Masterarbeit, 2024
126 Seiten, Note: 2
Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.2.1 Demographische Konfliktforschung – theoretische Vorüberlegungen
1.2.2 Fragestellung
1.3 Hypothese
1.4 Forschungsdesign
1.4.1 Methode
1.4.2 Datenlage
1.5 Begriffserklärungen
1.5.1 Dschihad
1.5.2 Mujahid
1.5.3 Diaspora
1.5.4 Asyl
2. Rückblick auf das Land Afghanistan
2.1 Ethnien, Sprachen und Grenzen
2.2 Unabhängigkeit, Spaltung und Migration
2.2.1 Politische Turbulenzen zu Zeiten des Kalten Krieges
2.2.2 Sowjetische Besetzung und die Flucht aus Afghanistan
2.2.3 Die Entwicklung des Terrors
2.2.4 Zan, Zar, Zameen
2.3 Der niedere Dschihad
2.3.1 Der Aufstieg der Taliban
2.3.2 Die Geburt der al-Qaida
2.3.3 Ein neues Terrornetzwerk
2.4 Der 11. September 2001 und die 2. Invasion Afghanistans
2.4.1 US- Truppeneinsatz von 2001 bis 2021
2.4.2 Einsatzgebiete der NATO-Truppen
3. Flucht und Vertreibung und Veränderungen der Bevölkerungsverteilung
3.1 Binnenvertriebene
3.2 Fluchtbewegungen aus Afghanistan
3.2.1 Der chaotische Ablauf des US-Truppenabzugs in Afghanistan
3.2.2 Gründe der Vertreibung
3.2.3 Die Rückkehrer aus den Nachbarländern
3.3 Analyse der diasporischen Strukturen und Integrationsprozesse afghanischer Migrantinnen und Migranten
4. Verteilung der afghanischen Bevölkerung
4.1 Verteilung der afghanischen Diaspora und deren Merkmale
4.2 Die afghanische Diaspora in den Nachbarländern
4.2.1 Iran
4.2.2 Pakistan
4.2.3 Usbekistan
4.2.4 Tadschikistan
4.2.5 Turkmenistan
4.3 Menschenrechte und die globale Verteilung der afghanischen Diaspora
4.3.1 Europa
4.3.2 Nordamerika
4.3.3 Australien
4.4 Die Rolle der afghanischen Diaspora
5. Fallstudie: afghanische Migrantinnen und Migranten in Österreich
5.1 Situation: Die Entwicklung der afghanischen Diaspora in Österreich (2001 bis 2021)
5.1.1 Bevölkerungsanteil von afghanischen Staatsangehörigen in Österreich im Jahre 2009
5.1.2 Bevölkerungsanteil von afghanischen Staatsangehörigen in Österreich im Jahre 2012
5.1.3 Bevölkerungsanteil von afghanischen Staatsangehörigen in Österreich im Jahre 2015
5.2 Anerkennungsquoten von afghanischen Flüchtlingen in Österreich
5.3 Integrations- und Einbürgerungsprozesse von afghanischen Migrantinnen und Migranten in Österreich
6. Ergebnisanalyse und Interpretation
Die vorliegende Masterarbeit zielt darauf ab, die demographischen Auswirkungen des Konflikts in Afghanistan seit dem 11. September 2001 auf die Zivilbevölkerung zu untersuchen. Dabei stehen die weltweiten Fluchtbewegungen, die Struktur der afghanischen Diaspora sowie die Anerkennungsquoten in verschiedenen Zielländern im Fokus, ergänzt durch eine vertiefende Fallstudie zur Integration der afghanischen Bevölkerung in Österreich.
1.2.1 Demographische Konfliktforschung – theoretische Vorüberlegungen
Über die Jahre haben sich verschiedene Diskussionen zum Thema Krieg und Konflikte in Bezug auf die Demographie der beteiligten Länder entwickelt. Zu einem die These der sogenannten Youth bulges, die den hohen Anteil Jugendlicher in einer Bevölkerung als Schlüsselfaktor für Konflikte darstellt. Begründet wird diese Theorie damit, dass vor allem junge Männer schneller zur Gewalt mit Waffen tendieren, da diese schneller von Stolz und Wehmut (s. Kapitel 2.2.4) zu Racheakten verleitet werden. Ein aktuell repräsentatives Beispiel wäre die demographische Zusammensetzung des dichtbesiedelten Gazastreifens, dessen Bevölkerungszahl rund 2.1 Millionen beträgt (aktueller Stand: 2023), von denen mehr als die Hälfte 19 Jahre alt oder jünger ist. Das Küstengebiet am östlichen Mittelmeer hat mit 3,5 Kindern je Frau eine hohe Fertilitätsrate und steht seit Jahren mit Israel im Konflikt.² Zudem kommt eine hohe Arbeitslosenrate, die bei Männern 39 Prozent und bei Jugendlichen sogar 74 Prozent beträgt. Weiters sind rund 80 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner im Gazastreifen auf humanitäre Hilfe.³ Die palästinensische Bevölkerung im Gazastreifen fühlt sich von der Weltpolitik verraten, da diese die nach dem Internationalen Gerichtshof und dem Völkerrecht der Vereinigten Nationen als illegal eingestufte Siedlungspolitik Israels jahrelang erduldet. Die Akkumulation solcher Faktoren führt zu Frust und veranlasst – vor allem die junge Bevölkerung im Land – zur Selbstjustiz, welche oft unter der Schirmherrschaft einer militanten Organisation erfolgt, die bereit ist Gewalt anzuwenden. Solche Organisationen erscheinen in der Weltgeschichte unter verschiedenen Namen, seien es die Hamas im Gazastreifen oder die Taliban (s. Kapitel 2.2.3) in Afghanistan. (vgl. KRÖHNERT 2006: 120-142)
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit vor, erläutert das Forschungsdesign und definiert zentrale Begriffe wie Dschihad, Mujahid, Diaspora und Asyl.
2. Rückblick auf das Land Afghanistan: Das Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung Afghanistans, von ethnischen Strukturen über die Kolonialgeschichte bis hin zu den politischen Umbrüchen und der Entstehung extremistischer Netzwerke wie al-Qaida und Taliban.
3. Flucht und Vertreibung und Veränderungen der Bevölkerungsverteilung: Hier werden die Gründe und Muster der Binnenflucht sowie internationaler Fluchtbewegungen aus Afghanistan analysiert, inklusive der Auswirkungen von Naturkatastrophen und dem truppenabzugsbedingten Chaos.
4. Verteilung der afghanischen Bevölkerung: Dieses Kapitel untersucht die globale Verteilung der afghanischen Diaspora, legt den Fokus auf die Hauptaufnahmeländer in der Region sowie auf die Aufnahmebedingungen in Europa, Nordamerika und Australien.
5. Fallstudie: afghanische Migrantinnen und Migranten in Österreich: Die Fallstudie konzentriert sich auf die historische und aktuelle Situation afghanischer Migrantinnen und Migranten in Österreich, analysiert Bevölkerungsanteile auf Gemeindeebene und bewertet Integrations- sowie Einbürgerungsprozesse.
6. Ergebnisanalyse und Interpretation: Abschließend werden die Erkenntnisse der Forschungsarbeit zusammengeführt, interpretiert und in einen größeren geopolitischen Kontext eingebettet, wobei die Herausforderungen der Diaspora innerhalb Afghanistans und im Ausland reflektiert werden.
Afghanistan, Flucht, Diaspora, Taliban, Migrantinnen und Migranten, Österreich, Binnenvertriebene, Integrationsprozesse, Demographie, Konfliktforschung, Asylverfahren, Anerkennungsquoten, US-Truppenabzug, al-Qaida, humanitäre Lage.
Die Arbeit analysiert die demographischen Folgen des seit 2001 in Afghanistan herrschenden Krieges und untersucht dabei sowohl die Fluchtbewegungen innerhalb des Landes als auch die weltweite Verteilung der afghanischen Diaspora.
Die zentralen Felder umfassen die historische Genese der Konflikte, die demographischen Auswirkungen des Afghanistankrieges, Migrationsrouten und die spezifische Situation afghanischer Personen in der Diaspora, mit einem besonderen Fokus auf Österreich.
Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für die demographischen Konsequenzen des Konflikts und die Lebensumstände afghanischer Geflüchteter sowie Migrantinnen und Migranten zu erlangen, wobei insbesondere die Integrationsprozesse in Österreich detailliert beleuchtet werden.
Die Arbeit basiert primär auf einer umfassenden Literaturanalyse sowie einer deskriptiv-statistischen Auswertung von Daten des UNHCR und von Statistik Austria, die durch eine spezifische Fallstudie zu Österreich ergänzt wird.
Der Hauptteil behandelt die historische Entwicklung Afghanistans, die Ursachen von Flucht, die weltweite Verteilung afghanischer Bevölkerungsgruppen unter Berücksichtigung politischer Barrieren und eine tiefergehende statistische Auswertung der afghanischen Präsenz in österreichischen Gemeinden.
Die wichtigsten Schlagworte sind Afghanistan, Diaspora, Flucht, Integration, Demographie, Taliban, Asyl und die sozioökonomische Situation geflüchteter Menschen.
Puchenstuben weist im Zeitverlauf einen auffällig hohen prozentualen Anteil an afghanischen Staatsangehörigen im Vergleich zur Gesamtbevölkerung auf, was sie zu einem interessanten Beispiel für die lokale demographische Entwicklung macht.
Die im Ausland lebende afghanische Gemeinschaft wird als potenziell konstruktiver Akteur gesehen, der durch Vernetzung und den Austausch von Wissen und Ressourcen zur wirtschaftlichen und politischen Stabilisierung beitragen kann.
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