Examensarbeit, 2007
67 Seiten, Note: 3,0
0. Abstract
1. Einleitung
2. Die Multiple Persönlichkeitsstörung
2.1 Definition: Dissoziative Störungen
2.2 Definition: Multiple Persönlichkeitsstörung
2.2.1 Zugehörige Beschreibungsmerkmale und psychische Störungen
2.2.2 Zugehörige Laborbefunde
2.2.3 Zugehörige körperliche Untersuchungsbefunde und medizinische Krankheitsfaktoren
2.2.4 Besondere kulturelle und Geschlechtsmerkmale
2.2.5 Prävalenz
2.2.6 Verlauf
2.2.7 Differentialdiagnose
2.2.8 Diagnostische Kriterien
2.3 Zweifel an der Realität der Multiplen Persönlichkeitsstörung
2.3.1 Multiple Persönlichkeit und Schizophrenie
2.3.2 Multiple Persönlichkeitsstörung und Dissoziative Identitätsstörung
2.4 Gedächtnis und Erinnerung
2.4.1 Das psychische Trauma
2.4.2 Die Gedächtniswissenschaften
3. Dr. Jekyll and Mr. Hyde
3.1 Die Novelle „The Strange Case of Dr. Jekyll and Mr. Hyde“
3.2 Der Film „Dr. Jekyll and Mr. Hyde“
3.3 Ein Vergleich zwischen Novelle und Film
3.3.1 Point of view
3.3.2 Darstellung der Multiplen Persönlichkeitsstörung
3.4 Das Werk im Kontext seiner Zeit
3.4.1 Einflüsse aus der zeitgenössischen Psychologie
3.4.2 Religiöse Deutungsmuster
3.4.3 Viktorianismus
3.4.4 Einflüsse der Romantik
4. The Talented Mr. Rilpley
4.1 Der Roman
4.2 Der Film
4.3 Ein Vergleich zwischen Roman und Verfilmung
4.3.1 Erzählperspektive
4.3.2 Offenes Ende
4.4 Tom Ripleys Identitäten
4.5 Tom Ripleys Trauma
5. Fight Club
5.1 Der Roman
5.2 Der Film
5.3 Ein Vergleich zwischen Roman und Verfilmung
5.4 Point of View
5.5 Metafilmische Elemente
5.6 Darstellung von innerer Fragmentierung auf der filmischen Ebene
5.7 Symptome der Multiplen Persönlichkeitsstörung
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wechselbeziehung zwischen psychoanalytischer Theorie und der literarischen sowie filmischen Darstellung der Multiplen Persönlichkeitsstörung. Ziel ist es, die Entwicklung dieses psychologischen Phänomens in ausgewählten Werken und deren Adaptionen zu analysieren und dabei Fehlkonzeptionen, wie die häufige Verwechslung mit Schizophrenie, kritisch zu beleuchten.
3.3.1 Point of view
Die Erzählstruktur von „The Strange Case of Dr. Jekyll and Mr. Hyde“ setzt sich im Wesentlichen aus drei Elementen zusammen. Einmal gibt es einen Haupterzählstrang in den Kapiteln eins bis acht, in denen ein auktorialer Erzähler durch die Augen von Mr. Utterson, die Ereignisse bis zum Selbstmord Dr. Jekylls schildert. Die letzten zwei Kapitel bestehen aus dem Nachlass von Dr. Jekyll und der Erzählung Dr. Lanyons. Kapitel neun ist überschrieben mit „Dr. Lanyon’s Narrative“. Hier erfahren wir durch den Ich-Erzähler, Dr. Lanyon, von der Verwandlung Dr. Jekylls zu Mr. Hyde. Kapitel zehn hat den Titel „Henry Jekyll’s Full Statement of the Case“. Hier nimmt Dr. Jekyll persönlich Stellung zu seinem Verhalten und übernimmt die Verantwortung für die Taten Mr. Hydes. Somit wechselt das Buch von einer externen Fokalisierung in den Kapitel eins bis neun zu einer internen in Kapitel zehn, mit dem Zwischenschritt von Dr. Lanyons Erzählung, die den Übergang zur internen Fokalisierung vorbereitet. Die Vielfalt von Perspektiven, externalisiert und internalisiert, trägt zum Eindruck eines fragmentierten Selbst bei.
Zusätzlich geht die schrittweise Lösung des Rätsels mit einer zunehmenden Verringerung der Erzähldistanz einher.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Untersuchung von Multiplen Persönlichkeiten in der Literatur und im Hollywood-Kino ein und erläutert die Auswahl der drei zentralen Werke.
2. Die Multiple Persönlichkeitsstörung: Dieses Kapitel verortet das Krankheitsbild klinisch, definiert dissoziative Störungen und setzt sich mit der wissenschaftlichen Kontroverse um die Diagnose auseinander.
3. Dr. Jekyll and Mr. Hyde: Das Kapitel analysiert Stevensons Novelle und deren Verfilmung vor dem Hintergrund des Viktorianismus sowie zeitgenössischer psychologischer Theorien.
4. The Talented Mr. Rilpley: Diese Sektion untersucht Highsmiths Roman und Minghellas Film hinsichtlich der gezielten Dissoziation der Hauptfigur Tom Ripley für soziale Zwecke.
5. Fight Club: Dieses Kapitel befasst sich mit der inneren Fragmentierung des Erzählers in Palahniuks Werk und der komplexen Darstellung dieser in Finchers filmischer Adaption.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und hebt den Wandel von physischen zu psychischen Ursachenmodellen in der erzählerischen Darstellung von Persönlichkeitsstörungen hervor.
Multiple Persönlichkeitsstörung, Dissoziative Identitätsstörung, Schizophrenie, Psychoanalyse, Dissoziation, Fragmentierung, Trauma, Gedächtnis, Literaturadaption, Filmstudien, Dr. Jekyll and Mr. Hyde, The Talented Mr. Ripley, Fight Club, Viktorianismus, Doppelgänger.
Die Arbeit untersucht, wie das Konzept der Multiplen Persönlichkeitsstörung in der Literatur und im Film dargestellt und von psychoanalytischen Theorien beeinflusst wird.
Die zentralen Felder umfassen klinische Definitionen dissoziativer Störungen, den historischen Wandel von Deutungsmustern sowie die künstlerische Verarbeitung von Identitätsverlust.
Ziel ist es, die Wechselbeziehung zwischen psychoanalytischer Theorie und der literarisch-filmischen Umsetzung zu ergründen und verbreitete Mythen, insbesondere zur Abgrenzung von Schizophrenie, zu klären.
Die Arbeit nutzt eine komparative Methode, indem sie die ausgewählten Romane ihren jeweiligen Verfilmungen gegenüberstellt und dabei erzähltechnische Aspekte wie den „Point of view“ analysiert.
Der Hauptteil behandelt tiefgehend die Werke „Dr. Jekyll and Mr. Hyde“, „The Talented Mr. Ripley“ und „Fight Club“ und reflektiert deren Kontext in der jeweiligen Zeit und Medienlandschaft.
Zu den prägenden Schlagworten gehören Identitätsfragmentierung, dissoziative Identitätsstörung, Trauma, psychische Ursachenmodelle und narrative Strategien im Film.
„Fight Club“ nutzt einen unzuverlässigen Ich-Erzähler, um die Zersplitterung der Identität direkt erfahrbar zu machen, während frühere Werke wie „Dr. Jekyll“ die Störung eher als äußeres oder stofflich verursachtes Phänomen behandelten.
Während bei Stevenson noch physische Substanzen (Trank) als Auslöser fungieren, verschiebt sich der Fokus in den moderneren Werken hin zu psychischen Traumata und Verdrängungsmechanismen.
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