern und Handelsketten zum Thema Gluten und bewertet deren wissenschaftliche Validität im Hinblick auf aktuelle Forschungsergebnisse.
Die Arbeit fokussiert sich auf die medizinischen Grundlagen der Zöliakie, der Glutensensitivität (NCGS), der Weizenallergie sowie des Reizdarmsyndroms und vergleicht diese mit den Argumentationen in Werbe- und Informationsmaterialien.
Es soll geklärt werden, ob Unternehmen ihre Zielgruppe über Zöliakiepatienten hinaus auf andere Personengruppen ausweiten und ob diese erweiterten Ernährungsempfehlungen nach aktuellem Wissensstand korrekt und schlüssig begründet sind.
Die Autorin nutzt eine systematische Literatursuche und eine qualitative Inhaltsanalyse. Die Informationen der Unternehmen werden anhand einer eigens erarbeiteten Punkteskala nach Kriterien wie Informationsquellen, Korrektheit und Zielgruppenansprache bewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Analyse der Krankheitsbilder anhand aktueller klinischer Studien und eine praktische Evaluation von Internetpräsenzen großer Hersteller und Handelsketten.
Die zentralen Begriffe sind Zöliakie, NCGS, Gluten, FODMAP-Diät, Ernährungskommunikation, evidenzbasierte Ernährung und Konsumenteninformation.
Der Status von NCGS als eigenständiges, abgrenzbares Krankheitsbild ist wissenschaftlich noch umstritten, da belastbare diagnostische Marker fehlen und Symptome oft auch durch andere Weizenbestandteile wie ATI oder FODMAPs erklärt werden können.
Das Ergebnis ist gemischt: Während einige Unternehmen sehr fundierte und neutrale Informationen bereitstellen, nutzen andere das Thema für eine unbegründete Produktpromotion, die Gesunde zur glutenfreien Ernährung animieren soll, ohne dass dafür eine medizinische Notwendigkeit besteht.
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