Magisterarbeit, 2007
127 Seiten, Note: 2,8
1. Einleitung
1.1 Motivation für die Magisterarbeit
1.2 Aufbau & Methode der Magisterarbeit
2. Theorien der Entwicklungs- und Schwellenländer
2.1 Begriffsspezifikation
2.2 Charakterisierende Probleme der Entwicklungs- und Schwellenländer
2.2.1 Nicht-ökonomische Theorien
2.2.2 Außenwirtschaftstheorien
2.2.3 Das Phänomen der Auslandsverschuldung
3. Der Internationale Währungsfonds
3.1 Die Gründung des IWF & der Weltbank 1944
3.2 Aufgaben und Programme des IWF
3.3 Das ambivalente Verhältnis gegenüber dem IWF
3.4 Kritik am Internationalen Währungsfonds
3.5 Die Zukunft des IWF
4. Entstehung der Entwicklungsdiskrepanzen bis zum Zweiten Weltkrieg
4.1 Argentinien im Zeitalter der Kolonialisierung
4.1.1 Die spanische Kolonialmacht
4.1.2 Die Vormachtstellung Großbritanniens
4.2 Die Situation in den 1920 – 1930er Jahren
5. Argentinien im Zweiten Weltkrieg und die Ära Perón
5.1 Juan Domingo Perón (1946-1955)
5.2 Die dritte peronistische Regierungsperiode
6. Die Wirtschaftspolitik in der Zeit der Militärdiktatur (1976-1983)
7. Das Re-Demokratisierungsprogramm unter Raúl Alfonsín (1983-1989)
7.1 Der Plan Austral
7.2 Weitere Reformversuche
8. Carlos Saúl Menem – die Erste Regierungsperiode (1989-1995)
8.1. Der Konvertibilitätsplan - Plan Cavallo
8.2 Die Privatisierungswelle
8.3 Die Tequila-Krise 1995
8.4 Die Zweite Amtszeit Menems
9. Die Amtszeit Fernando de la Rúa – Eduardo Duhalde
9.1 Der Zusammenbruch des argentinischen Wirtschaftssystem
9.2 Die Erklärung der Zahlungsunfähigkeit
9.2.1 Die Bankenkrise
10. Die Regierungspolitik von Néstor Kirchner
11. Wege aus der Schuldenkrise – denkbare Problemlösungsansätze
11.1 Mögliche Entschuldungsvarianten
11.2 Umschuldungsverhandlungen mit privaten Gläubigern
11.3 Umschuldungsverhandlungen mit öffentlichen Gläubigern
11.4 Die argentinischen Umschuldungsverhandlungen
12. Die gegenwärtige wirtschaftliche Situation und Zukunftsaussichten
12.1 Die ökonomische Lage im Frühjahr 2007
12.2 Kooperations- und Integrationsbündnisse
12.2.1 Der MERCOSUR
12.2.2 Chancen für eine panamerikanische Freihandelszone?
12.2.3 Eine mögliche Kooperation mit China
13. Fazit
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, das komplexe Beziehungsgeflecht zwischen Argentinien und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zu analysieren. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie es Argentinien in eine so massive Verschuldungskrise geraten konnte und warum das Verhältnis zum IWF historisch so angespannt und ambivalent geprägt ist, während gleichzeitig verschiedene Lösungsansätze für die wirtschaftliche Zukunft des Landes beleuchtet werden.
1.1 Motivation für die Magisterarbeit
Mit der vorliegenden Magisterarbeit soll der Versuch unternommen werden, das komplexe Thema der Finanz- und Wirtschaftsbeziehungen zwischen Argentinien und dem Internationalen Währungsfonds näher zu beleuchten.
Meine Themenwahl erfolgte aufgrund eines neunmonatigen Praktikums in Buenos Aires im Jahr 2003. Dieses absolvierte ich bei der Agfa-Gevaert Argentina S.A. in der Marketingabteilung des Geschäftsbereiches Consumer Imaging für Lateinamerika. Die Abteilung ist verantwortlich für die Abwicklung aller Marketingtätigkeiten, welche den süd- und lateinamerikanischen Kontinent betreffen. Durch die ökonomische Ausrichtung meiner Praktikumstätigkeit bin ich auf die sich wiederholenden Auseinandersetzungen Argentiniens mit dem Internationalen Währungsfonds aufmerksam geworden. Die Debatte um die Rückzahlung der bestehenden Auslandsverbindlichkeiten und der damit entstehende finanzielle Druck für das Land, weitere Einsparungen vorzunehmen, standen im Fokus der täglichen argentinischen Medienberichterstattung und waren somit ebenfalls ein brisantes Thema für die Bevölkerung des südamerikanischen Landes.
Während meines Aufenthaltes stellte ich mir mehrfach die Frage, nach dem Warum, also den Gründen für die gegenwärtige schlechte ökonomische Lage. Wie war es möglich, dass Argentinien überhaupt in eine solche Verschuldungslage geraten konnte? Warum ist die Beziehung zwischen Argentinien und dem Internationalen Währungsfonds so angespannt? Die Magisterarbeit ist eine „[...] Analyse über die Tragödie [...], welche sich im Frühjahr 2002 in Argentinien entwickelt hat, während das Land versuchte, die schwerste Krise seit dem Zweiten Weltkrieg, zu überwinden [...]“ (Mussa 2002, S. XI) Aus diesem Fragenkatalog hat sich nach und nach das Thema meiner Magisterarbeit heraus kristallisiert.
1. Einleitung: Die Einleitung motiviert die Themenwahl durch die persönlichen Erfahrungen der Autorin während eines Praktikums in Argentinien und umreißt die zentrale Problematik der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Argentinien und dem IWF.
2. Theorien der Entwicklungs- und Schwellenländer: Dieses Kapitel spezifiziert theoretische Grundlagen wie Modernisierungs- und Dependenztheorien, um die strukturellen Ursachen von Entwicklungsdefiziten zu erklären.
3. Der Internationale Währungsfonds: Hier werden die Gründung, die institutionelle Struktur, die Kreditprogramme sowie die Kritik an der Konditionalitätspolitik des IWF dargestellt.
4. Entstehung der Entwicklungsdiskrepanzen bis zum Zweiten Weltkrieg: Das Kapitel befasst sich mit den historischen Voraussetzungen Argentiniens von der Kolonialzeit bis in die 1930er Jahre und dem wachsenden Einfluss Großbritanniens.
5. Argentinien im Zweiten Weltkrieg und die Ära Perón: Diese Ära wird durch die wirtschaftspolitische Umstellung auf den Peronismus und das Scheitern des Modells der Importsubstitution charakterisiert.
6. Die Wirtschaftspolitik in der Zeit der Militärdiktatur (1976-1983): Das Kapitel behandelt die marktliberalen Reformen der Militärjunta, die in eine massive Verschuldungskrise mündeten.
7. Das Re-Demokratisierungsprogramm unter Raúl Alfonsín (1983-1989): Es wird der Versuch beschrieben, die Wirtschaft durch den Plan Austral und weitere Reformen unter schwierigen demokratischen Bedingungen zu stabilisieren.
8. Carlos Saúl Menem – die Erste Regierungsperiode (1989-1995): Dieses Kapitel analysiert die neoliberale Privatisierungswelle, den Konvertibilitätsplan und die Reaktionen auf internationale Finanzkrisen wie die Tequila-Krise.
9. Die Amtszeit Fernando de la Rúa – Eduardo Duhalde: Der Zusammenbruch des Wirtschaftssystems und die offizielle Erklärung der Zahlungsunfähigkeit 2001 stehen hier im Fokus.
10. Die Regierungspolitik von Néstor Kirchner: Die wirtschaftliche Erholung unter Kirchner und der Versuch, die Abhängigkeit vom IWF durch vorzeitige Schuldentilgungen zu verringern, werden erläutert.
11. Wege aus der Schuldenkrise – denkbare Problemlösungsansätze: Das Kapitel diskutiert verschiedene Strategien der Umschuldung, vom Brady-Plan bis hin zu aktuellen argentinischen Verhandlungen.
12. Die gegenwärtige wirtschaftliche Situation und Zukunftsaussichten: Abschließend werden die aktuelle Lage sowie die Chancen durch Integrationsbündnisse wie den MERCOSUR und Kooperationen mit China bewertet.
13. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit einer eigenständigen, autonomen Wirtschaftspolitik für Argentinien.
Argentinien, Internationaler Währungsfonds, IWF, Auslandsverschuldung, Wirtschaftspolitik, Entwicklungsländer, Strukturanpassung, Konvertibilitätsplan, Privatisierung, Schuldendienst, Finanzkrise, MERCOSUR, Zahlungsunfähigkeit, Neoliberalismus, Wirtschaftswachstum.
Die Arbeit untersucht die komplexen finanz- und wirtschaftspolitischen Beziehungen zwischen Argentinien und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) vor dem Hintergrund der wiederkehrenden Wirtschaftskrisen des Landes.
Zu den Schwerpunkten zählen die theoretischen Ursachen von Entwicklungsdefiziten, die Funktionsweise und Kritik am IWF, die argentinische Wirtschaftshistorie sowie Strategien zur Umschuldung und zukünftige wirtschaftliche Perspektiven.
Das Ziel ist es, die Gründe für die angespannte Beziehung zu analysieren, zu verstehen, wie das Land in die Schuldenkrise geraten konnte, und zu bewerten, inwiefern die Maßnahmen internationaler Institutionen erfolgreich oder kontraproduktiv waren.
Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven Analyse theoretischer Ansätze (z.B. Modernisierungs- und Dependenztheorie) in Verbindung mit der historischen Aufarbeitung der politischen und ökonomischen Entwicklung Argentiniens unter verschiedenen Regierungen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der verschiedenen Regierungsperioden von der Kolonialzeit bis zur Ära Kirchner sowie in eine detaillierte Untersuchung der Funktionsweise des IWF und der Mechanismen von Umschuldungsverhandlungen.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Verschuldung, Strukturanpassung, IWF, Konvertibilitätsplan, Privatisierung, Zahlungsunfähigkeit und wirtschaftliche Autonomie charakterisiert.
Die Rolle des IWF wird als ambivalent dargestellt; einerseits bot er Unterstützung in Krisenzeiten, andererseits wird die Konditionalitätspolitik als teils ineffektiv oder sogar kontraproduktiv kritisiert, da sie die politische und ökonomische Souveränität des Landes einschränkte.
Das Currency Board war ein zentrales Element des Konvertibilitätsplans unter Menem, um die Inflation durch eine feste Bindung des Pesos an den US-Dollar zu bekämpfen, was kurzfristig Stabilität brachte, langfristig jedoch die Anfälligkeit des Systems bei externen Krisen massiv erhöhte.
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