Forschungsarbeit, 2009
23 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
1.1. Forschungsinteresse
1.2. Forschungsfragen und Hypothesen
1.3. Untersuchungsmethode
1.4. Kapitelüberblick
2. Hauptteil
2.1. Die fünfziger Jahre
2.2. Die sechziger Jahre
2.3. Die siebziger Jahre
2.4. Die achtziger Jahre
2.5. Die neunziger Jahre
2.6. Das neue Jahrtausend
3. Beantwortung der Forschungsfragen und Hypothesen
3.1. Methode, Ergebnisse und Interpretation
4. Fazit
Die Arbeit untersucht den historischen Wandel der Darstellung von Geschlechterrollen in der Jugendzeitschrift „Bravo“ über einen Zeitraum von vier Jahrzehnten. Im Zentrum steht die Analyse, wie die Zeitschrift durch sprachliche Gestaltung und inhaltliche Themenwahl, insbesondere in den Aufklärungsrubriken, gesellschaftliche Normen widerspiegelt, beeinflusst und jugendliche Identitätsbildungsprozesse begleitet.
2.2. Die sechziger Jahre
1962 begann das Jahrzehnt der sexuellen Revolution. ‚Der Knigge für Verliebte’ war die erste Aufklärungsserie für Jugendliche mit dem Ziel, die Leser bei ihren ersten Schritten der Verliebtheit begleiten. In der Rubrik ‚Bravo-Scheinwerfer blendet auf’ beschäftigte Männer die Frage, wie viele Frauen man(n) haben darf und ob eine Heirat zwingend notwendig sei. Frauen sprach man über das Schönheitsideal an, das jedoch nicht klar definiert war – Natürlichkeit versus Schminke, Diäten versus zu magere Frauen. Es gab Wahlen zum ‚Traumboy und Traumgirl des Jahres’, wobei das ‚Traumgirl’ lediglich eine dekorative Funktion hatte – ihre inneren Werte zählten nicht – während der ‚Traumboy’ zielstrebig, hilfsbereit und beständig zu sein hatte.
Mitte der sechziger Jahre erschien die Rubrik ‚Dr. Christoph Vollmer gibt Rat in Liebesproblemen’, der Vorläufer des Dr. Sommer Teams. Die Briefe, die zu dieser Zeit in der „Bravo“ veröffentlicht wurden, hatten meist weibliche Adressaten. Auffallend war auch, dass Jugendliche sich durch Leistung und Erfolg attraktiv machen sollten und Kontaktaufnahme immer indirekt stattzufinden hatte. Hierdurch wurde den LeserInnen ein klares Bild von VersagerInnen und GewinnerInnen vermittelt. Dies schürte eher Misstrauen gegenüber dem/r PartnerIn, anstatt Selbstbewusstsein zu erwecken. Darüber hinaus wurde die Beziehung zwischen Deutschen und Ausländern von der „Bravo“ im Jahr 1962 ausführlich diskutiert, allerdings bezog die Zeitschrift auch hier nicht eindeutig Stellung, sondern ließ Leserbriefe für sich sprechen. Darin war keine eindeutige Tendenz der Aussage erkennbar, vielmehr wurden mehrere Meinungen nebeneinander präsentiert, woraus sich die LeserInnen ihre eigene Meinung bilden konnten/sollten.
1. Einleitung: Stellt das Forschungsinteresse, die Hypothesen und die qualitative Inhaltsanalyse als Untersuchungsmethode vor.
2. Hauptteil: Bietet einen chronologischen Überblick über die Entwicklung der „Bravo“ und die Darstellung von Geschlechterrollen von den fünfziger Jahren bis ins neue Jahrtausend.
3. Beantwortung der Forschungsfragen und Hypothesen: Analysiert die Ergebnisse der Untersuchung im Hinblick auf die aufgestellten Hypothesen und die gesellschaftliche Rolle der Zeitschrift.
4. Fazit: Fasst die Bedeutung der „Bravo“ als Orientierungshilfe für Jugendliche und ihre Rolle bei der Identitätsbildung zusammen.
Bravo, Geschlechterrollen, Jugendzeitschrift, Sexualaufklärung, Dr. Sommer, Identitätsbildung, Konstruktivismus, Medienwirkung, Jugendkultur, Geschlechterdarstellung, Sozialisation, Teenager, Moralvorstellungen.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der medialen Darstellung von Geschlechterrollen in der deutschen Jugendzeitschrift „Bravo“ und wie diese sich über die letzten Jahrzehnte gewandelt hat.
Die Arbeit fokussiert sich auf die Entwicklung der Geschlechterbilder, die Rolle der Sexualaufklärung durch Dr. Sommer, die Bedeutung von Stars als Vorbilder sowie die konstruktivistische Betrachtung der Mediensozialisation von Jugendlichen.
Das Ziel ist es, Zusammenhänge und Differenzen in der jahrzehntelangen Darstellung der Geschlechter zu untersuchen und zu analysieren, wie sich die Zeitschrift als mediales Sprachrohr der Gesellschaft etabliert hat.
Es wird die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring angewandt, um Texte aus verschiedenen Jahrzehnten methodisch kontrolliert auszuwerten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine zeitliche Analyse der Jahrzehnte von den fünfziger Jahren bis heute, um die Entwicklung der „Bravo“ und die sich verändernden gesellschaftlichen Normen aufzuzeigen.
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Bravo, Geschlechterrollen, Jugendzeitschrift, Sexualaufklärung, Dr. Sommer und Medienwirkung beschreiben.
Die Theorie dient dazu, zu erklären, dass Wirklichkeit beobachterabhängig ist und Jugendliche sich durch Medien wie die „Bravo“ eine individuelle Repräsentation der Welt schaffen.
Während in frühen Jahrzehnten klare Rollenbilder (Junge als „harter Kerl“, Mädchen als „dekorativ“) vorherrschten, findet heute eine eher gleichberechtigte Darstellung statt, wenngleich traditionelle Muster teilweise fortbestehen.
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