Bachelorarbeit, 2014
45 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Die Voraussetzungen für die deutsche Ehegattenbesteuerung
3 Von der Haushaltsbesteuerung bis zur Entscheidung des BVerfG vom 17.01.1957
3.1. Haushaltsbesteuerung in Preußen von 1806 – 1906
3.2. Die Besteuerung der Eheleute in der Weimarer Republik
3.3. Die Besteuerung der Eheleute im Dritten Reich
3.3.1. Neufassung des Gesetzes im Jahr 1934 und das Erwerbsverhalten der Frauen
3.3.2. Neufassung des Gesetzes im Jahr 1941 und die Auswirkungen für die Frauen
3.4. Die Besteuerung der Eheleute in der Nachkriegszeit
3.5. Die Neuregelung der Veranlagungsform vom 17.01.1957
3.5.1. Verfassungsrechtliche Grundlagen
3.5.2. Fazit zum Beschluss des BVerfG
4 Das Ehegattensplitting in Deutschland
4.1. Entstehung und aktuelle Rechtslage
4.2. Die verfassungsrechtliche Rechtfertigung
4.3. Steuerliche Umsetzung des Ehegattensplittings
4.3.1. Funktionsweise und Freibetrag
4.3.2. Ehegattensplitting und Lohnsteuer
4.3.3. Splittingeffekt
5 Das Ehegattensplitting und die Erwerbstätigkeit der Frauen
5.1. Die Konsequenzen der Nichterwerbstätigkeit der Frauen
5.2. Ausweg: „Minijob pur“
6 Alternativvorschläge
6.1. Funktionsweise der reinen Individualbesteuerung und die Auswirkungen auf das Erwerbsverhalten der Frauen
6.2. Familiensplitting
6.2.1. Funktionsweise des Familientarifsplittings
6.2.2. Funktionsweise des Familienrealsplitting
6.2.3. Auswirkungen auf das Erwerbsverhalten der Frauen
6.3. Eherealsplitting
6.3.1. Funktionsweise
6.3.2. Auswirkungen auf das Erwerbsverhalten der Frauen
7 Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen Wurzeln und die Funktionsweise des deutschen Ehegattensplittings sowie dessen Auswirkungen auf das Erwerbsverhalten verheirateter Frauen, wobei kritisch hinterfragt wird, ob dieses Instrument gesellschaftspolitischen Wandlungen noch gerecht wird.
4.3.3. Splittingeffekt
Das Splittingverfahren ist ein Instrument um die steuerliche Mehrbelastung von Eheleuten zu senken. Das zu versteuernde Einkommen wird bei der Zusammenveranlagung mit Splitting halbiert und dadurch kommt es zu einer Abflachung der Progression.
In Tabelle 2 wird ersichtlich, dass durch die Zusammenveranlagung mit Ehegattensplitting eine Steuerschuld für das Beispielehepaar in Höhe von 25.560 Euro entsteht. Für das Ehepaar in der Tabelle 1 wurde die Summe der Steuerschuld im Falle der individuellen Veranlagung in Höhe von 25.901 Euro ermittelt. Die Differenz beträgt somit 341 Euro. Diesen steuerlichen Vorteil, welcher durch die Option des Ehegattensplittings entsteht, nennt man Splittingeffekt.
Die oben erläuterte Abflachung der Progression beim Ehegattensplitting hat zur Folge dass die steuerliche Entlastung bzw. der sog. Splittingvorteil sich bemerkbar macht, je höher der Unterschied der individuellen Einkommen der Ehepartner ist.
Um diesen Splittingeffekt bei eheinterner Teilung der Arbeit zu veranschaulichen bedarf es zuerst an eine Ermittlung der Steuerschuld. Zum einen nach Anwendung der Grundtabelle (Tabelle 3) und zum anderen nach der Anwendung der Splittingtabelle (Tabelle 4). Die Differenz zwischen Tabelle 3 und 4 ergibt somit den Splittingeffekt oder auch den sogenannten Splittingvorteil (Tabelle 5). Im Folgenden wird die Steuerlast ermittelt, die sich nach Verhältnis der Einkommenshöhe in der Ehe ergibt.
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die jahrzehntelange Kontroverse um das Ehegattensplitting und dessen Einfluss auf die Erwerbsteilnahme von Frauen.
2 Die Voraussetzungen für die deutsche Ehegattenbesteuerung: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen des deutschen Einkommensteuersystems, insbesondere die Progressionszonen und das Prinzip der Individualbesteuerung.
3 Von der Haushaltsbesteuerung bis zur Entscheidung des BVerfG vom 17.01.1957: Es wird die historische Entwicklung der Familienbesteuerung von der preußischen Klassensteuer über die Weimarer Republik bis hin zum grundlegenden Beschluss des BVerfG im Jahr 1957 nachgezeichnet.
4 Das Ehegattensplitting in Deutschland: Hier werden die aktuelle Rechtslage, die verfassungsrechtliche Rechtfertigung sowie die mathematische Funktionsweise des Splittingeffekts detailliert dargestellt.
5 Das Ehegattensplitting und die Erwerbstätigkeit der Frauen: Im Fokus steht die analyse der ökonomischen Anreizstrukturen, die Frauen – insbesondere Mütter – dazu bewegen, ihre Erwerbstätigkeit zu reduzieren oder abzubrechen.
6 Alternativvorschläge: Das Kapitel diskutiert Reformansätze wie die reine Individualbesteuerung, das Familiensplitting und das Ehe-Realsplitting sowie deren Auswirkungen.
7 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet das Ehegattensplitting angesichts gewandelter gesellschaftlicher Normen als reformbedürftig.
Ehegattensplitting, Einkommensteuergesetz, Erwerbsverhalten von Frauen, Haushaltsbesteuerung, Splittingeffekt, Individualbesteuerung, Familiensplitting, BVerfG, Progressionszone, Arbeitsmarktpolitik, Steuervorteil, Familienförderung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Erwerbstätigkeit, Steuerklasse V.
Die Arbeit analysiert das Ehegattensplitting in Deutschland, seine historische Genese und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Erwerbsentscheidungen verheirateter Frauen.
Zentrale Felder sind die Historie der Familienbesteuerung, verfassungsrechtliche Grundlagen, die Mechanik des Splittings sowie Reformmöglichkeiten.
Ziel ist es zu hinterfragen, ob das Ehegattensplitting in seiner jetzigen Form noch zeitgemäß ist oder durch negative Anreize die Erwerbsbeteiligung von Frauen behindert.
Die Arbeit basiert auf einer literaturgestützten, historischen und ökonomischen Analyse sowie der Auswertung von Studien und Modellen zur Wirkung des Steuersystems auf private Haushalte.
Der Hauptteil beleuchtet die Geschichte der Besteuung, die Funktionsweise des Splittingvorteils, die ökonomischen Folgen für Einverdienst-Ehen und die Diskussion alternativer Besteuerungsformen.
Die wichtigsten Begriffe sind Ehegattensplitting, Erwerbsanreiz, Familienbesteuerung, Gender-Aspekte in der Steuerpolitik und Reform-Optionen.
Die Kritik besagt, dass die Steuerklasse V den Ehepartner mit dem geringeren Einkommen zu stark belastet, was einen negativen Anreiz schafft, eine sozialversicherungspflichtige Erwerbstätigkeit aufzunehmen.
Das während der NS-Zeit eingeführte Modell diente explizit der Steuerung der Erwerbsbeteiligung von Frauen gemäß der damaligen Ideologie, was das System historisch vorbelastet.
Befürworter sehen darin eine Stärkung der Eigenständigkeit von Frauen und eine Erhöhung des Arbeitsangebots, da die steuerliche Benachteiligung des Zweitverdieners entfällt.
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